ehemals Wippertalbahn- von Remscheid- Lennep nach Marienheide

aktualisiert Juli 2012

Seit dem 30.6. ist es soweit. Der 28 km lange Wasserquintett- Bahntrassenradweg ist nun endgültig durchgehend zu nutzen. Auch der Höhsieper Tunnel ist jetzt fertig gestellt. Die baulichen Fledermaus- Schutzmaßnahmen machen in Zukunft auch eine Wintersperre unnötig.

In Bergisch Born trennen sich dir Routen des Wasserquintett- Radwegs und der Balkantrasse
Hückeswagen hat eine kleine, typisch bergische Altstadt

seit Regionale 2010: Radweg von Wipper zu Wupper

Der Umbau zu einem durchgehenden Radweg auf der gesamten Trasse wurde bereits seit einigen Jahren diskutiert. Die Regionale 2010 bot dann eine entsprechende Finanzierungschance. Heute nimmt die Strecke einen besonderen Platz in der Planung des Bergischen Trassenverbundes ein, stellt sie doch die Verbindung zwischen den Radwegen im Bergischen und denen im Oberbergischen Land und den Anschluss ins Sauerland dar. Das Zusammenwachsen der Radwege auf den Bahntrassen mit kurzen Überführungsstücken lässt ein Netz von hochwertigen Routen durch die Mittelgebirgslandschaft entstehen, dass den Vergleich mit anderen Fahrradregion in Deutschland nicht scheuen muss. Insbesondere die Lage nur wenige Kilometer entfernt von den Ballungsräumen Rhein-Ruhr, Köln-Bonn und dem Bergischen Städtedreieck ermöglicht über 10 Millionen Menschen innerhalb von einer Fahrstunde per ÖPNV den Einstieg in das Netz. Bei guter Vermarktung wird es innerhalb weniger Jahre zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor werden.

Baufortschritt

Wenn man den Zugang in Hückeswagen trotz fehlender Beschilderung gefunden hat, beginnt ein abwechslungsreicherer Weg in Richtung Wipperfürth.
Diese wurd auf dem Abschnitt nach Marienheide im Frühjahr 2011 erstellt
Damit ist auch der Tunnel bei Ohl-Rönsahl mit perfektem Untergrund ausgestattet. Aus uns unerfindlichen Gründen ist er zurzeit aber wieder gesperrt.

Von 2009 bis 2011 wurde die Strecke abschnittweise ausgebaut. Zwischen Hückeswagen und Marienheide ist die Strecke auch schon offiziell eröffnet. Hückeswagen bis Bergisch Born wurde dann im Sommer und das fehlende Stück bis Lennep im November 2011 asphaltiert. Hier ist die offizielle Eröffnung am 22.4.12 geplant. 

Von Lennep bis Bergisch Born ist die Strecke aber noch gesperrt. In der Woche wird weiterhin gebaut. Allerdings dürfte eine Besichtigung am Wochenende (allerdings natürlich auf eigene Gefahr) unproblematisch sein.

Erreichbare Ziele:

Der Wasserquintettradweg hat neben lokalen Attraktionen eine Besonderheit im Bergischen Trassenverbund: Nahe Hückeswagen bindet er mit der Bever- und der Wuppertalsperre zwei große, öffentlich zugängliche Talsperren ans Trassennetz an. Denn es ist erstaunlich: Obwohl das Bergische Land ja nicht unter besonderem Wassermangel leidet, sind öffentlich zugängliche Gewässer Mangelware.

Empfehlenswert ist neben der Altstadt der alten Hansestadt Lennep auch ein Besuch der Hückeswagener Altstadt mit Schloss.

Anbindung

Für die Verbindung nach Remscheid gibt es aus Richtung Wuppertal- Ost verschiedene Varianten. Landschaftlich besonders schön und relativ einfach zu fahren ist die Verbindung ab Oberbarmen über Laaken, durchs Marscheider Bachtal, über die Olper Höhe und durch Blume nach Lennep. Allerdings sind hier kurze Stücke nicht als Fahrweg ausgebaut.

Aus dem Westen bietet sich die Strecke über die Korkenziehertrasse und die Trasse der Ronsdorf-Müngster Eisenbahn an. Die Fortsetzung ist allerdings schwieriger. Von uns favorisiert war die Verbindung über Burg und das Eschbachtal nach Lennep. Sie ist landschaftlich schön und erklimmt die Höhe gemächlich. Allerdings muss man große Teile der Strecke auf der recht befahrenen Eschbachtalstraße zurücklegen. Der teilweise parallel verlaufende Wald und Wirtschaftsweg ist in seinem Ausbauzustand nicht als Fahrradstrecke geeignet.

Eine Alternative stellt die Fortsetzung über Schloss Burg (voraussichtlich ab 2012 mit Nutzung der Seilbahn zum Fahrradtransport) und weiter Richtung nach Wermelskirchen dar. Auf diese Strecke hat man sich in der Kooperation zum Bergischen Panoramaradweg geeinigt. Ab Wermelskirchen fährt man dann über die Balkantrasse bis Bergisch Born.

Ebenfalls kann man ab Müngsten durchs Morsbachtal fahren. Eine mäßig befahrene, recht schmale Straße bis in die Gerstau ist zu passieren, dann gibt es zwei Fortsetzungen: 1. Aufstieg nach Remscheid Hasten, noch kurz die Trasse des Werkzeugs mitnehmen und dann über die Höhe von Remscheid Hauptbahnhof nach Lennep oder 2. weiter durchs Morsbachtal und später das Diepmannsbachtal nach Lennep. Diese Strecke ist deutlich länger, aber sicher diejenige mit relativ wenig Verkehr und ebenfalls sehr gemächlichem Anstieg.

Die beschriebenen Strecken finden sie mit Karten und gps- Daten im Bereich der Solinger Bergbahn unter Anbindungen.

ÖPNV-Anbindung

An beiden Enden des Radwegs gibt es eine Bahnanbindung. Der Bahnhof Remscheid-Lennep (VRR) wird pro Richtung in der Woche im 3 x, am Wochenende sowie in den Tagesrandzeiten 2 x je Stunde von der Regionalbahn RB 47 (Der Mügstener, Strecke Wuppertal-Remscheid-Solingen) angefahren.

In Marienheide (VRS) endet die stündlich verkehrende Regionalbahn RB 25 (Oberbergische Bahn Köln-Marienheide). Von Wuppertal ist das aber über Köln eine weite und zeitraubende Fahrt.

Zwischen Remscheid-Lennep und Marienheide verkehren entlang der gesamten Strecke die Busse der Linie 336 mit einer beschränkten Kapazität zur Fahrrad-Mitnahme.

Tourenvorschlag

Bergischer Panorama-Radweg Wasserquintett

Eine der letzten im Bergischen Land vollendeten Eisenbahnstrecken war die Verbindung von Remscheid-Lennep nach Marienheide. Wurde der Abschnitt von Bergisch Born bis Hückeswagen schon 1876 und bis Wipperfürth dann 1877 freigegeben, dauerte es bis zu Verlängerung nach Marienheide dann noch bis ins 20. Jahrhundert. 1902 wurde der Anschluss zu Volmetalbahn hergestellt. Die Strecke war ab Bergisch Born eingleisig, hatte aber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchaus nennenswerten Verkehr. So gab es auch über viele Jahrzehnte Direktverbindungen aus Wuppertal ins Oberbergische. Diese Ziele sind heute nur noch über große Umwege via Köln oder Hagen erreichbar, sofern sie überhaupt noch einen Gleisanschluss haben.

In Bergisch Born sieht es noch nicht so aus, als ob man im Jahr 2011 hier mit dem Rad fahren kann.

Auch auf dieser Strecke kam das Ende nach einem Wechsel der Bahnpolitik ab den 60er-Jahren des 20. Jh. Waren nach dem 2. Weltkrieg noch zusätzliche Haltepunkte eingerichtet worden und zusätzliche Verbindungen durch Schienenbusse angeboten worden, begann man in den 60ern zunächst, das Güterverkehrsaufkommen durch Schließung der dezentralen Stückgutabfertigungen zu reduzieren. In den 70igern wurden dann durchgehende Züge gekürzt und dadurch zu weniger attraktiven Umsteigeverbindungen, dazu gab es nun plötzlich parallel zur Bahn angebotene Busse in gleicher Fahrplanlage sowie die Schließungen von Haltepunkten, bis bewiesen war, dass sich der Schienenverkehr auf diesen Strecken nicht mehr rechnete. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Strecke stückweise stillgelegt wurde:1960 war es zunächst nur die Querverbindung zwischen Wipperfürth und Anschlag (an der Wuppertalbahn zwischen Radevormwald und Halver), 1985 dann der Abschnitt zwischen Wipperfürth und Marienheide und 1986 auch zwischen Lennep und Wipperfürth.

Schon 1986 wurden die Gleise zwischen Wipperfürth und Marienheide entfernt, in den 90er Jahren wurde auf diesem Stück außerhalb der Ortschaften und unter Umfahrung des Krummenohler Tunnels ein einfacher Rad- und Fußweg mit wassergebundener Oberfläche eingerichtet. Auf dem restlichen Stück gab es noch bis 1995 vereinzelten Güterverkehr und ein paar Sonderfahrten, Überlegungen zu einer Reaktivierung wurden nur von wenigen Idealisten diskutiert und nie ernstlich in Erwägung gezogen.

Für ein paar Jahre war nach der Stilllegung zwischen Marienheide und Wipperfürth ein einfacher Radweg auf der Trasse entstanden. Es war einer der ersten Bahntrassenradwege in der Region. Inzwischen ist das Stück aber auch komfortabel ausgebaut und asphaltiert.

Es gibt verschiedene interessante Seiten:

Bis heute haben es die Städte Hückeswagen, Wipperfürth und Marienheide noch nicht geschafft, auf ihren Seiten für Besucher leicht auffindbare Seiten zum Bahntrassenradweg im eigenen Stadtgebiet zu veröffentlichen.

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