Aktuelles aus Mönchengladbach

TransVennCargo

30.12.18
Kategorie: Mönchengladbach, Radreisen

So entspannt kann Fahrradfahren sein


Das Lastenrad als Familienreisemobil

Einmal den Vennbahnradweg fahren, mit Baby, Kleinkind und Zelt. Die perfekte Aufgabe für ein Lastenrad.

Durch das Mietlastenrad des ADFC-Mönchengladbach waren meine Familie und ich im letzten Jahr auf den Lastenradgeschmack gekommen. Einige Male hatten wir uns im vergangenen Jahr das Lastenrad an der Radstation ausgeliehen und gemeinsame Radtouren im Umland von Mönchengladbach gemacht. Der Wunsch nach so einem Gefährt wuchs. Nun sollte noch die Reisetauglichkeit geprüft werden.

Die www.outdoorseite.de, an der ein Freund mitarbeitet, lud zur vierten TransVennCargo ein, eine Reise über den Vennbahnradweg mit dem Lastenrad. Was vor vier Jahren mit einer Tour mit zwei Lastenrädern und an einem Tag begann (damals von der WDR Lokalzeit begleitet), hatte sich zu einer familienfreundlichen Lastenradtour mit 21 Rädern und 27 Teilnehmern gemausert. Die 125 km von Troisvierges nach Aachen wurden aber schon bei der zweiten TransVennCargo in zwei Etappen geradelt. Übernachtet werden sollte im Zelt. Wer kein Lastenrad hatte, konnte über www.outdoorseite.de eines leihen. Das Bakfiets des ADFC hatte den Kindertest im Jahr zuvor schon bestanden und schien uns aufgrund des Elektroantriebes sehr geeignet. Als zweites E-Lastenrad besorgten wir uns ein Testrad eines Mönchengladbacher Fahrradhändlers.

Nun mussten Kinder und Gepäck verteilt werden. Die Kinder kamen zur Mama in die Bakfiets. Die Große auf die Sitzbank, für den Kleinen, damals sechs Monate alt, wurde die Babyschale aus dem Anhänger in der Bakfiets verzurrt. Das Gepäck fuhr bei mir mit. Und das war nicht wenig: Viermannzelt, vier Schlafsäcke, drei dicke Isomatten, Kleidung, Waschzeug und Verpflegung für vier und Pampers für zwei, da kommt einiges zusammen. Wir waren schon erstaunt, dass wir sogar noch etwas Spielzeug mitnehmen konnten.


Vollbepackt!

Die Anreise nach Aachen erfolgte per Bahn, wo die Räder und das Gepäck auf einen LKW verladen und nach Troisvierges gefahren wurden. Die erste und vielleicht schwerste Hürde der Reise waren die Treppen im Bahnhof. Treppen? Ja, beide Räder waren für den Fahrstuhl ein bisschen zu lang. Gott sei Dank fanden sich schnell hilfsbereite Menschen, die uns sowohl in Mönchengladbach als auch in Aachen tragen halfen.

Von Aachen ging es mit der Bahn weiter. Auf dem Campingplatz angekommen, gab es einen gemütlichen Abend zum Kennenlernen, Pizzaessen, Fachsimpeln und Ausprobieren der unterschiedlichen Gefährte (es waren immerhin Lastenräder von neun verschiedenen Herstellern vertreten).

Am nächsten Tag folgte die erste Etappe. Über den Vennbahnradweg braucht man nicht viele Worte verlieren, der wunderschöne Radweg über die alte Eisenbahntrasse wurde in der RaN vor wenigen Ausgaben bereits beschrieben. Die 45 km bis Amel führten durch welliges Terrain durch die herrliche Eifellandschaft, und dank elektrischer Unterstützung war das Befahren kein Problem. Man merkte allerdings schon das Gewicht, weniger in den Beinen als vielmehr am Akku, den wir zur Sicherheit bei einer Pause kurz zwischenluden. Die Kinder fühlten sich wohl. Es gab viel zu sehen, man konnte mit der Mama quatschen, und der Mittagsschlaf fand einfach im Fahrrad statt. Das Gewitter, das glücklicherweise erst unmittelbar bei der Ankunft auf dem Bauernhof (dem Ziel der ersten Etappe) losbrach, zeigte uns allerdings auch, dass ein Regenverdeck für die Kinder keine schlechte Idee ist. Gott sei Dank standen wir schon in der Scheune, als es wie aus Kübeln goss. Die Nacht im Zelt wurde von leichtem Regentrommeln begleitet.

Der zweite Tag sah zwar mit 80 km eine deutlich längere Etappe vor, diese führte aber über weite Strecken bergab. Das Wetter spielte wieder mit. Eine der Pausen versüßten die Eltern eines Teilnehmers mit Kaffee und Kuchen, und so rollten wir glücklich am Pfingstmontag Abend in Aachen ein.

TransVennCargo fünf, wir kommen wieder! Vielleicht ja sogar mit eigenem Lastenrad.


Die nächste TransVennCargo findet vom 8.6. - 10.6.2019 (Pfingsten) statt. Informationen zur Anmeldung erscheinen demnächst hier.

Borgard Färber

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