Die nächste Sperrung kommt ganz sicher

Zwei Wochen ohne Bahnverkehr in Wuppertal liegen hinter uns, und das Erlebnis war für regelmäßige Nutzer der Bahn sehr ernüchternd. Waren es jetzt nur acht Arbeitstage, stehen uns im Sommer weitere 32 Arbeitstage und sieben Wochenenden ohne Schienenverkehr bevor.

Um einen besseren Ersatzverkehr anzubieten als in den Osterferien, sollte man aus den Problemen lernen und Konsequenzen ziehen. Insbesondere auf der am stärksten genutzten Relation nach Düsseldorf gibt es einiges zu ändern. Wir haben unsere Vorschläge einmal zusammengefasst:

  • Die Busfahrpläne müssen den Realitäten angepasst werden. Dabei ist es sicher auch sinnvoll, nicht für den ganzen Tag die gleichen Fahrzeiten zu kalkulieren, da insbesondere die Staus im Berufsverkehr einfach zwingend eine längere Fahrzeit bewirken. Aber gerade für Berufstätige ist eine halbwegs verlässliche Ankunftszeit unabdingbar.
  • Mit den notwendigen Fahrplankorrekturen sind dann aber Fahrzeiten von einer Stunde Realität. Da ist es unzumutbar für die Fahrgäste, in überfüllten Bussen bei einer Autobahnfahrt eine Stunde zu stehen. Daher müssen einerseits ausreichend Busse eingesetzt werden. Vielleicht sollte man auf den RE- Ersatzstrecken auch typische Reisebusse mit einem deutlich höheren Sitzplatzanteil in Erwägung ziehen. Aber zwingend notwendig ist auch, dass die Fahrgäste wissen, wie viele Busse tatsächlich kommen. Vorstellbar wäre z.B. eine Kennzeichnung bei den Ersatzbussen mit „ SEV RE 13 nach …., Bus 1/ 3 Kein Mensch kann es riskieren, stehen zu bleiben weil ein Bus voll ist, wenn man nicht weiß ob weitere folgen.
  • Eine bessere Information der BusfahrerInnen versetzt diese in die Lage, den Fahrgästen aktuelle Informationen zu geben. Informative Durchsagen in den Bussen, in Düsseldorf vor allem in Richtung Wuppertal mit Angaben zu Fahrtstrecke und Ziel vermeidet die regelmäßig auftretenden Falschfahrten. Optimal wäre sicher die Anbindung aller BusfahrerInnen an eine gemeinsame Leitstelle, von der aus aktuelle Infos am besten per Sprechverbindung koordiniert werden können.
  • Wir hatten neben dem sicherlich inzwischen bewährten Halt am Sonnborner Ufer bereits seit dem letzten Jahr einen Halt aller Schnellbusse in Düsseldorf beim Verlassen der Autobahn in Wersten eingefordert. Dieser Halt würde eine erhebliche Verbesserung für eine große Zahl an Fahrgästen bedeuten. Hier kann man direkt nicht nur die U-Bahn auf Bahnhofslinie, sondern auch die Werhahnlinie sowie diverse Buslinien erreichen. In den Düsseldorfer  Süden, Richtung Uniklinik, Bilk oder Karlstadt verkürzten sich Reisezeiten um bis zu 30 Minuten, wobei sich für die haltenden Busse eine Fahrzeitverlängerung nur im Minutenbereich ergäbe.
  • Aus Vohwinkel muss es ebenfalls eine schnellere Verbindung nach Düsseldorf geben, die Bummelei über die Dörfer ist unzumutbar. Zumal eine Verbindung über die A 46 den Vorteil hätte, erst nach dem regelmäßig auftretenden Stau an der Brückenbaustelle Westring auf die A 46 aufzufahren. Mit Halt am Bahnhof und an der Schwebebahn würde diese Verbindung sowohl den P & R- Parkplatz als auch den innerstädtischen ÖPNV anbinden.
  • Alternativ käme aus Vohwinkel auch eine Anbindung der S 28 in Mettmann Stadtwald in Betracht. Hier müsste aber dann sichergestellt werden, dass die Züge auch eine ausreichende Kapazität zur Aufnahme zusätzlicher Fahrgäste haben. Denkbar wäre dabei eine Verstärkung des S- Bahn- Verkehrs auf der Strecke bis Düsseldorf  zu einem 10- Minuten- Takt.  Die Busse aus Vohwinkel brauchen bei einer Fahrt ohne Unterwegshalt etwa 15 Minuten bis ME- Stadtwald und wären bei einer Route über Osterholz –Gruiten in keiner Weise Staugefährdet, so das eine verlässliche zeitliche Anbindung mit kurzer Umstiegszeit möglich wäre.
  • Die Schnellbuslinie SB 50 ab Haan nach Düsseldorf sollte in der Sperrungszeit regelmäßig mit Gelenkbusseen fahren, da vermehrt Kunden auf diesen Bus ausweichen.
  • In Richtung Essen sollte es einen direkten Bus aus Richtung Hauptbahnhof nach Langenberg geben. Auch für die Kunden der S 9 ist die Fahrzeit zurzeit unnötig verlängert.

In den Sommerferien werden wir im Übrigen eine schnelle und fast autofreie Strecke zwischen dem Trassenende der Nordbahntrasse und Düsseldorf mit Anschluss ans ausgeschilderte innerstädtische Radwegnetz ausschildern.

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