Aktuelles

ADFC Gladbeck und Bottrop gemeinsam gegen geplante Trassenführung des RSMR zwischen Gladbeck und Bottrop

22.04.17

RSMR: ADFC-Vorschlag und Gutachter-Version im Vergleich zwischen Gladbeck und Bottrop


Dem ADFC Gladbeck ist die vom RVR in Auftrag gegebene, aber noch nicht veröffentlichte Machbarkeitsstudie des geplanten Radschnellwegs „Mittleres Ruhrgebiet“ (RSMR) von Essen über Bottrop nach Gladbeck zugespielt worden. Danach verläuft die angedachte Wegeführung zwischen Bottrop und Gladbeck hauptsächlich über vorhandene Straßen statt über autofreie ehemalige Bahntrassen.

Obwohl der RVR betont, dass die auch in der WAZ bekannt gewordene bisherige Planung noch nicht der offizielle Wegeverlauf sei und es auch noch Änderungen gäbe, nutzten der ADFC Gladbeck gemeinsam mit Bottrop die Gelegenheit, ihrer Enttäuschung über die diese Planung in Interviews ihrer Vorsitzenden in den Lokalteilen der WAZ von Bottrop und Gladbeck Ausdruck zu verleihen. Außerdem wandten sich gemeinsam sowohl an die Verantwortlichen im RVR wie auch an den Oberbürgermeister von Bottrop, Bernd Tischler, der auch Vorsitzender des Planungsausschusses im RVR ist. Auch die Stadtverwaltung Gladbeck ist informiert.

Hier nun die Argumente von Heinz Brockmann (Bottrop) und Dr. Vera Bücker (Gladbeck):

In Bottrop verläuft der geplante Weg über das vorhandene Straßennetz, teilweise als Fahrradstraße und teilweise sogar entlang von größeren Verkehrsstraßen. Er führt direkt in die Bottroper Fußgängerzone und dann erst über die Essener Straßen Richtung Essen (s. roter Track). Nur zwischen GLA-Ellinghorst und Kirchschemmsbach ist ein kurzes Stück über eine ehemalige Bahntrasse vorgesehen. Diese Hafenbahntrasse verläuft bis zum Rhein-Herne-Kanal in BOT-Ebel und weiter in Richtung Essen.

Die vorgesehene Planung erscheint dem ADFC Gladbeck und ADFC Bottrop/Kirchhellen aus mehreren Gründen ungünstig:

  • Die geplante Route dürfte nicht den RS-Standard erreichen (Breite + begleitender Fußweg + autofreie Wegeführung).
  • Auf der gewählten Strecke gibt es viele Ampeln, so dass es häufige Wartezeiten gibt.
  • Die Wegeführung entlang von größeren Verkehrsstraßen ist nicht attraktiv zu fahren, schöpft das Potenzial für Freizeitradler nicht aus und ist nur für Berufspendler interessant.
  • Die Wegeführung entlang von größeren Verkehrsstraßen ist wegen der Abgasbelastung eher ungesund und dürfte nur im Notfall gewählt werden, wenn es keine Alternative gibt (die aber existiert).

 

Die örtlichen ADFCs haben einen Alternativvorschlag entwickelt, der diese Nachteile nicht hat. Er führt über die alte Hafenbahntrasse und geht damit autofrei bis kurz vor den HBF Bottrop. (s. blauer Track auf der Karte). Ihre Variante führt am Tetraeder vorbei zum HBF Bottrop. Dort kann sie auf einen Stichweg von der Bottroper City stoßen (dunkelroter Track), sodass über diesen Teil des in der Machbarkeitsstudie geplanten RS die Bottroper Innenstadt angebunden wird. Von BOT-HBF kann der RS wie geplant nach Essen weiterführen.

Unser Vorschlag über die ehemalige Hafenbahntrasse weist eine Reihe von Vorteilen auf:

  • Der Standard für Radschnellwege kann auf der Bahntrasse umgesetzt werden.
  • Es gibt kaum Straßenquerungen und keine Ampeln und ermöglicht so hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten.
  • Der Radverkehr wird abgasfrei und lärmfrei geführt.
  • Er bindet in Bottrop weitere Wohngebiete (Ebel, Welheim) an den RS an und hat damit ein größeres Einzugsgebiet.
  • Er bindet Bottroper Attraktionen wie die Tetraeder-Halde, die Ski-Halde, den Malakowturm Prosper und die Gartenstadt Welheim an.

Eine direkte Verbindung von Gladbeck und Bottrop erfolgt mittels des bereits bestehenden City-Trails.

Es geht den beiden ADFC-Gliederungen dabei nicht um Details, sondern um die Grundsatzentscheidung, die auto-und abgasfreie Trassenvariante statt der Wegeführung über das vorhandene Straßennetz zu wählen. Mit der Wahl der bisher vorgesehenen Wegeführung würde eine große Chance für einen attraktiven RS und den ersten RS in Nord-Süd-Richtung im Ruhrgebiet vertan, der diesen Namen auch wirklich verdient.


© 2017 ADFC Vest Recklinghausen