Karte

Auf allen Neuauflagen der Fahrradkarten ist die Nordbahntrasse inzwischen enthalten. Einen Überblick gibt auch die Karte von Wuppertal-Marketing, die kostenlos erhältlich ist. Sie ist übrigens auch in unserem Bahntrassen-Infopaket enthalten. Dieses enthält auch die Radtourenkarte Bergisches Städtedreieck, die auch einige Tourenvorschläge auf und rund um die Trassen beinhaltet.

Für die Verbindungen zwischen Nordbahn, Korkenziehertrasse und Niederbergbahn hat der ADFC Wuppertal/ Solingen in Zusammenarbeit mit der Kartographie der Stadt Solingen einen Flyer erstellt. Er soll die Orientierung in der landschaftlich reizvollen Region zwischen den Bahntrassen erleichtern.

Geschichtliches

Die Verbindung von Düsseldorf zunächst bis Erkrath (1831) und bald weiter nach Elberfeld (1841) und Schwelm (1847) war die erste Eisenbahnstrecke in Westdeutschland. Sie wurde von der Bergisch-Märkischen Bahngesellschaft auf der Trasse der heute noch betriebenen Bahnlinie erbaut.

In dieser Zeit wurden die Bahnen noch von privaten Gesellschaften betrieben. Einige Jahre später beschloss auch die Rheinische Eisenbahngesellschaft, eine Strecke über Wuppertal nach Osten zu bauen. Diese Strecke musste nun eine eigene Trasse finden, die mit wenig Aufwand zu erschließende Variante war schließlich schon belegt. Gleichzeitig lag die Chance der Gesellschaft in der Abwicklung von Güterverkehr, war doch die Bergisch-Märkische Trasse durch den Erkrather Berg mit für eine Bahnstrecke extrem steilen 4 % Steigung ziemlich ungeeignet. So entstand 1871 die neue Trasse mit einem sanfteren Anstieg durch das Neandertal, über Mettmann und dann die Nordhänge von Barmen und Elberfeld. Im Wupper-Tal musste sie nördlich der bestehenden Wohnbebauung der Städte Barmen und Elberfeld diverse Seitentäler kreuzen und erhielt daher eine Trasse voller Tunnel, Brücken und Viadukte.

Dieser Tatsache geschuldet ist allerdings auch der Niedergang der verkehrlichen Bedeutung. Mit der zunehmenden Elektrifizierung des Eisenbahnnetzes geriet die Strecke ins Hintertreffen. Die Querschnitte der Tunnel ließen eine Elektrifizierung nicht zu. Güterverkehr wurde aber überwiegend elektrisch abgewickelt.

Die Nordbahn wurde allerdings angeblich noch aus militärischen Gründen benötigt. Sie soll in Planungen für Truppenverschiebungen im Fall eines Ost-West Konfliktes eine Rolle gespielt haben. Der Personenverkehr wurde aber immer weiter reduziert, und die eher auf Stilllegung von Strecken gerichtete, autobezogene Verkehrspolitik machte die Strecke endgültig schließungsfähig. 1980 rollte der letzte Personenzug, Ende der 80er Jahre war auch für den restlichen Güterverkehr Schluss.

Reaktivierungsüberlegungen unter anderem im Zusammenhang mit der Regiobahnverlängerung blieben immer bei Planspielen ohne ernsthafte Realisierungschance. Auch die Stadt Wuppertal hatte weder ein Konzept noch eine realistische Perspektive in Petto. So blieb die Trasse bis zum Start der Wuppertalbewegung ein fast vergessenes langgezogenes innerstädtisches Grundstück.

Als geniale Verbindung für Alltag und Freizeit hat die Norbahntrasse in Wuppertal in wenigen Monaten seit der Eröffnung schon eine zentrale Rolle in der Stadt gefunden. Sie dient nicht nur als Verkehrsweg, sondern auch als soziokulturelle Einrichtung. Auf der Strecke wird im Alltag zunehmend innerstädtischer Radverkehr abgewickelt, aber auch die Zahl auswärtiger Besucher nimmt ständig zu. Abends und besonders an den Wochenenden überwiegt der Freizeitverkehr auf dem Herzstück im Bergischen Trassenverbundes. Hier wird flaniert, an den Bahnhöfen, Kneipen oder anderen Plätzen trifft man sich, flaniert oder besucht Kneipen und Restaurants an der Strecke.

Zur besonderen Verbindung der Wuppertaler zu ihrer Trasse hat sicher auch ihre Entstehungsgeschichte beigetragen. Da die Stadt Wuppertal viele Jahre im Nothaushalt stand und öffentliche Gelder nicht aufbringen konnte, wurde die Trasse nicht nur durch die Bürger angeregt, der dafür gegründete Verein "WuppertalBewegung" stellte auch die Finanzierung des städtischen Eigenanteil in Höhe von mehreren Million Euro sicher.

Die Wuppertaler habe sich dem besonderen Reiz der Strecke mit ihren permanenten Wechseln von Tunneln und Viadukten gerne zugewandt. Ständig ändern sich dadurch die Ansichten der wechselnden Stadtviertel, immer wieder finden sich auch reizvolle Fernblicke in die bergige Umgebung.

 

Trotz der großen Beliebtheit der Trasse klappt das Miteinander von Radverkehr und Fußgängern relativ problemlos. Es macht sich bezahlt, dass die Strecke in großen Teilen sechs Meter breit ausgebaut wurde. Meist sortieren sich Fußgänger und Rad Fahrende auf den ihnen zugedachten Flächen und mit einer Portion Rücksicht und Gelassenheit kann jeder seine Bedürfnisse verwirklichen.

Wuppertal ist ins Gerede gekommen als NRW-Staustadt Nummer 1. Baustellen auf der B 7 und der A 46 bremsen den motorisierten Verkehr regelmäßig ab, auch bei der Bahn wird durch die Umrüstung auf digitale Zugkontrolle und Stellwerke immer wieder der Verkehr tageweise eingestellt. Als unanfällige, sichere und kreuzungsfreie Ost-West Schnellverbindung garantiert die Nordbahntrasse Rad fahrenden eine kalkulierbare Verkehrsabwicklung. Der Stau hat (auch) in Wuppertal 4 Räder. 

Erreichbarkeit

Eine Vielzahl von Ausfahrten gewährleistet den Übergang zwischen Nordbahntrasse und städtischem Straßennetz. Dabei sind die Anbindungsstrecken allerdings erst zum Teil auf die neuen Anforderungen hin angepasst worden.

Im Westen gibt es eine zunächst provisorisch beschilderte Anbindung an die Korkenziehertrasse in Solingen sowie die Niederbergbahn, die durch Wülfrath, Velbert und Heiligenhaus eine Verbindung nach Essen-Kettwig an die Ruhr herstellt.

Im Nordosten geht die Strecke nahtlos in die Kohlenbahnstrecke nach Hattingen und die auf der Höhe verlaufende Silscheder Kohlenbahn über. Ebenfalls im Osten, ab dem Bahnhof Wichlinghausen, bietet sich eine Verbindungsstrecke in Richtung Remscheid- Lennep zum Beginn von Balkantrasse und Wasserquintett-Radweg an. Diese Verbindung ist noch nicht durchgängig ausgeschildert, das soll sich aber mit der nun für den Herbst avisierten Beschilderung der neuen Routen ändern.

Wer von auswärts mit der Bahn anreist, steigt am besten am Bahnhof Vohwinkel aus. Hier verläuft die Verbindungsroute zur Trasse über den großen Park- und Ride Parkplatz des Bahnhofs.

Der Bahnhof kann erreicht werden mit den Regionalexpress- Linien RE 4 und RE 13, der Regionalbahnlinie RB 48 und den S- Bahnen der Linien S 8, S 68 und S 9. Allerdings fallen in Wuppertal auf Grund von Baumaßnahmen am Schienennetz zurzeit insbesondere an Wochenenden viele Züge zwischen Gruiten oder Vohwinkel und Oberbarmen aus. Die Live- Auskunft der Bahn informiert über die Ausfälle. Im Schienenersatzverkehr ist Radtransport nicht möglich. Allerdings erreichen sie aus Vohwinkel und Oberbarmen die Trasse innerhalb weniger Minuten.

Achtung: Weder Aufzüge noch Schiebehilfen an den Bahnsteigen von RE 4, 7, 13, RB 48 und S 68 !

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