Aktuelles aus Mönchengladbach

Falschparken bis der Arzt kommt

15.04.17
Kategorie: Mönchengladbach, Verkehr

Rad- und Gehwegparken in Mönchengladbach. Leider keine Besserung in Sicht. Städtischer Dezernent ruft Bürger auf, Falschparker zu melden.

Wir erinnern uns. 2016 forderte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners stärkere Kontrollen von Rad- und Gehwegparkern. Mit gezielten Aktionen sollte das Ordnungsamt für mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit insbesondere bei blockierten Radwegen sorgen. Dazu soll es über das Jahr verteilte Schwerpunktkontrollen in besonders neuralgischen Straßenzügen geben.

Der ADFC nannte 15 Stellen an Ordnungsamt und Polizei, wo besonders häufig auf Rad- und Gehwegen geparkt wird (z. B. Sparkassen, Pizzerien, Kiosks). Außerdem wurde ein Flyer entworfen, der die Autofahrer auf die Problematik hinweist. Die Flyer wurden über Mönchengladbacher Fahrradfahrer an Falschparker verteilt.

Außerdem wurde die Öffentlichkeit über die Presse auf die Problematik hingewiesen. Die Aktion wurde im September/Oktober letzten Jahres parallel zum gerade stattfindenden STADTRADELN durchgeführt. Laut Auskunft der Stadt wurden in diesem Zeitraum 204 Verwarnungen wegen Halten und Parken auf Rad- und
Gehwegen ausgesprochen. Es kam zudem zu zwei Abschleppmaßnahmen. Im Vergleichszeitraum September und Oktober 2015 wurden 190 Verwarnungen ausgesprochen und keine Abschleppmaßnahmen durchgeführt. Somit ergibt sich für den Aktionszeitraum eine Fallsteigerung von rund 7 % gegenüber dem Betrachtungszeitraum des Vorjahres.


Nach gut einem Jahr zieht der ADFC Bilanz, und die fällt ernüchternd aus. Es ist nicht besser geworden. Vielleicht liegt es ja daran, dass die mags (Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe) entschieden hat, alle Poller im Stadtgebiet abzubauen. Dies soll das Stadtbild aufwerten und die Reinigungsarbeiten der mags vereinfachen. Die Argumente sind nachvollziehbar. Allerdings ist das auch ein Freibrief zum Parken auf Rad- und Gehwegen. Die Politik sieht das Ordnungsamt in der Pflicht, parallel zum Abbau der Poller die Kontrollen von Rad- und Gehwegparkern auszuweiten. Zudem hat die Politik im
Dezember 2016 beschlossen, mehr Mitarbeiter in der Verkehrsraumüberwachung einzusetzen.

Da das Ordnungsamt aber nicht immer überall sein kann, bat Matthias Engel (SPD), Personal- und Ordnungsdezernent der Stadt Mönchengladbach in einem Interview der Rheinischen Post vom 31.10.2016 die Bürger darum, Fotos von Falschparkern zu machen und an das Ordnungsamt zu senden.

Diesem Aufruf folgen wir gerne und weisen auf die Wegeheld-App hin, mit der man schnell und einfach eine formal korrekte Anzeige an das Ordnungsamt erstellen kann. Wir werden den Umgang mit der App in einem Workshops am 18. April (iOS) und 16. Mai (Android) vorstellen. Interessierte sind herzlichst eingeladen, daran teilzunehmen. 


Offensichtlich fühlen sich einige Autofahrer immer noch sehr sicher, beim Falschparken in unserer Stadt nicht erwischt zu werden. Dies können wir nur ändern, wenn wir den Druck weiter erhöhen und jeden Verstoß melden. Daher bitten wir darum, jeden Rad- und Gehwegparker an das Ordnungsamt zu melden.


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