Sieben Städte - drei Kanäle am 7. Juli 2019

Das Wetter war gerade angenehm warm, als wir mit 22 Radlern die vorwiegend flache Tour starteten. Zur Einstimmung fuhren wir durch Ickern, den Kattenstätter Busch und umkurvten anschließend das neue EON-Kraftwerk, welches seit vielen Jahren wegen fehlender Betriebsgenehmigung "rumsteht". Als EON uns wieder an den Kanal ließ, setzten wir unsere Fahrt am nordwestlichen Ufer des Rhein-Herne-Kanals fort und erreichten bald das Kanalkreuz von Datteln welches als größter Kanalknotenpunkt der Welt gilt. Hier treffen Datteln-Hamm-, Rhein-Herne-, Wesel-Datteln- und Dortmund-Ems-Kanal aufeinander. Wir blieben auf der gewählten Uferseite und wurden Begleiter des Wesel-Datteln-Kanals. Vorbei an der Ahsener und der Flaesheimer Schleuse erreichten wir die Marina Flaesheim. Ein Bistro mit rustikalem Außenbereich und Blick aufs Wasser lud uns zu einer längeren Rast ein. Nach einer ausgiebigen Stärkung verließen wir die Marina. Überwiegend dichter Wald verriet: Wir waren in der Haard einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete des Ruhrgebiets.  Am Ende der Haard-Durchquerung waren wir in Oer-Erkenschwick und machten auf den nächsten Kilometern einen großen Bogen um Recklinghausen. Im Zickzack fuhren wir auf grünen Wegen, genossen den Blick auf Forst und Landwirtschaft, streiften Speckhorn und Scherlebeck, um dann kurz vor Disteln auf eine ehemalige Bahntrasse zu stoßen, die zu einem nahezu perfekten Radweg ausgebaut wurde. Wo früher schwere Züge dampften rollten wir nun entspannt bis zum Zukunftsstandort Zeche Ewald und dem Ewald-Café. Bei Kaffee und Kuchen ließ wir es uns noch einmal richtig gut gehen. Nach der Pause umkurvten wir die Halde Hoheward bis zur Drachenbrücke. Vorbei an der ehemaligen Zeche Recklinghausen ging es anschließend  weiter an der Emscher entlang. Nach ca. 2,5 km verließen wir sie und besuchten Schloss Strünkede in Herne. Anschließend begleitete uns der Rhein-Herne-Kanal auf dem Weg zurück zum Bahnhof Rauxel.

Text: Karlheinz Armellini

Nach Olfen zu den Steverauen am 16. Juni 2019

Mit 28 Teilnehmern radelten wir am „Dattelner Meer“ vorbei und entlang der „Alten Fahrt“ bis nach Olfen zu den Steverauen. Dort erwartete uns eine Führung per Rad über den 8 km lange Steverauenweg.  

Im Verlauf der Führung konnten wir auf ca. 100 ha Natur pur blicken, die sich Jahr für Jahr mehr und mehr in eine ursprüngliche Auenlandschaft verwandelt. Ein Storchenpaar mit vier Jungvögel konnten wir in ihrem Horst beobachten. Aber auch Eisvögel, Wildgänse, Fischreiher, Fischotter und zahlreiche Kleintiere und Insekten haben inzwischen die Auen für sich entdeckt. Auf dem Rundweg sahen wir halbwilde Herden, Heckrinder, Konikpferde und französische Poitou-Riesenesel wie sie friedlich grasend durch die Auen ziehen.

Außer Flora und Fauna stand auch historisches auf dem Plan: die Gaststätte Füchtelner Mühle – ehemals ein bedeutender Müllersitz dessen Geschichte 700 Jahre zurück reicht. Ein weiteres Highlite war die, im Jahre 1894 über die „Alte Fahrt gebaute, Bogenbrücke. 

 

Nach all diesen interessanten Sehenswürdigkeiten kam uns eine Rast im Kökelsumer Bauern Café sehr gelegen. Nach Kaffee und Kuchen konnten wir entspannt die Heimreise antreten. Jedoch wegen eines 3-facher Plattfußes und einer ungewollten Irrfahrt (wir hatten uns verfranst) dauerte die Heimreise durch die Haard deutlich länger als geplant. Für die Irrfahrt entschuldigt sich der Tourenführer.

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Denkmaltour in Castrop-Rauxel am 1. Juni 2019

 
 
 

Man braucht nicht in der Welt herumzutingeln, um nach Zeitzeugen unserer geschichtlichen und kulturellen Vergangenheit zu suchen. Auch unsere Heimatstadt besitzt eine Reihe von Denkmälern, die nicht nur unsere geschichtliche Vergangenheit bewahren, sondern uns auch Anregungen für unser tägliches Handeln mit Blick auf die Zukunft geben können.  

Urkundlich lässt sich unsere Heimatstadt auf das Jahr 834 zurückführen. Das ist nahezu 1.200 Jahre her. Tatsächlich haben hier an der Emscher schon im 2. Jhd. Menschen gelebt, wie archäologische Ausgrabungen bei der Erstellung des Regenrückhaltebeckens in Ickern ergeben haben. Wir wissen aber auch, dass sich die Römer hier schon sehr früh bewegt haben.

Erradelt haben heute 9 „Heimatforscher“ einige Denkmäler. Da wäre zunächst die ehemalige“ Burganlage Bladenhorst“ zu nennen, ein Wasserschloss, das in seiner heutigen Form im Stil der Spätrenaissance von 1530 bis 1580 erbaut wurde, aber schon aus dem 13. Jhd. stammt. Grabplatten aus Sandstein, u.a. von Philipp von Viermundt, dem Erbauer des Schlosses, haben auf dem Waldfriedhof Bladenhorst einen würdevollen Platz erhalten. Die Schlossanlage wird heute mit Wohnungen privatwirtschaftlich  genutzt und ist Ort für Veranstaltungen.

Lange hatte man nach den unauffindbaren Resten des aus dem 13. Jhd. stammenden „Haus Henrichenburg“ gesucht, das 1787 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, bis 1994 Bauarbeiter auf Reste der einstigen Wasserburg stießen und dabei sogar Meißener und wertvolles chinesisches Porzellan fanden, handbemalt und rd. 300 Jahre alt. Heute wird das Gelände mit Hecken und Pflasterungen als „Landschaftsarchäologischer Park Henrichenburg“ erhalten.

Die 250 Jahre „Alte Eiche“ in Habinghorst  in Emschernähe ist ein auf jeden Fall erhaltenswertes Erbe, das uns die Natur geschenkt und überliefert hat und nicht wirtschaftlichen Interessen geopfert werden darf.

In Ickern gab es Einiges zu sehen. Die „Antonius-Kirche“ am von Heier 2001 neu gestalteten Marktplatz. Der expressionistische, moderne Kirchenbau wurde in den Jahren 1922 bis 1925 von Alfred Fischer, Direktor der Folkwangschule Essen, entworfen, ebenso  die nebenan liegende „Marktschule“ im Jahre 1926.

Der „Gedenkstein Hugo Paulikat“, gestaltet vom heimischen Paul Reding, erinnert an den langjährigen Bürgermeister der Stadt und Ickerner Ratsmitglied.

Am neu gestalteten „Ickerner Knotenpunkt“ liegt das AWO-Seniorenzentrum, das 100 Senioren ein altersgerechtes Wohnen ermöglicht. Die  „Stickstoffsäule“ und weitere Plastiken erinnern an die ehemalige Bergbau- und Chemie-Industrie.

Im Jahre 1866 wurde durch den Iren Thomas Mulvany mit den Abteufarbeiten auf der Zeche Erin begonnen. 1983 wurde die Zeche stillgelegt. Heute haben sich  auf dem ehemaligen Betriebsgelände, im „Erin-Park“, zahlreiche moderne Mittelstandsbetriebe angesiedelt. Bei den Sanierungsarbeiten gab es bedeutende archäologische Funde, die sich heute im Museum in Münster befinden.

Die Bergarbeitersiedlung „Brecke“ in Obercastrop hat es als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Castrop-Rauxel geschafft. Sie wurde in den Jahren 1920 bis 1922 von der Gelsenkirchener Bergwerks AG errichtet, die das Bemühen um eine Stammbelegschaft bezeugt. Noch heute zeigt sich die Siedlung an einigen Stellen in unverändertem Zustand. Ein anderes Beispiel besonderer Art von Werkssiedlung hatten wir zuvor in Habinghorst mit der „Stahlbausiedlung Am Tweböhmer“ gesehen.

Danach besuchten wir den Stadtgarten mit Gondelteich und dem ehemaligen „Parkbad Süd“ (1992 aus finanziellen Gründen geschlossen), ein beliebtes Ziel für stadtnahe Erholung. Das ehemalige Freibad konnte dank des vom Fotografen Michael Lehmann gegründeten Stadtgartenvereins vom Abriss gerettet werden und ist heute eine gefragte Kultur- und Begegnungsstätte mit guter Gastronomie.

Unsere Rundreise führte uns weiter in die Altstadt Castrop. Vorbei am Gedenkstein zur Erinnerung an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft und der alten Feuerwache, heute Bürgerhaus, erreichten wir den Altstadtmarkt, der seine Form Ende des 19. Jhd. erhalten hat und mit seinen Sandstein-Fassaden aus der Zeit des Jugendstils als einziges Beispiel seiner Art in Westfalen unter Denkmalschutz gestellt ist. Das „Reiterdenkmal“ auf dem Marktplatz wurde 1912 errichtet und erinnert heute an den Reitsport auf der ehemals einzigen Naturhindernisbahn am Schweriner Berg. Neueren Datums ist die „Marktfrau Emma“ an der Einfahrt zum Markt, eine Bronzearbeit aus dem Jahre 1991 von Johanna Erning aus Vreden.

Zum Abschluss richteten wir einen Blick auf die St. Lambertuskirche. Die alte Kirche stammt bereits aus der Mitte des 13. Jhd. und gehört zu einer Gruppe bedeutender spätromanischer Hallenkirchen des mittelalterlichen Westfalens.

Wir waren uns einig: Es gibt noch viel mehr zu entdecken in unserer Heimatstadt. Beispielhaft seien die Sportstätten und Tennishallen genannt, die modernen Gewerbegebiete, die Verkehrsinfrastruktur, Windkrafträder, unsere Städtepartnerschaften, Tiergehege, Schnapsbrennereien, Renaturierung, um nur einige Themen zu benennen.

Text und Bilder: Artur Poppe

Tour „Grüne Acht“ am 26.05.2019

Unsere Heimatstadt Castrop-Rauxel führt den Untertitel „Industriestadt im Grünen“. 13 interessierte Radler haben erkundet, wieviel „grün“ drin steckt.

Zunächst haben wir den südlichen Teil der „Acht“ erradelt. Viel landschaftliches Grün haben wir erlebt, aber deutlich waren auch die bergigen Ausläufer des Sauerlandes zu spüren. Für E-Biker aber kein Problem. Alpakas konnten wir unterwegs begrüßen, die aus den südamerikanischen Anden stammende Kamelform, die hier sehr beliebt ist. Warum auch immer!

„Absoluter Höhepunkt“ war die Bergehalde Schwerin mit ihrer Sonnenuhr, die uns einen weiten Rundblick in alle Himmelsrichtungen bot.

Danach ging es in Richtung flaches Münsterland weiter. Wir passierten Haus Dorloh, den Brunosee und das Regenrückhaltebecken an der Ickerner Stadtgrenze, bis wir schließlich zur wohlverdienten Rast in der Ickerner Loburg einkehrten.

Danach bestimmten Wasserläufe die weitere Route: Dortmund-Ems-Kanal, Hebewerke und Schleusen in Henrichenburg, Rhein-Herne-Kanal und Emscher. Vorbei am historischen Schloß Bladenhorst erreichten wir schließlich wieder unseren Start-/Zielpunkt am Hbf Castrop-Rauxel.

Fazit: Immer noch genug grün und wie immer wichtig: Wetter ok und keine Probleme!

Text: Artur Poppe   Bilder: Artur Poppe, Michael Knepper

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