Unfertig

Diese Thematik ist ungeheuer umfassend. Noch ist die Dokumentation unvollständig. Sie wird in den nächsten Tagen weiter wachsen.

Ein paar Anmerkungen aus Sicht des ADFC

Der Umbau des Döppersberg ist das größte und für die Stadt wichtigste Bauprojekt der letzten 20 Jahre. Die Stadt hat bei auswärtigen Besuchern und Bewohnern der umliegenden Regionen ein katastrophales Image. Dieses wird durch den Eindruck bei der Ankunft am zentralsten Platz der Stadt geformt, bestätigt oder zementiert. Die Maßnahme ist daher für die Stadt eminent wichtig. Stillstand wäre hier in Wirklichkeit Rückschritt. Selbst in der katastrophalen Finanzsituation wäre es ein fatales Signal, diesen Umbau nicht in Angriff zu nehmen. Dies gilt aus finanzieller Sicht insbesondere insofern, als die Mittel für das Projekt nicht in andere sinnvolle Maßnahmen umgeleitet werden können.

Für uns unbefriedigend ist aber die Situation des Radverkehrs, die sich nach dem Umbau ergeben wird. Sie wird dem heutigen Anteil von Radverkehr in unserer Stadt vielleicht noch gerecht. Sie lässt aber völlig die Entwicklung außer acht, die sich aus zwei wichtigen Gründen vorhersehen lässt:

1. Die Nordbahn sorgt für einen massiv weiter zunehmenden Radverkehrsanteil in Wuppertal in den nächsten Jahren.

2. Die Entwicklung der Fahrradtechnik mit massiv ansteigendem E-Bike-Anteil bringt sowohl neue Bevölkerungsgruppen als auch Fahrer auf Strecken mit größeren Höhenunterschieden auf's Rad.

Für diese Entwicklung ist aber die Planung des durchführenden Radwegenetzes nicht geeignet. Auch die Abstellanlagen und die Umstiegsmöglichkeiten mit und ohne Fahrrad in die Bahn sind nicht ausreichend dimensioniert. Es ist zu hoffen, dass im laufenden Bauverfahren noch Verbesserungen erreicht werden können und nicht eine für lange Zeit unzureichende Situation hergestellt wird.

Die Baumaßnahme bringt aber erhebliche Belastungen in der rund 7-jährigen Bauphase mit sich. Der Autoverkehr wird in erheblichem Maß beeinträchtigt, auch der ÖPNV läuft im Busverkehr mit Sicherheit nicht reibungslos weiter. Nur Bahn und Schwebebahn werden ungestört durch den Umbau weiterfahren. Die Verkehrsplaner haben ein Konzept für die Verkehrsführung in der Umbauphase entwickelt, dass eine deutliche Verringerung des Individualverkehrs am Döppersberg erreichen soll. Die Nord- Süd- Busse werden in zwei Richtungen über Wall und Südstraße geführt, die B 7 bleibt in Ost-West- Richtung zweispurig passierbar. Haltestellen werden rund um den Döppersberg angeordnet, die Umsteigeverbindungen insbesondere zur Bahn werden aber nur mit längeren Wegen erreichbar sein.

Als Alternative bietet sich natürlich das Fahrrad an. Es nimmt wenig Platz ein und mit ihm ist ein Stau leicht zu umfahren. So wird die Verkehrssituation durch den Umbau den Radverkehrsanteil weiter erhöhen. Radverkehr sollte den Baustellenbereich für Durchgangsverkehr allerdings unbedingt meiden. Nur wer wirklich zum Bahnhof muss, wird sich in diese Verkehrssituation freiwillig hineinbegeben.

Es gibt mit der einzigen Wuppertaler Fahrradstraße, der Luisenstraße, eine logische Ausweichstrecke. Allerdings muss hier dringend etwas für die durchgängige Befahrbarkeit für Radverkehr getan werden. Der ADFC hat aus diesem Grund bereits in der Verkehrsausschusssitzung am 2.12.09 in einem Brief an die Ausschussmitglieder Vorschläge für die Verbesserung der Radverkehrssituation gemacht. Die Aufnahme war freundlich und interessiert, ob dies auch zu konkreter Umsetzung der Vorschläge führt, bleibt abzuwarten.

Der ADFC dokumentiert hier zusammenfassend die politische Diskussion um den Umbau des Döppersberg. Wie hoch die Bedeutung des Radverkehrs für PlanerInnen und PolitikerInnen in Wuppertal ist, soll so jeder objektiv selbst beurteilen können.

Hinweisen möchten wir noch auf die Infoseite des Projekts www.doeppersberg.de .

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