ADFC Bundeshauptversammlung 2011

Anfang November versammelte sich in Regensburg Delegierte des ADFC aus dem gesamten Bundesgebiet, um den Kurs des Vereins für das Jahr 2012 festzulegen.

Einig war sich der Kongress in der Ablehnung einer Helmpflicht. Unbestritten kann ein Helm bei Unfällen vor Kopfverletzungen schützen, das Tragen kann daher empfohlen werden. Andererseits zeigt die Erfahrung aus verschiedenen anderen Ländern, z.B. aus Australien, dass eine Helmpflicht viele Menschen zurück vom Rad in die Autos drängt. Die dadurch entstehenden gesundheitlichen Folgeschäden sind nur schwer zu beziffern, übertreffen aber vermutlich die Folgen der Schutzwirkung eines Helmes. Außerdem wird die Umweltbelastung erhöht.

ADFC plant verkehrspolitisches Programm

Einen wichtigen Raum in der Antragsberatung nahm das geplante Verkehrspolitische Programm ein. Im kommenden Jahr ist eine breite Diskussion in den Kreis- und Landesverbänden gefragt, um 2012 ein Grundsatzprogramm verabschieden zu können. Dabei werden die von der BHV verabschiedeten Positionen zu verschiedenen Themen eine wichtige Rolle spielen. So fordert der ADFC als innerörtliche Regelgeschwindigkeit Tempo 30. Außerdem wird der Einbau von Sicherheitstechnologien an KFZ gefordert (Abbiegeassistent für LKW, Außenairbag und Türöffnungswarner für PKW). Im Verkehrswegebau fordert der ADFC die Förderung des Radverkehrs durch angemessene Berücksichtigung bei den Investitionen im Verkehrswegebau gemessen am Modal Split. Bei einem angestrebten Radverkehrsanteil von 20 % bedeutet das, auch 20 % der Mittel dem Radverkehr zugute kommen zu lassen.

Spannend war das Grußwort von Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, der sich im Gegensatz zum Bundesverkehrsminister Ramsauer deutlich gegen eine Helmpflicht aussprach. 

Wechsel in der Geschäftsführung des Bundesverbandes

Gleichzeitig stand die Versammlung im Zeichen des personellen Umbruchs. Nach 24 Jahren verabschiedete sich der bisherige Bundesgeschäftsführer Horst Hahn-Klöckner in den Ruhestand. Die Delegierten bedankten sich mit Standing Ovations für die von ihm geleistete Arbeit. Sie konnten aber gleichzeitig auch seinen Nachfolger Burkhard Stork kennenlernen, der am 1.12.11 die Aufgabe übernimmt. Storck kommt als Quereinsteiger (allerdings, wie soll man auch anders zu einem solchen beruflichen Tätigkeitsfeld kommen). Er hat in den letzten Jahren als Geschäftsführer eines Patientenselbsthilfeverbandes gearbeitet, und davor im Anschluss an ein Theologiestudium im katholischen Kirchentagsbüro drei deutsche Kirchentage organisiert. Als Erlangener Junge hat er das Radfahren seit der Jugend als entscheidenden Teil der Mobilität kennengelernt.

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