Infrastruktur in Wuppertal: Sonnborn, Bahntrassen und der ganze Rest

Zur Zeit gibt es die verschiedensten Diskussionen über neue Maßnahmen zum Radverkehr in Wuppertal. So  geht das Radverkehrskonzept im Schneckentempo auf die Zielgerade und immer wieder flackert eine Diskussion über weitere entwickelbare Bahntrassen auf. Das Radhaus am Döppersberg ist ebenso beschlossen wie seine Anbindung unklar. Seit über einem Jahr hängt unverändert die Beschilderung des Radnetzes NRW inklusive der Trassenbeschilderung mit fast allen bei der Montage gemachten Fehlern. Die Stadt ist personell nicht in der Lage, notwendige Maßnahmen einzuleiten oder gar an weiteren Stellen initiativ zu werden, da es in der Stadtverwaltung keine personellen Ressourcen gibt. In Sonnborn wird eine Brücke abgerissen,  die bisher ein unüberbrückbares Hindernis im Talachsenradweg dargestellt hat. 

Mit dieser wollen wir den Rundumschlag auch beginnen:

Sonnborner Ufer: Neubau der Brücke

Jetzt muss der Radweg her!

Neben der Nordbahntrasse als Rückrat des Ost- West- Verkehrs ist eine zweite durchgehende Verbindung im Tal eines der wichtigsten Elemente des Wuppertaler Radnetzes. Ein besonders schwieriger Punkt war dabei in der Vergangenheit die Kreuzung der A 46 am Sonnborner Kreuz. Die alte Brücke Sonnborner Ufer ließ baulich noch nicht einmal eine Möglichkeit zu, den breiten Bürgersteig als kombinierten Rad- und Gehweg zu nutzen.

Durch den Neubau der Autobahnbrücken im Kreuz muss nun auch die oben auf diese Brücken aufgesetzte Querung der Autobahn durch die B 224 komplett erneuert werden. Dabei muss jetzt eine zeitgemäße Führung für den Radverkehr vorgesehen werden. Beim Neubau der Brücke versäumte Maßnahmen werden uns als Mangel für Jahrzehnte erhalten bleiben. Deshalb fordern wir einen Neubau mit Radfahrstreifen oder noch besser einer Protected Bike Lane in beiden Richtungen unter Berücksichtigung der Vorgaben durch die ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen).

Da einer unseren Vorsitzender als sachkundige Bürger Mitglied des Ausschusses für Verkehr der Stadt Wuppertal ist, wurde diese Forderung dort bereits in zwei Sitzungen angebracht und auch an den anwesenden Berichterstatter der planenden und ausführenden Behörde Straßen.NRW gerichtet. Allerdings ist bisher die Skepsis erheblich, dass dies bereits zu einer Anpassung der Planungen führt. 

Wir fordern die politisch verantwortlichen Vertreter der Stadt Wuppertal auf, sich rechtzeitig massiv für die zukunftsfähige Brücke einzusetzen. Die politischen Gremien sollten diese Forderung durch entsprechende Beschlüsse unterstützen. Es darf nicht sein, dass die einmalige Chance für zukunftsfähige Infrastruktur durch den Rückzug auf die möglicherweise planungsrechtlich einfachere Variante für Jahrzehnte verpasst wird.

 

 

 

Das Radhaus kommt. Aber wie soll man hinkommen?

Noch in diesem Sommer soll der Baubeginn für das Radhaus am Döppersberg erfolgen. Ungelöst ist aber noch immer die Anbindungsproblematik. Insbesondere aus Richtung Norden, vom Ölberg und der gesamten Nordstadt sowie der Nordbahntrasse gibt es keine empfehlenswerte Verbindung, aus Richtung Südstadt ist der Bahnhofsvorplatz gesperrt und nur eine Fahrt über die weiter östlich liegende Dessauer Brücke oder durch den für Radfahrer wenig attraktiven B 7-Tunnel am Döppersberg möglich.

Aus Sicht des ADFC ist die einzige realisierbare Führung aus Richtung Nordstadt eine Freigabe des Wall für Radverkehr auch in Gegenrichtung. Solange Rad fahrende das Haus nur über die Morianstraße erreichen können, wird die Inanspruchnahme des Radhauses wohl weit hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Auf die städtischen Vorschlage zur Verbesserung der Anbindung warten wir gespannt.

Hatzfeld- Trasse und Schwarzbach- Abzweig

Zwei Trassenprojekte im Umfeld der Nordbahntrasse machen in der letzten Zeit immer wieder von sich reden:

Der alte Kleinbahntrasse ab Bahnhof Loh würde über Carnaper Platz und Winchenbachstraße einen komfortablen Aufstieg nach Hatzfeld auf den Nordhöhen ermöglichen.

Der Abzweig Schwarzbach wird in Zukunft die Verbindung von Langerfeld zur Nordbahntrasse verbessern. Während der Abschnitt bis zur Querung der B 7 bereits gesichert ist und von der Wuppertalbewegung realisiert wird, läuft gleichzeitig die Diskussion über eine Verlängerung bis zur Wupper und damit einer Anbindung auch von Heckinghausen sowie der Verbindungen in Richtung Beyenburg und Remscheid mit Balkantrasse und Wasserquintett- Radweg.

Beide Strecken sind sicherlich interessante Ergänzungen des Netzes. Allerdings sind für eine sinnvolle Realisierung doch erhebliche Investitionen notwendig. Aus unserer Sicht hat die Hatzfeldtrasse nur Sinn mit einer echten Anbindung an die Nordbahntrasse ab Loh. Die Neugestaltung des Stadtwerke-Areals und des Carnaper Platzes böte auch die Chance, eine gute Führung in dem fehlenden Streckenabschnitt zu realisieren.

Aus unserer Sicht ist eine Realisierung dieser Projekte durch die Stadt aber skeptisch zu betrachten. Schon heute scheitern selbst kleine Maßnahmen an fehlenden personellen und finanziellen Möglichkeiten der Stadt. Dabei gäbe es eine Vielzahl an notwendigen Maßnahmen überall im Stadtgebiet, spätestens sobald das Radverkehrskonzept zur Realisierung ansteht. Übernähme die Stadt die oben genannten Projekte, würde dies ohne massive Ausweitung der Ressourcen weitere Maßnahmen auf Jahre blockieren. Eine Realisierung wäre daher nur bei externer Aufgabenerledigung und Finanzierung realistisch.

 

 

 

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