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Falsches Signal

29.09.18

Polizei gegen Radfahrende wegen mangelnder Verkehrsführung im Baustellenbereich

An der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Rathaus und der Baustelle für den Neubau anstelle des früheren Karstadthauses steht zurzeit nur ein eingeschränkter Verkehrsraum zur Verfügung. Die offene Einbahnstraße für RadfahrerInnen wurde deshalb aufgehoben.

 Weil es sich um eine Hauptroute des Radverkehrs in Gladbeck handelt, wird sie von über 1000 RadlerInnen täglich fahrend benutzt. Die ca. 500 von ihnen von der Friedrichstraße Richtung Postallee fahren, verstoßen sie jetzt gegen die Straßenverkehrsordnung, denn sie müssen 200 Meter schieben, was aber fast niemand tut. Da sich einige Passanten bei der Polizei beschwert haben, führt diese jetzt Verkehrskontrollen durch. Sie kann bis zu 20 Euro für den Verstoß kassieren.
Das Radfahren, die umweltfreundlichste und stadtverträglichste Fortbewegungsart, wird bei der jetzigen Baustellenregelung deutlich benachteiligt. Die richtige Lösung für eine fahrradfreundliche Stadt, die Gladbeck ja sein will, bestünde darin, den PKW-Verkehr nicht in die Friedrich-Ebert-Straße fahren zu lassen und die Benutzung nur für Busse, Baustellenfahrzeuge und Fahrräder zu erlauben. Eine andere (schlechtere) Lösung bestünde darin, das Radfahren mit einem kleinen Zusatzschild auf dem linken Geh- und Radweg zu erlauben.
Die jetzige Situation zeigt, dass für die Stadtverwaltung der Radverkehr eine lästige und nachrangige Verkehrsart ist, um dessen Förderung man sich nicht bemüht. „Radfahrer absteigen“: das falsche Signal.

Es bewahrheitet sich wieder die miserable Bewertung  der Baustellenführung in bisher jedem Fahrradklimatest. So muss man kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die schlechten Noten auch diesmal bleiben werden. 


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