Aktuelles aus Mönchengladbach

Straße des Grauens

01.06.20
Kategorie: Mönchengladbach, Verkehr, Aktuelles

Bismarckstraße Mönchengladbach-City

„Straße des Grauens“, so hat der Mönchengladbacher Planungsdezernent Dr. Gregor Bonin dieBismarckstraße während einer öffentlichen Veranstaltung im letzten Jahr genannt. Geändert hater an der für Fahrradfahrer unerträgliche Situation bis heute nichts.

Täglich fahren über 30.000 Autos über die Bismarckstraße. Bei dem Großteil handelt es sich um reinen Durchgangsverkehr. Für den Radverkehr gibt es hier leider kein Angebot, noch nicht einmal einen Schutzstreifen. Die wenigen mutigen Fahrradfahrer, die sich dennoch trauen mit dem fließenden Verkehr zu fahren, riskieren hierbei täglich ihr Leben.

Aus diesem Grund fahren die meisten (unsicheren) Radfahrer auch auf dem Gehweg, was natürlich nicht erlaubt ist und zu vielen Konflikten mit Fußgängern und den ansässigen Geschäftsinhabern führt. Auch die Mönchengladbacher Polizei kennt das Problem und versucht es durch verstärkte Kontrollen der Gehweg-Radler zu lösen.


So sieht es tagtgäglich auf der Bismarckstraße aus ...

Wir wollten auf dieses Problem aufmerksam machen und veranstalteten aus diesem Grund am 20. September letzten Jahres eine Aktion auf der Bismarckstraße. Auf ca. 200 Metern wurde eine Protected Bike Lane errichtet und eine Stunde lang während des Berufsverkehrs von Fahrradfahrern befahren.

Die Teilnehmer (u. a. Familien mit Kindern) konnten erstmals testen, wie es sich anfühlt, sicher mit dem Fahrrad auf der Bismarckstraße zu fahren. Zufällig vorbeifahrende Fahrradfahrer konnten ihr Glück kaum fassen, entschieden sich am Ende der Protected Bike Lane dann ihren weiteren Weg wieder auf dem Gehweg fortzusetzen.


... und so könnte der Radverkehr auf der Bismarckstraße aussehen

Ein anschließendes Gespräch mit allen Fraktionen des Mönchengladbacher Stadtrats und eine Anfrage an den Planungs- und Bauausschuss ergaben leider ein nüchternes Bild. Sowohl die CDU-Fraktion als auch die SPD-Fraktion sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Verkehrssituation auf der Bismarckstraße demnächst ändern wird. Zukünftig werden im Bereich Steinmetzstraße / Kreuzung Bismarckstraße weitere Abbiegespuren in Richtung des Minto eingerichtet. Dies führt dazu, dass in beide Richtungen nur noch eine Geradeausspur existieren wird. Politik und Planer erwarten, dass der Durchgangsverkehr dann abnehmen und sich seinen Weg über den neuen Nordring bzw. die Hermann-Piecq-Anlage und Fliethstraße suchen wird.

Wir gehen allerdings davon aus, dass die Situation für den Radverkehr dadurch noch gefährlicher wird. Bei nur noch einer Geradeausspur wird der Überholabstand zum Radfahrer noch geringer, zumal der gesetzlich vorgeschriebene Abstand von mindestens 1,5 Meter häufig nicht eingehalten wird. Hierdurch werden weitere unnötige Konflikte zwischen Fahrrad- und Autofahrer provoziert und die meisten Fahrradfahrer werden dann wohl doch wieder auf dem Gehweg fahren.

Da unserer Forderung nach einem sicheren Angebot für den Radverkehr nicht nachgekommen wurde und Fahrradfahrer und E-Scooter Fahrer somit weiter auf der viel befahrenen Straße fahren müssen, werden wir weiter den Dialog mit der Politik suchen und durch Aktionen auf die Problematik aufmerksam machen.










Dirk Rheydt

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