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Vorsicht Fahrrad-Unfall!

27.02.20
Kategorie: RheinBerg-Oberberg

 

Jahresunfallstatistik 2019 der Kreispolizeibehörde RBK      

 

Diesen Monat veröffentlichte die Kreispolizeibehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises die „Jahresunfallstatistik 2019“. Laut Statistik ist die Zahl der verunglückten Radfahrer*innen deutlich gesunken. 2019 wurden 183 Fahrradunfälle gemeldet, während es im Vorjahr 231 waren. Das entspricht einem Rückgang von rund 30 Prozent.

 

Bei Pedelecfahrenden stieg die Anzahl 2019 dagegen auf 41 gegenüber 34 im Vorjahr.

Die meisten Unfälle mit Fahrrad- und Pedelecfahrer*innen ereigneten sich in Bergisch Gladbach (96). Die Polizei führt dies auf die hohe Verkehrsdichte im Vergleich zum ländlichen Raum zurück.

 

Bei 16 der 41 Unfälle handelt es sich um sogenannte „Alleinunfälle“, d. h. ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer bzw. Fremdeinwirkung. Schlaglöcher, Hindernisse, Bordsteinkanten etc. bleiben bei der Betrachtung der Unfallursache unberücksichtigt. Dabei sind es neben Fahrfehlern oft schlechte Wegverhältnisse, die zu Stürzen führen.

 

Die Dunkelziffer, d. h. Unfälle, die nicht gemeldet wurden, sondern unter den Beteiligten geregelt wurden, ist jedoch wesentlich höher, fließt aber nicht in diese Statistik ein.

 

Präventionsmaßnahmen

Rad- und Pedelecfahrer*innen zählen zu den „schwachen Verkehrsteilnehmern“. Kommt es zu einem Unfall, ist die Wahrscheinlichkeit einer schweren Verletzung verhältnismäßig hoch. Bei älteren Menschen, die vorzugsweise mit dem Pedelec unterwegs sind, ist das Verletzungsrisiko höher als bei jüngeren Menschen.

Die Kreispolizeibehörde hat 2019 in Kooperation mit der Stadt Bergisch Gladbach und dem ADFC verschiedene Pedelec-Trainings für Seniorinnen und Senioren durchgeführt. Andere Städte im Kreisgebiet haben ebenfalls Interesse an derartigen Schulungen bekundet. Darüber hinaus fand an 4 Tagen während der Sommerferien am Panorama-Radweg Balkantrassen/Bergischen Panorama-Radweg die jährliche Aktion von Polizei und Verkehrswacht „Gemeinsam auf der Trasse, aber sicher“ (wir berichteten) statt.

 

Verbesserung der Infrastruktur gefordert
Neben Prävention ist aber vor allem die grundlegende Verbesserung der Rad-Infrastruktur erforderlich, d. h. Radfahrenden müssen lückenlose sichere Wege angeboten werden. Schäden in Fuß- und Radwegen müssen zeitnah beseitigt und nicht nur notdürftig geflickt und mit Verkehrszeichen gekennzeichnet werden. Beleuchtung von Radwegen und Winterdienst sollten selbstverständlich sein.

2019 waren im Rheinisch-Bergischen Kreis 283.455 Einwohner gemeldet. Die Anzahl der Kraftfahrzeuge betrug 209.889, davon 178.601 Pkw. Dieser hohe Motorisierungsgrad bedingt, dass Radfahrer*innen endlich als vollwertige Verkehrsteilnehmer anerkannt werden müssen – mit gleichen Rechten, aber auch Pflichten.

RBK Radunfälle (Verunglückte mitPersonenschaden)





Jahr 2019
Kommune Einwohner Radfahrer Gesamt Davon Pedelec Radfahrer je 1000 Einw.
Bergisch Gladbach 111.966 96 13 0,86
Kürten 19.768 7 2 0,35
Odenthal 15.020 13 4 0,87
Overath 27.040 13 4 0,48
Rösrath 28.693 34 3 1,18
Burscheid 18.172 20 4 1,10
Leichlingen 28.031 18 4 0,64
Wermelskirchen 34.765 23 7 0,66
RBK gesamt 283.455 224 41 0,79

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