Stöckerberg-Trasse muss jetzt projektiert werden!

Keine bessere Busverbindung in die Kohlfurt in Sicht

13.12.2019
Nach der Absage der Wuppertaler Stadtwerke an einen Ausbau der Buslinie CE (City-Express) 64, muss in Solingen der Fokus auf einen guten Radweg zur Kohlfurth gelegt werden. Laut Medienberichten rechtfertige das aktuelle Fahrgastaufkommen keine Verbesserung auf der Linie, so der Sprecher der Wuppertaler Stadtwerke. Um eine Verbesserung zu erreichen, sollte daher der Ausbau der alten Straßenbahntrasse zu einem Radweg vorrangiges Ziel sein. Der nächste Schritt ist eine Machbarkeitsstudie, deren Erstellung der Runde Tisch und der ADFC Solingen anmahnen.

Schon jetzt sind die Straßen, die aus der Kohlfurth ins Solinger Stadtzentrum führen, während des Berufsverkehrs vollkommen überlastet. Ein abseits des Individualverkehrs geführter Radweg mit mäßigen Steigungen, wie sie die alte Trasse bietet, wird hier nach unserer Überzeugung Entlastung schaffen, bei der Entwicklung des Gewerbegebiets Stöcken 17 helfen, Autoverkehr dorthin zu vermeiden und in Zeiten der propagierten Verkehrswende Alternativen zum Auto schaffen. Insbesondere der anhaltende und sich verstärkende Trend zu pedelecs und Ebikes, mit denen auch weitere Strecken (10km und mehr) schweißfrei absolvierbar sind, unterstreicht die Bedeutung solcher Projekte.

Die alte Trasse führt von der Kohlfurt an der Fleußmühle, dem Schrodtberg und dem ehemaligen Rasspe-Areal vorbei und unterquert in einem Tunnel die Hasselstraße. Weiter geht die Trasse auf der anderen Seite des Tunnels an der Margaretenstraße und endet an der Cronenberger Straße. Dort kann der Radweg mit der Korkenzieher-Trasse verknüpft werden. Weil Straßenbahnen nur wenige Prozent Steigung bewältigen konnten, waren deren Trassen weit weniger steil als die benachbarten Straßen. Vor 50 Jahren wurde die Strecke stillgelegt. Sie ist bis heute weitgehend erhalten, so dass diese Route für einen Radweg prädestiniert ist.

Die Solinger Initiative „Neue Wege Solingen“ hat sich die Reaktivierung der alten Linie 5 als sogenannte „Bike lane“ zum Ziel gemacht. Mögliche Zielgruppen sind neben Berufspendlern auch Freizeitradler, die zukünftig auf kurzem Weg von der Solinger Innenstadt in die Kohlfurt ans Ufer der Wupper abseits der stark befahrenen Straße kommen und auch die Anwohner. Für sie rücken die S-Bahnhalte der S7 und S1 näher heran und sind per Rad überhaupt erreichbar. Stadtfeste wie Echt.Solingen.Scharf sind damit per Rad erheblich leichter erreichen, wie auch die Gastronomie in Gräfrath/Solingen Innenstadt.
Umgekehrt sind für viele Solinger das Cafe Hubraum, das Strandcafé und die Bergische Museumsbahn stressfrei erreichbar.

Der ADFC und der Runde Tisch Radverkehr unterstützen die Initiative und sehen großes Potenzial in der Trasse.

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