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Der RSMR von Gladbeck über Bottrop nach Essen

08.06.17

Machbarkeitsstudie zum 2. Radschnellweg im Ruhrgebiet vorgelegt

Von 3 möglichen Korridoren wählt das Gutachten die weiteste, die dafür direkt durch das Bottroper Stadtzentrum führt. Gas Gutachten glaubt, mit dieser Wegeführung die größte Auslastung des Radschnellweges zu erreichen.

Auf jeden Fall ist der RSMR natürlich ein großer Gewinn für Radfahrende. Der Großteil der Strecke auf autofreien Wegen in Gladbeck und Essen ist hervorragend.

In Gladbeck profitieren besonders die nördlichen Stadtteile von dem neuen Radschnellweg auf der alten Hafenbahntrasse bis Ellinghorst. dann geht es allerdings 600m lang nur einen nur 3 Meter breiten Zweirichtungsradweg entlang der Bottroper Straße, einer Hauptstraße, bis zur Stdtgrenze, um dort weiter der Hauptstraße zu folgen.

In Essen hat die geplante Wegeführung entlang der Berne und auf der alten Krupppschen Ringbahn zusätzlich auch einen hohen Freizeitwert. Besonders zu begrüßen ist der geplante autofreie Brückenschlag über Emscher und Rhein-Herne-Kanal in Ebel, der den Berne-Radweg vervollständigt.

Der mittlere Abschnitt von der Stadtgrenze Gladbeck/ Bottrop bis nach Ebel verläuft dagegen über städtische Hauptstraßen (Gladbecker Str. und Friedrich-Ebert-Str./ Bahnhofstr) und tw. Nebenstraßen. Dabei sollen großzügige Radwege entstehen, die an vielen Kreuzungen bevorrechtigt sein sollen - man darf gespannt sein, ob das politisch durchsetzbar ist und ob es dann funktioniert. Allerdings wird dabei auch der RS-Standard (4m Radweg + 2,50m Fußweg) oft nicht erreicht.

 Problematisch erscheint weiterhin die Wegeführung durchs Gewerbegebiet (Polderstraße) als "Fahrradstraße", gemeinsam mit dort häufigem LKW-Verkehr und Bussen des ÖPNV(!).

Auch werden auf dem Bottroper Abschnitt die Radfahrenden gesundheitsgefährdenden Einflüssen durch Feinstaub und Verkehrslärm ausgesetzt, da sich aus den Varianten des Entwurfs die Wegeführung entlang der Hauptstraßen statt zumindest der Nebenstraßen, wie der ADFC vermutet hatte, durchgesetzt hat. Aus ADFC-Sicht wäre hier die Führung über die Hafenbahntrasse eindeutig  vorzuziehen gewesen. Dieser Vorschlag ist leider nicht berücksichtigt worden. Im Bottroper Bereich also bestenfalls nur eine 1B-Lösung.


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