Nordbahn: Die Trasse für Rad- & Draisinenverkehr

Bitte vergessen sie nicht: Das meiste ist noch Zukunftsmusik. Die Nordbahntrasse wird kommen, aber fertiggestellt sind bisher nur 1,6 km.

Zwischen Loh und Ostersbaum kann man seit Juni 2010 das Trassenegfühlm testen. Obwuhl noch ohne großen verkehrlichen Nutzen, ist auf der Strecke immer was los.
Wenige Monate vorher: Der Bahnhof Loh wucherte wie die gesamte Trasse langsam zu und entwickelte Züge einer Mülldeponie
Seit Mai 2010 entstand aber genau in diesem Bereich der erste längere Bauabschnitt. Zum Eröffnungsdatum am 5.6. waren etwa zwei Kilometer zwischen Loh und Ostersbaum fertig.

Allgemeines

Von Vohwinkel bis Oberbarmen erstreckt sich die Nordbahntrasse fast eben nördlich der Zentren von Vohwinkel, Elberfeld und Barmen. Sie liegt immer etwa 20 - 30 m über dem Talniveau. Im Westen entfernt sich die Strecke etwas vom Tal und passiert Nützenberg, Ölberg und Hardt auf der "Rückseite". Dabei werden immer wieder kleinere Seitentäler über- und Höhenrücken unterquert. Im Barmer Teil führt die Strecke wieder deutlich näher ans Tal heran. Die gekreuzten Seitentäler werden breiter und tiefer, dadurch führt die Strecke über mehrere lange Viadukte mit wunderschöner Aussicht. Durch den ständigen Wechsel ändert sich das Landschaftsbild permanent, besonders nach Durchqueren der Tunnel bieten sich immer wieder völlig neue Perspektiven. Die städtische Bebauung besteht meist aus Mehrfamilienhäusern der ersten  Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts. Da sie im 2. Weltkrieg überwiegend unbeschädigt blieben, stellen die Viertel heute meist geschlossene Ensembles dieser Zeit dar. Ab Wichlinghausen steigt die Strecke dann in einem weiten Bogen westlich der A 1 Richtung Nächstebreck an, wechselt zwischen Naturschutz- und Gewerbegebieten und passiert einige kleinere Hofschaften, um dann den nördlichen Höhenrücken und die A 46 im 700 m langen Tunnel Schee zu unterqueren. 

Eins der schönsten Viadukte kreuzt den Steinweg am Alten Markt. Hier führt die Trasse besonders nah ans Zentrum heran

Gerade auch im Winter lohnt die Tour. Durch das ausgedünnte Blätterkleid bieten sich noch mehr spektakuläre Ausblicke als im Sommer.

Unmittelbar angeschlossene Stadtbezirke: Tesche, Lüntenbeck, Varresbeck, Eskesberg, Falkenberg, Nützenberg, Briller Viertel, Katernberg, Nordstadt, Mirke, Uellendahl, Ölberg, Ostersbaum, Hardt, Clausen, Loh, Rott, Sedansberg, Wichlinghausen, Klingelholzberg und Nächstebreck.

Alltagsverkehr

Für den Alltagsverkehr bietet die Nordbahntrasse  eine perfekte Vernetzung von Vohwinkel über Elberfeld und Unter- bis Oberbarmen. Über 40 Zugänge ermöglichen kurze Anbindungen zu allen umliegenden Quartieren. Der 4 m breite asphaltierte Radweg lässt auch mehrspuriges Fahren bei Gegenverkehr zu. Da es zusätzlich noch 2 m Fußweg gibt, sollten sich die Konflikte mit Fußgängern in Grenzen halten.

Wenige Meter am Wichlinghauser Bahnhof zeigen, wie großzügig der Weg einmal wird, Vier Meter Breite für Fahrräder und zwei für Fußgänger können viel Verkehr konfliktfrei abwickeln.

Viele Stadtteile sind auf kurzen Wegen miteinander verbunden, die es so bis heute nicht gegeben hat. Es wird ein erheblicher Verkehr im Alltag erwartet, da weniger als 1 km entfernt eine große Zahl Schulen und Arbeitsstätten liegen und etwa 100.000 Anwohner in dieser Entfernung wohnen. Wie hoch das Verkehrsaufkommen in diese Richtung ist wird deutlich beim Betrachten der anderen Verkehrswege der Stadt:  die Schwebebahn transportiert etwa 70.000 Fahrgäste täglich, hinzu kommen die Fahrgäste der in verschiedenen Teilen parallel verkehrenden Busse sowie die von Regionalexpress, Regional- und S-Bahnen. Mit der B 7 und der auch ausgiebig als Stadtautobahn genutzten A 46 sind auch die wichtigsten Straßen dabei. Viele der Wege lassen sich komfortabel auch per Fahrrad auf der Nordbahntrasse  erledigen, so dass wir mit einer signifikanten Verlagerung von Verkehr rechnen.

Freizeitverkehr im Trassenverbund

Durch die Nordbahntrasse  bieten sich einige Rundkurse zur Ruhr an. Runden von etwa 50 bis über 100 km sind möglich. Im Osten ab Schee gibt es zwei Varianten. Über die heute schon bestehende Bahntrasse nach Hattingen oder über Silschede und dann über die geplante Strecke entlang der Elbsche (voraussichtlich ab 2012) nach Wetter-Wengern. Beide Strecken sind an den Ruhr-Radweg angebunden.

Im Westen führt eine weitere Strecke zur Ruhr. Die ehemalige Niederbergbahn erreicht man von Vohwinkel über ein kurzes Überführungsstück bis Aprath. Das Teilstück über Wülfrath, Velbert, Heiligenhaus bis Essen-Kettwig ist bereits fertig. Auch dieser Weg ist dann an den Ruhr-Radweg angebunden.

Auch nach Süden gibt es Fortsetzungen. Vom Varresbecker Bahnhof oder aus der Lüntenbeck erreicht man nach einem Stück Stadtstrecke die bereits fertiggestellte Sambatrasse nach Wuppertal Cronenberg. Und von Vohwinkel bis zur Solinger Korkenziehertrasse sind es nur wenige Kilometer. Sie führt bereits heute bis südlich des Solinger Zentrums. Eine Fortsetzung ist dann über eine ehemalige Straßenbahntrasse der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn bis Müngsten und dann weiter Richtung Remscheid möglich. Über die Trasse des Werkzeugs Richtung Remscheid-Zentrum und dann in einigen Jahren ab Lennep über die Strecke des Balkan-Express nach Wermelskirchen, Burscheid und Leverkusen Opladenlässt sich die Fahrt fortsetzen. Südlich von Remscheid-Lennep in Bergisch Born zweigt die Strecke des Wasserquintetts ab und führt über Hückeswagen und Wipperfürth nach Marienheide.

Andere Nutzungen für die Nordbahntrasse  sind ebenfalls denkbar. So ist sie zum Beispiel für einen Fluss-Radweg an der Wupper eine gute Alternative zur Strecke direkt durch das Tal, die für Fahrradtouristen wohl wenig ansprechend ist.

Draisinenverkehr

Die Fahrten starten am Bahnhof Loh...
...und führen überein Industriegleis durch's Grüne in das ehemalige Konsumgelände

Seit der Eröffnung des ersten Bauabschnitts am Loh ist dort auch eine Draisinenstrecke eingerichtet. Ein Gleis ist hier erhalten worden, eine etwa 3 km lange Rundfahrt führt über ein altes Industriegleis in das Konsumgelände hinein. Die Möglichkeit zur Befahrung besteht fast jeden Sonntag. Informationen zu Öffnungszeiten und Preisen entnehmen Sie der Internetseite der Betreiber.

Weitere Informationen zur Nordbahntrasse  finden Sie auf den folgenden Seiten:

Die Geschichte
Die Idee
Die Realisierung 

Einzelheiten über die ehemaligen Bahnstrecken auf Achim Bartoscheks Seite bahntrassenradeln.de

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