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Radeln nach Zahlen in der Metropole Ruhr – ein Test

25.11.19

Bild: I.Jaster


Christi Himmelfahrt  machten sich 25 Radler/innen auf den Weg, um das neue Knotenpunktsystem in der Metropole Ruhr zu testen. Ca. 300 Knotenpunkte sollen es den Freizeitradlern/innen, insbesondere auswärtigen Touristen/innen, ermöglichen, ohne weitere Hilfsmittel nur anhand einer Zahlenfolge und höchstens unterstützt durch eine Knotenpunktübersichtskarte sicher an ein selbst gewähltes Ziel zu kommen.

Da keiner der Teilnehmer/innen das 2018 fertiggestellte Orientierungssystem zuvor ausprobiert hatte, erhielten alle eine Knotenpunktkarte, um die vorgesehene Route zu besprechen. Nach dem Start am Knotenpunkt (KP) 65 im Schlosspark Wittringen sollte der Weg zuerst über die KP 62,5,6,7 und 9 (Gasometer Oberhausen) gehen und danach weiter über die KP 10,13,14,21,20 zum KP 4 (Emschermündung). Nach einer Kaffeepause sollte die Tour am KP 17 in Grafenwald enden.

Nach dem Start am KP 65 führte der Weg bestens ausgeschildert zum KP 62, wo zwar die Weiterfahrt zum KP 61 beschildert war, aber nicht die zum KP 5, den wir ansteuern mussten.

 

Man brauchte etwas Ortskenntnis, um den KP 5 zu finden, von hier ging es gut ausgeschildert weiter. Am Rhein-Herne-Kanal erreichte die Gruppe den KP 10, wo die Weiterfahrt durch eine größere Betuwe-Baustelle versperrt war. Wie schon vorher in Bottrop gab es keine ausgeschilderte Baustellenumleitung, so dass es erneut nur mit guten Ortskennissen weiter ging. Nachdem wir den KP 13 gefunden hatten, führte der Weg zügig über die 14 und 21 zum KP 20. Am KP 20 war die Richtung zum KP 5 (Orsoy) beschildert, aber nicht der Weg zum KP 4 (Emschermündung). Nach der Pause im Emschermündungshof stellte die Gruppe in Dinslaken fest, dass es dort mehr KP gab, als in der Karte eingetragen waren (z.B. KP 1, 2, 3, 82, 83, 84, 77) und damit der Blick auf den Kartenausschnitt vor Ort an jedem neuen Knotenpunkt erforderlich war. Am KP 77 fehlte die Wegweisung zum KP 17, dafür wurde ein KP 78 ausgewiesen, der auf der Karte fehlte. Hier stellte sich nach der Tour heraus, dass es bereits einen verbesserten Übersichtsplan ohne die genannten Fehler gibt. Nach ca. 60 Kilometern war der KP 17 und damit das Ziel erreicht.

 

Hans-Jürgen D. meinte nach der Tour: „Am Rhein hat dann die Knotenpunktorientierung gravierende Mängel. Wenn man dann irregeführt auf der anderen Rheinseite ist, auch schön, aber dann ist es eine ganz andere Route. Dann hilft nur noch eine gewisse Ortskenntnis.“ Ilona J. zog ein fast positives Fazit: „Auf spielerische Art beim Radeln nach Zahlen Neues entdecken. Eine vollständige Beschilderung vorausgesetzt ein gelungenes Radwege-Konzept."

Aus Sicht des ADFC ist das Folgende anzumerken:

  1. Die Wegweisung war an drei Knotenpunkten unvollständig. Ortsfremde haben hier keine Chance. Auch an Baustellen hilft nur viel Intuition.

  2. Auf den Schautafeln neben den Knotenpunkten sind keine Fehler aufgefallen.

  3. Die Standorte der Knotenpunkte orientieren sich stark an der Route der Industriekultur, die bereits bestens ausgeschildert ist. Abseits der Route sind Knotenpunkte leider Mangelware.

  4. Die Knotenpunkte existieren dreimal (z.B. KP 1 in Dinslaken, Frohnhausen und Witten), was man zumindest wissen sollte.

Zusammengefasst: Eine systematische Prüfung aller Knotenpunkte und anschließender Vervollständigung der Beschilderung erscheinen dringend erforderlich.


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