Satu Ulvi: Menschen aufs Rad bringen

Satu Ulvi bei der Critical Mass auf dem Weg zur Weltklimakonferenz in Bonn. Foto: ADFC/Ulvi

 Satu Ulvi (46) ist Vorstandsmitglied im ADFC Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg. Sie hat besonders Freude daran, öffentlichkeitswirksame Aktionen zu planen, um noch mehr Menschen aufs Rad zu bringen.

Welche Aufgaben hast Du?

Ich bin vielseitig aktiv in Bonn. Meine Hauptaufgabe ist die Verwaltung unserer Facebook-Seite.

Für die Ortsgruppe Beuel plane und führe ich Aktionen durch wie z.B. „Bridge Bicycle Breakfast“: Am frühen Morgen servieren wir den vorbeifahrenden RadlerInnen auf der Kennedybrücke eine Tasse Kaffee.

Unsere nächste Aktion findet am 7. Dezember statt; anstatt Kaffee laden wir dann die Winterradlerinnen und –Radler auf eine Tasse Glühwein ein. Die Aktion findet ebenfalls auf der Kennedybrücke statt, aber am frühen Abend.

Auch nehme ich stellvertretend an den Besprechungen des Arbeitskreises Beruf und Schule teil. Da ich selbst berufstätig bin, kann ich nur an den Besprechungen, die abends stattfinden, teilnehmen. Darunter gehören die Sitzungen des AK Schule, die die Stadt Bonn ca. 6 Mal im Jahr organisiert. 

Öfters bin ich bei Aktionen dabei, so wie bei der BikeNight, dem Fähr-Rad-Tag oder dem Silent Ride. Und ich gehöre zum Orga-Team der RadReisemesse. Ab nächstes Jahr werde an den Projekten des Frauen-Netzwerkes teilnehmen.

Wie lange bist Du schon dabei?

Ich bin vor ca. 5 Jahren in den ADFC eingetreten.

Wie bist Du dazu gekommen, Dich zu engagieren?

Mir war es wichtig, mich gesellschaftlich einzusetzen. Ich bin vor 16 Jahren aus Finnland hierher gezogen und neben der deutschen Staatsbürgerschaft wollte ich mich auch anderweitig in diesem Land integrieren. Bonn ist mir ein Zuhause geworden und schon lange habe ich die Leute bewundert, die sich ehrenamtlich engagieren – bis ich mich auch als freiwillige Helferin beim Fähr-Rad-Tag anmeldete.

Bist Du noch berufstätig?

Ja, und das Vollzeit. Ich leite ein 7-köpfiges Fachteam in einer Bundesbehörde.

Wieviel Zeit investierst Du pro Woche/Monat/Jahr in Deinem Ehrenamt?

Viel! Ich schätze es sind ca. 250 Stunden im Jahr, vielleicht sind es auch mehr, ich habe die Stunden nie gezählt. Auf Facebook poste ich ca. 300 Beiträge im Jahr.  

Was macht Dir am meisten Spaß?

Wir haben eine unheimlich aktive und ideenreiche Gruppe der Aktiven in Bonn/Rhein-Sieg! Es macht so viel Spaß mit den Leuten, die ich bereits ins Herz geschlossen habe, neue Pläne zu schmieden, neue Aktionen zu planen, diese dann umzusetzen und mit den lustigen Aktionen mehr Leute fürs Radfahren zu begeistern.

Es gab einige schöne Ereignisse in diesem Jahr. Eins davon war die Teilnahme am Symposium und der Bundeshauptversammlung in Berlin und vor allem das Organisieren der Pedal-The-Highway-Fahrraddemo in November. Sie war wirklich ein Highlight! In wenigen Wochen haben wir weit über 2.000 Radfahrenden zur Teilnahme einer 27 km-langen Fahrrad-Klima-Demo aus Köln nach Bonn überzeugt und nach der Fahrt mit 22.000 anderen Demonstrantinnen und –Demonstranten in Bonn für eine bessere Zukunft fröhlich demonstriert.

Welche Fähigkeiten sollte man in Deinem Bereich haben?

Offenheit, Neugier, und den Glauben daran, dass man gemeinsam vieles erreichen – und ändern – kann.

Wie können sich andere, die sich dafür interessieren, am besten einbringen? Wo fangen sie an?

Man soll in dem Bereich, der einem am meisten Freude bereitet, anfangen. Der Einstieg ist ganz einfach und verlangt nicht viel: Beginnen kann man damit, dass man unsere Veranstaltungen besucht, unsere Facebook-Beiträge kommentiert oder verteilt. Oder uns auf Twitter folgt und den Newsletter abonniert. Und natürlich freuen wir uns, wenn Leute sich als freiwillige Helferinnen/Helfer melden und an unseren Aktionen teilnehmen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass uns die dringend notwendige Verkehrswende gelingt. Ich möchte, dass jedes Kind mit dem Rad sicher zur Schule fahren kann und jeder Erwachsene zur Arbeit/Einkaufen/Freizeitaktivitäten, ohne Angst von abbiegenden LKWs zu haben. Dass die Luftqualität auch in den Städten auf einem gesunden Niveau steigt. Die Städte, und dieses Land, gehören den Menschen und nicht den Autokonzernen.

Und ich bin mir sicher: Gemeinsam gelingt es uns!

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