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Bürgerantrag des ADFC zur Brücke Buersche Straße

10.06.20




Überraschender Teilerfolg

Mitte März hat der ADFC einen Bürgerantrag an den Rat der Stadt Gladbeck gestellt, um die Situation auf der Brücke der Buerschen Straße zu verbessern. Der dort vorhandene Radstreifen ist zu schmal und eingezwängt zwischen Autospur und Parkstreifen. Autos überholen dort regelmäßig mit nur wenigen Zentimetern Abstand. Das ist nicht nur nach neuer STVO verboten, sondern führt auch zu großer Unsicherheit der RadfahrerInnen bei dieser wichtigen Zufahrt zur Innenstadt. Daher hat der ADFC einen Bürgerantrag gestellt mit einem zweistufigen Vorschlag: Mittelfristig sollte der Schutzstreifen regelkonform verbreitert werden, wozu die Parkplätze entfallen müssten. Kurzfristig könnte dem neuen Abstandsgebot von 1,50m Überholabstand Geltung verschafft werden, indem das entsprechende neue Verkehrsschild „Überholverbot von Zweirädern durch Autos“ aufgestellt wird.

 

Der Antrag wurde am 8.Juni in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses in einer über 1-stündigen Diskussion behandelt.

 

Der Antrag wurde mit fadenscheinigen Argumenten von der Verwaltung zurückgewiesen. So empfahl sie in ihrer Stellungnahme den Radfahrenden ganz rechts an den parkenden Autos vorbeizufahren und den PKW-Fahrern ganz links fahrend unter Nicht-Einhaltung der 1,50m Abstand zu überholen, ohne dabei eine Temporeduzierung anzusprechen; so verführt sie die Radfahrenden zum Gesetzesverstoß der Einhaltung eines Mindestabstandes von 75 cm zu parkenden Autos, so dass sie im Dooring-Fall nicht nur ein hohes Verletzungsrisiko eingehen, sondern auch noch eine Teilschuld tragen; Gleiches gilt übrigens auch für die Autofahrenden, die einem einer sich öffnenden Autotür ausweichende Radfahrenden nicht ausweichen können und anfahren werden. Trotzdem und nicht überraschend wurde dieser Teil des ADFC-Antrags mit den Stimmen von SPD und CDU abgelehnt.

 

Indirekt gaben sie allerdings zu, dass die Situation unhaltbar ist, denn sie präsentierten überraschend den neuen Vorschlag, den grünen Mittelstreifen, der einst die Trasse einer Straßenbahn war, zu einem Radstreifen umzubauen. Diese neue Idee und der ADFC-Vorschlag eines geschützten Radstreifens bei Wegfall der Parkplätze wurden einstimmig zur Überprüfung an die Verwaltung gegeben.

Zu dieser neuen Idee ist dem ADFC inzwischen noch eine Variante eingefallen, die ebenfalls zu prüfen wäre: auf dem grünen Mittelstreifen Parkplätze anlegen, wenn man glaubt, auf sie nicht verzichten zu können, und auf der Fahrbahn einen breiten geschützten Radstreifen. Diese Variante, die der Bundes-Vorsitzende Uli Syberg ins Spiel gebracht hat, hätte den Charme das dabei die Bäume im Mittelstreifen erhalten werden könnten. Das Grün, das unter Klimagesichtspunkten erhaltenswert ist, müsste so nicht verloren gehen. Man würde auch nicht Grün und Radverkehr gegeneinander ausspielen, um die Parkplätze zu retten. Denn sie bzw. der Autoverkehr schaden dem Klima, vermehrter Radverkehr durch bessere Radverkehrsanlagen und Straßenbegleitgrün helfen ihm.

 


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