Radwegebenutzungspflicht an vielen Stellen aufgehoben

Benutzungspflicht aufgehoben

Im Recklinghäuser Stadtgebiet wurden auf Beschluss der zuständigen Projektgruppe Radverkehr mehr als 100 Straßen aus der Radwegebenutzungspflicht herausgenommen. Dies kann man ohne zu übertreiben als Paradigmenwechsel bei den Verantwortlichen einstufen und es ist gleichzeitig ein Meilenstein für mehr Radverkehr in der Stadt. Zu wünschen wäre sozusagen als I-Tüpfelchen, dass generell der Neubau von Bordsteinradwegen unterbleibt und dass die Belastungsgrenzen (PKW pro Stunde) für die Aufhebung der Benutzungspflicht von Radwegen beseitigt werden, weil sie auf keinen überzeugenden wissenschaftlichen Hintergrund gestützt werden. Der ADFC meint: Nur gleichberechtigter Verkehr in der Stadt ist ein in die Zukunft weisender Verkehr für mehr Lebensqualität und mehr Sicherheit!

 

Stellungnahme der ADFC-OG Recklinghausen zur Kampagne gegen "Kampfradler"

Die vom Bundesverkehrsminister Ramsauer losgetretene Diskussion über die
sogenannten „Kampfradler“ ist für uns im ADFC nicht nachvollziehbar. Wir
werten dies als eine Kampagne, die vorwiegend durch die Windschutzscheibe
geführt wird und letztendlich das Ziel verfolgt, von schweren Versäumnissen in
der Radverkehrspolitik abzulenken. Es wird nicht bestritten, dass es unter den
Radfahrern wie bei allen Verkehrsteilnehmern Unbelehrbare gibt. Aber wir
wundern uns schon, mit welcher Heftigkeit das Thema gerade jetzt bedient wird.
Fakt ist: Mit mehr Radverkehr steigt die Lebensqualität in den Städten merklich
an. Radfahren ist zunächst einmal gesund und wird erst dann gefährlich, wenn
Autofahrer die notwendige Rücksicht vermissen lassen. Gegenseitige
Rücksichtnahme ist die Voraussetzung für ein gefahrloses Fortkommen aller.
Ebenso gehören vernünftige Bedingungen für den Radverkehr dazu; damit ist
nicht gemeint, möglichst viele Radwege zu bauen, sondern den Radverkehr im
Sichtfeld der Autofahrer stattfinden zu lassen. Höhere Bußgelder für sogenannte
„Kampfradler“ zu verhängen ist die falsche Lösung, weil das eigentliche Problem
damit nicht gelöst wird – die mangelnden oder gänzlich fehlenden guten
Bedingungen für den Radverkehr. Das erfordert ein Umdenken in der Politik:
Dem Radverkehr muss mehr Stellenwert eingeräumt werden, weil er in der Stadt
das leistungsfähigste Verkehrsmittel ist – eine Feststellung, die durch viele
Studien längst belegt ist.

Rupert Seth, ADFC-Ortsgruppe Recklinghausen

© 2019 ADFC Vest Recklinghausen Recklinghausen