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Und der RSMR kommt doch - aber nur in abgespeckter Form

20.03.19

Was wird aus dem Radschnellweg Mittleres Ruhrgebiet zwischen Gladbeck und Bottrop?

Anfang des Jahres stand der Radschnellweg mittleres Ruhrgebiet auf der Kippe, weil sich Stadt Bottrop und RVR nicht auf den Routenverlauf einigen konnten. Weil der RVR im Alleingang eine Zustimmung zu seiner Routenführung über die stark befahrene Gladbecker Straße in Bottrop zu erlangen suchte, gab es Proteste aus Bottrop, aber auch Schreiben des ADFC Gladbeck und der CDU Gladbeck an Verkehrsminister Wüst. Am 10. Januar 2019 fand dann in Düsseldorf im Ministerium ein Gespräch der Beteiligten RVR, der Städte Essen, Bottrop und Gladbeck statt. Dabei wurde folgendes vereinbart: Der RS zwischen Bottrop und Essen sowie in Gladbeck bis zur Stadtgrenze Bottrop wird zeitgleich in Angriff genommen. In Bottrop wird es eine „Vorrangroute“ geben, die zu 75% vom Land gefördert werden könne (statt 85% beim RS). Als Vorrangroute sei sowohl die RAG-Hafenbahntrasse als auch eine Wegeführung über Straßen förderfähig.

Als der ADFC Gladbeck sich zu diesem Kompromiss anders als die politischen Akteure skeptisch äußerte, da er bezweifelte, dass die Stadt Bottrop als nun einziger Entscheidungsträger über das Schicksal der Verbindung in Bottrop für beide Wegevarianten realisiere und die Wegeführung durch Nebenstraßen oder entlang des Emscherbachs Kirchschemmsbach über den schon existenten Fuß- und Radweg als schnelle Verbindung für GladbeckerInnen nach Essen völlig unattraktiv ist, geschah etwas Ungewöhnliches: Der Gladbecker SPD-Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende in Gladbeck Michael Hübner bat den ADFC um ein Gespräch. Selbstverständlich wurde das Angebot angenommen, besonders als klar war, dass auch aus Bottrop der dortige SPD- Fraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Thomas Göddertz daran teilnehmen wollte.

Am 27. Februar trafen sich die beiden Politiker aus Gladbeck und Bottrop dann mit den VertreterInnen des ADFC aus Gladbeck und Bottrop. Das Gespräch war konstruktiv, denn es stellte sich heraus, dass die beiden Politiker den Wunsch des ADFC nach einer Priorisierung der RAG-Trasse unterstützten. Göddertz sagte zu, die baldige Inangriffnahme der RAG-Trasse in Fraktion und Rat auf den Weg bringen zu wollen. Hübner wies auf die Vorteile der RAG-Trasse aus Gladbecker Sicht hin, da sie auch den Gladbecker Süden und darüber hinaus GE-Horst an den Radschnellweg nach Essen anbinde, wenn auch die entsprechende Bahn-Trassen-Anbindung gebaut wird. Damit entsprachen die beiden der ADFC-Forderung nach Ausbau der RAG-Trasse, den sie als erstes in die öffentliche Diskussion gebracht hatten. Ein Wermutstropfen ist nur die Breite, die noch offen ist, aber auf jedem Fall unter den 4m + 2,50m Fußweg des RS-Standards liegen wird. Eine Asphaltierung sagte Göddertz zu.

Als zusätzlicher Weg direkt in die Innenstadt soll der vorhandene City-trail am Kirchschemmsbach ausgebaut werden. Da dort nur wenig Platz ist, wird das nicht allzu viel bringen, aber immerhin soll es an einigen Nebenstraßen-Kreuzungen einen Vorrang für Fahrräder geben. Details sind aber noch nicht festgelegt.

Für den Gladbecker Bereich des RS sagte Hübner zu, sich mit dafür einzusetzen, dass nicht, wie im bisherigen Plan vorgesehen, der RS ab Ellinghorst über die Bottroper Straße geführt wird, sondern sie nur kreuzt, und weiter auf der Hafenbahntrasse verläuft.

Aus Gladbecker ADFC-Sicht die Zusage des Vorrangs der RAG-Trasse entscheidend, die allerdings in Bottrop noch von der SPD-Fraktion und den politischen Gremien beschlossen werden muss.

 

 

 


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