aktualisiert Juli 2011

Voraussichtlich bis Frühjahr 2012 bleibt die Trasse des Werkzeugs im Bereich des RWE- Umspannwerks weiterhin geschlossen. Nach Informationen der Rheinischen Post besteht auf Grund umfangreicher Bauarbeiten am Umspannwerk eine Gefährdung für PassantInnen auf der Trasse. Der Verkehr wird daher über die Alexanderstraße umgeleitet.

Karte

Eine Karte der Trasse des Werkzeugs (pdf 5,9MB) finden Sie auf dem Geoportal der Stadt Remscheid.

Die Trasse des Werkzeugs ist stark in Ihren stadthistorischen Gestaltungselementen....

Geschichte

....aber schwach in ihrer Gestaltung als Radweg. Solche Drängelgitter gibt es in einer Dichte, die man auf keiner anderen Bahntrasse der Region findet.

Die Strecke der Trasse des Werkzeugs war eine alte Nebenbahn, die Vieringhausen und Hasten ans überregionale Schienennetz anband. Personenverkehr wurde auf ihr nach der Eröffnung 1887 nur für wenige Jahrzehnte abgewickelt. Da die Strecke in einem weiten Halbkreis die auf einem Berg liegende Remscheider Innenstadt umfährt, stiegen die Fahrgäste schnell auf die Straßenbahn um, die sie direkt über den Berg und in die Innenstadt brachte. So liegt die Stillegung des Personenverkehrs 1922 schon etwa 90 Jahre zurück.

In der Industriestadt Remscheid mit ihrer Metallverarbeitung hatte die Stadt aber noch lange eine Funktion im Güterverkehr. Der Niedergang kam wie bei vielen anderen Strecken in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, als die Bahnpolitik eher auf die Stillegung von Kapazitäten als auf die Anpassung des Güterverkehrs an moderne Anforderungen ausgerichtet war. So wurde die Strecke 1984 zum letzten Mal regelmäßig von Güterzügen befahren und 1990 endgültig stillgelegt.

Der heutige Zustand

Der ehemalige Schlachthof beherbergt heute ein Gründerzentrum. Das Gelände wurde nicht zur Trasse hin geöffnet.

Im Rahmen der Regionale 2006 wurde auch dieser Schienenweg zu einem Rad- und Fußweg umgebaut. Die etwa 4 km lange Strecke wurde asphaltiert. Fährt man von Hauptbahnhof Richtung Hasten, sind die ersten Kilometer relativ uninteressant. Die zweite Hälfte der langsam abfallenden Strecke verläuft am Hang hoch über dem Morsbachtal, hier gibt es einige interessante Blicke Richtung Solingen und Cronenberg. In Hasten endet die Strecke ohne erkennbare Fortsetzung.

Die Idee hinter der Umbaumaßnahme war interessant: In der Gestaltung sollte besonders auf die Stadtgeschichte mit der Eisenbahn und der von ihr belieferten Industrie eingegangen werden. So gibt es heute verschiedene Gestaltungselemente mit historschem Bezug. Deutlich wird, in welchem Ausmaß ehemalige Industriebetriebe die Stadt geprägt haben.

Das Ergebnis dieses positiven Ansatzes hat uns allerdings nicht überzeugt. Der Alltagswert der Trasse ist schon auf Grund ihrer Lage deutlich geringer als der ihrer Nachbarstrecken, hinzu kommt eine Gestaltung, die in weiten Teilen eher abschreckt als einlädt:

  • Große Stücke der Trasse verlaufen zwischen hohen Zäunen, oft sogar zu beiden Seiten. Der Eindruck der dahinter liegenden Areale ist, wenn man über die Zäune gucken kann, häufig ebenfalls höchst unattraktiv.
  • Es gibt eine enorme Zahl sehr enger Drängelgitter. Hätte sich nicht an vielen Stellen eine Möglichkeit zum seitlichen Umfahren ergeben, müsste man pemanent zum Passieren Auf- und Absteigen.
  • Auf dem Boden der Trasse sind verschiedene Zeichnungen und Symbole angebracht. Als Wegweiser ist diese Idee gut, auch einige aufgemalte Werkzeuge als optische Bremse am Anfang von Trassenstücken sind nicht zu beanstanden. Kritisch ist aber die tief in den Asphalt eingeschnittene Darstellung von Werkzeugen an einigen Stellen. Hier besteht für Inlineskater potentielle Sturzgefahr.
  • Auf der relativ kurzen Strecke wurden viele Ruhe- und Aufenthaltsflächen geschaffen. Das hebt die Trasse des Werkzeugs positiv von anderen umgewandelten Bahntrassen ab, auf denen solche Aufentaltsräume fehlen. Die Gestaltung insbesondere des Areals Kremenholler Straße ist höchst gewöhnungsbedürftig. Es ist etwa so einladend wie die Drachenstadt in Michael Endes "Jim Knopf", lässt aber keinen ungehindert passierbaren Weg in diesem wohl am stärksten genutzten Trassenteil frei.

Anbindung

Der Zug im Bahnhof Vieringhausen ist längst abgefahren, hat aber ein paar Erinnerungen zurückgelassen.

Die Trasse des Werkzeugs ist in das überregionale Bahntrassennetz bisher praktisch nicht eingebunden. Sie ist aufgrund des Höhenunterschieds zum Morsbachtal aus Wuppertal auch nur nach einer steilen Kletterpartie zu erreichen. Ob sich dies im Zuge der Gestaltung der ehemaligen Müllkippe Im Bereich Stockden eines Tages ändert, ist heute nicht vorherzusagen.

Das Hastener Ende der Trasse liegt oberhalb des Morsbachtals Höhe Gerstau. Direkt erreicht man es über die stärker befahrene Strecke Gerstau - Hastener Straße (L 415). Verschiedene andere Aufstiege aus dem Morsbachtal sind ebenfalls über kleinere Straßen aus Richtung Clemenshammer, Gründershammer oder über Büchel möglich.

ÖPNV

Im nördlichen Teil der Trasse bieten sich schöne Blicke über das Morsbachtal Richtung Solingen und Cronenberg. Der hassliche Teil im Vordergrund gehört zu einer ehemaligen Deponie, die vielleicht irgendwann zum Bike-Park umgestaltet wird.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Trasse am einfachsten per Bahn mit der RB 47 (Der Müngstener) erreichbar. Von Wuppertal Hbf über Oberbarmen, Ronsdorf und Lennep fährt man bis zum Remscheider Hauptbahnhof ganau 30 Minuten. Diese Bahn verkehrt Wochentags alle 20 und an Wochenenden und Feiertagen alle 30 Minuten.

Das Trassenende in Hasten erreicht man von Wuppertal nur per Bus. Die Linie 615 verkehrt vom Hauptbahnhof über Uni, Hahnerberg, Cronenfeld und Gerstau nach Hasten. Die Haltestelle an der Trasse heisst Feld. Auch diese Linie verkehrt im 20/30-Minutentakt. 

Sehenswertes

Wie gering der Wert der Trasse geschätzt wird, sieht man hier. Auch Wochen nach den Schneefällen ist die Strecke auf Höhe der Supermärkte in Haste durch Dachlawinen verschüttet und unpassierbar. Es gibt keine Anzeichen für ein geplantes Freischaufeln.

Nur 700 m sind es vom Trassenende in Hasten bis zum Deutschen Werkzeugmuseum. In einem ehemaligen Industriebetrieb zeigt eine Dauerausstellung die Entwicklung von Werkzeug, ihre Produktion im Wandel der Zeit und beschäftigt sich auch mit ihrem Vertrieb.

Links:

bahntrassenradeln.de

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