Schwer zu begreifen: LKW überrollt und tötet Radfahrer

05.10.20


Offener und übersichtlicher kann eine Strecke kaum sein. Auf der B 7 in Oberbarmen hat das einem 47 Jahre alten Radfahrer nichts genützt.

Zum ersten tödlichen Unfall eines Radfahrers kam es am 1. Oktober auf der B 7 in Oberbarmen. Ein Fahrradfahrer wurde auf der zweispurigen Berliner Straße in Richtung Oberbarmen fahrend zwischen der Einmündung der Rauentaler Bergstraße und dem Bahnhof Oberbarmen von einem LKW überrollt und erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. Eine genaue Schilderung des Unfalls ist bisher nicht bekannt, daher muss man mit einer eventuellen Schuldzuweisung sehr vorsichtig sein. Trotzdem fallen einige höchst kritische Punkte auf:

  • Die Straße ist zweispurig, es gibt aber in diese Bereich keine Radfahrstreifen. Oft wird man auf dem Rad auch dann überholt, wenn auch auf der linken Spur Fahrzeuge fahren. Der inzwischen gültige Mindestabstand beim Überholen von 1,5 Metern wird dann aber deutlich unterschritten.
  • Zum Unfallzeitpunkt war es heller Tag, auch das Wetter war nicht besonders schlecht
  • Um 14:10 kann es auch keine schwierigen Lichtverhältnisse (blendende Sonne oder ähnliches) geben

Im Juni hat der Verkehrsausschuss den Umbau der Strecke mit der Schaffung von Radstreifen im Grundsatz beschlossen. Es ist zu hoffen, dass die Planung und Umsetzung nicht Jahre dauert. Selbst wenn an dieser Stelle kein Unfallschwerpunkt ausgewiesen wird: Sicherheit für Radfahrende ist nur bei guter Infrastruktur zu erreichen. Jeder Tote ist zu viel, egal wo der Unfall geschieht. Und gerade auf die deutlich steigende Zahl Rad fahrender Wuppertaler muss jetzt schnell und konsequent reagiert werden.

 

 


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