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ADFC Münsterland: Manfred Döpper zum 1. Vorsitzenden gewählt

15.03.20
Kategorie: Presse, Münster, Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf

Stühlerücken im Kreisverband: Manfred Döpper (links) wird neuer 1. Vorsitzender. Andreas K. Bittner trat nicht mehr zur Wahl an. (Foto: Martina Kocik)



Drei Vorsitzende aus dem Münsterland: Manfred Döpper, Vorgänger Andreas K. Bittner und Vor-Vorgänger Peter Wolter (v.l.)



Handshake: Andreas K. Bittner mit Stellvertreterin Birgitt Oeser, die bereits im letzten Jahr im Amt bestätigt worden war (Foto: Martina Kocik)



Justus Efing (Mitgliederservice) prüft die Stimmberechtigung (Foto: Andreas K. Bittner)



Die Mitgliederversammlung im Vereinsleben: Brot und Satzung. (Foto: Peter Wolter)



Jahrzehntelanges Engagement für Kreisverband und Infoladen: v.l. Renate Lepkowski, Peter Wolter (als Laudator), Luise Heynck, Werner Ringkamp, Elisabeth Pöhler und der scheidende Vorsitzende Andreas K. Bittner. Durch den Hintergrund huscht Klaus Benning. (Foto: Martina Kocik)



Peter Wolter (Laudator) ehrt das Kernteam des Infoladens: (v.l.) Renate Lepkowski, Luise Heynck, Werner Ringkamp und Elisabeth Pöhler (Foto: Martina Kocik)



Harmonisch: Der alte geschäftsführende Vorstand (v.l.): Schatzmeister Jürgen Hupe, Andreas K. Bittner und seine Stellvertreterin Birgitt Oeser (mit OG-Ansprechpartner Lux van der Zee, sitzend) (Foto: Martina Kocik)



Rad.Tat?Hui! Silvia Müller, neugewählte Fachgruppensprecherin ("Fahrradkultur") in ehrenamtlicher Aktion (Foto: Andreas K. Bittner)



Manfred Döpper (l.) aus Lüdinghausen übernimmt Staffelstab und Mikrofon von Andreas K. Bittner (Foto: Martinas Kocik)


Wie jedes Jahr im März und wie seit einigen Jahren im Bürgerhaus Bennohaus fand auch am 9. März 2020 die jährliche Mitgliederversammlung der ADFC Kreisverband Münsterland statt. Corona warf zwar schon seine langen Schatten voraus, aber noch konnte das höchste Vereinsgremium seine jährliche Sitzung abhalten. Es gab einige personelle Veränderungen – vor allem wurde mit Manfred Döpper ein neuer Vorsitzender gewählt. Übrigens der erste, der nicht aus der Fahrradstadt Münster kommt.

 

Knapp sechzig stimmberechtigte Mitglieder fanden sich am Montagabend (9. März) im Bennohaus in Klein-Muffi am Dortmund-Ems-Kanal ein. In den letzten vier Jahren haben sich einige Dinge im Kreisverband verändert; die Maßnahme, die Sitzung nicht mehr an einem Sonntagnachmittag, sondern an einem Montagabend durchzuführen, erwies sich wieder einmal als sinnvoll. Bei über 4.300 Mitgliedern im gesamten Münsterland könnte sich die Teilnahmequote aber durchaus noch verbessern.

Die 2. Vorsitzende, Birgitt Oeser eröffnete die Sitzung exakt um 18:40 Uhr und schlug Andreas K. Bittner, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr als Vorsitzender kandidierte, zum Versammlungsleiter vor. Er wurde einstimmig gewählt und führte die Sitzung in bewährter Manier bis zum späten Ende um 22:10 Uhr.

Nachdem die üblichen vereinsrechtlichen Präliminarien – Wahl des Protokollführers, Beschlussfassung der Tagesordnung und die Feststellung der Stimmberechtigung – durchgeführt waren, berichteten der Vorstand, einzelne Fachgruppen sowie die Kassenprüferïnnen über Aktivitäten und Finanzen im abgelaufenen Berichtsjahr 2019. Andreas K. Bittner, der vor vier Jahren den Vorsitz von Peter Wolter übernommen hatte, hielt eine bewegende Rede, die zugleich Kritik für die zurückliegenden Jahre, aber auch Weckruf für die zukünftige Arbeit des Kreisverbandes sein sollte.

Er wies auf die veränderten gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen hin und was diese für den ADFC, wenn er denn weiterhin so präsent sein möchte wie bislang, bedeutet. Stichworte waren Generationswechsel, Geschlechtergerechtigkeit, Vielfalt sowie Öffnung für neue Gruppen und Ideen. Kurzum: Experimentierfreude. Er schlug einen Bogen von der (zu verbessernden) Präsenz in den sozialen Medien – aktuell betreibt der ADFC Münsterland nur diese Website und ein Twitter-Account – bis hin zur Organisation des Kreisverbandes für die Zukunft.

Angesprochen wurden auch inhärente Probleme der Ehrenamtlichkeit. Die vielfältigen Aufgaben eines Kreisverbandes mit über 4.350 Mitgliedern sind von wenigen ehrenamtlich Aktiven in Zukunft kaum mehr zu bewältigen. Wie auch in anderen Vereinen und Organisationen, sind die meisten Aufgaben auf nur wenige Schultern verteilt. Das dieses bisweilen zu Frustration bei den wenigen, aber sehr engagierten Aktiven führt, ist mehr als verständlich. Dass jedes „Amt“ im Kreisverband eigentlich doppelt besetzt sein sollte, ist kluge Notwendigkeit, bleibt aber wohl eher ein frommer Wunsch.

Andreas bekam für seine sehr engagiert vorgetragene Rede zu Recht großen Beifall und signalisierte, dass er dem ADFC Münsterland weiter als aktiv Engagierter erhalten bleibt. Da die Kassenprüferïnnen Martina Kocik und Bernhard Lauhoff dem Schatzmeister Jürgen Hupe eine vorbildliche Kassenführung und dem gesamten Vorstand für das Jahr 2019 eine tadellose Arbeit bescheinigten, wurde der gesamte Vorstand auf Antrag entlastet.

Turnusgemäß wurden dann Wahlen durchgeführt. Bis auf den neuen ersten Vorsitzenden Manfred Döpper aus Lüdinghausen sah man hier überwiegend altbekannte Gesichter. Manfred ist eines der Mitglieder, die schon sehr früh in die Ortsgruppe Lüdinghausen (die im letzten Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feierte) eingetreten sind. Der Unternehmer (Licht und elektrische Anlagen) wird in wenigen Wochen aus dem aktiven Berufsleben scheiden und sich einen langgehegten Wunsch erfüllen. Mit dem Fahrrad nach Griechenland! Er wurde gleich gefragt, ob er im Herbst einen Vortrag beim von Klaus Benning und Ludger Brinkmann revitalisierten Clubabend halten möchte. So bat er bei der Beurteilung seiner Vorstandsarbeit um ein wenig Geduld. „Normalerweise zieht man ja nach 100 Tagen die erstmals Bilanz, aber lasst mich erst aus Griechenland zurückkehren.“

Manfred wird am 16. März die konstituierende Sitzung des neuen Kreisvorstands leiten. Seine Stellvertreterin Birgitt Oeser, die bereits im letzten Jahr für zwei Jahre im Amt bestätigt worden war, stehen ihm dabei ebenso zur Seite, wie der wiedergewählte erfahrene Schatzmeister Jürgen Hupe.

Besonders erwähnenswert ist noch die Gründung einer neuen „Fachgruppe Fahrradkultur“ (Codename: RadTatHui). Hier wollen engagierte junge ADFC-Mitglieder mit vielen Aktionen das Fahrrad und den Spaß an nachhaltiger, urbane Mobilität mehr in den gesellschaftlichen Fokus rücken. Silvia Müller und Nikolai Wystrychowski (bekannt von der Schokofahrt) vertreten diese Gruppe künftig im Vorstand. Da einige altgediente Kräfte der „Fachgruppe Infoladen“ verabschiedet wurden, fand sich hier leider kein Kandidatïnnen für den Beisitz. Dennoch hat Peter Wolter eine Kerntruppe für den Beratungstermin am Samstagvormittag gefunden. Wie gehabt, wird auch am jeweils zweiten Samstag im Monat der beliebte Termin zur Rahmencodierung (10-12 Uhr) weiterhin angeboten.

Die Sitzung endete mit einem interessanten Vortrag von Hans-Günter Ockenfels, Mitglied der Fachgruppe Radverkehr, über gelungene Infrastrukturmaßnahmen am Beispiel von Shared Space-Modellen. Konkret kritisierte er den geplanten Ausbau der Eschstraße in Münster-Wolbeck und die Verteilerstraße in Roxel. Auch Ockenfels und der neu gewählte Fachgruppensprecher Thorsten Knölke wünschten sich mehr verkehrspolitisch engagierte Mitglieder.

Der alte und der neue Vorsitzenden sind sich einig: „Es kommen spannende Zeiten auf den Kreisverband zu“, sagten  Andreas K. Bittner und Manfred Döpper einhellig. „Es werden sich sicherlich einige Gewichte verschieben, wenn der Vorsitzende nicht mehr, wie bislang gewohnt, aus Münster kommt“, ergänzte Bittner.

Stefan Lange, Geschäftsführer der Radstation und frisch gekürter Vize-Europameister der Zweiradberufe, kam mit Mitarbeiter André Golnat als Gast zu Mitgliederversammlung.Der ADFC Münsterland wurde am 15. Dezember 1987 in der Schillerstraße (Münster) von wenig mehr als 100 Aktiven gegründet. Inzwischen organisiert er mehr als 4.350 Mitglieder in den vier Münsterlandkreisen – Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf – und der Stadt Münster in 28 Ortsgruppen (bewährter Ansprechpartner bleibt Lux van der Zee). Das Radtourenprogramm ist eines der umfangreichsten im gesamten Fahrradclub. Neben zahlreichen Aktivitäten betreibt der ADFC Münsterland auch eine eigene Radfahrschule und die Radstation in den Münster Arkaden.

Kurzum: auf Mitgliederversammlung zeigte sich ein vitaler Kreisverband mit engagierten Aktiven. Es gibt noch Potenzial für das Fahrrad und seine Fans im Münsterland.


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