Nordbahn: Die Idee

Von dern Viadukten hat man diverse Panoramablicke über das Tal

Stadtverkehr

Aus der ehemaligen Bahntrasse soll ein Rad-, Skate- und Fußweg entstehen, der das Tal in seiner ganzen Länge erschließt. Es wird eine kreuzungsfreie Verbindung der Stadtteile Vohwinkel, Elberfeld und Barmen geben, steigungsfrei immer nur wenige Höhenmeter über dem Talniveau. Die Trasse verläuft immer ein wenig nördlich der Wupper, über viele Zufahrten wird das umliegende Straßennetz angeschlossen. Da die Strecken viele Seitentäler der Wupper über- und Höhenrücken unterquert, werden neue kurze Verbindungen geschaffen, die es bedingt durch die Topographie bisher so nicht gab. Im Abstand unter 1000 m zur Trasse wohnen rund 100.000 Menschen, 16.000 Schüler haben hier ihre Schulen und mindestens ebensoviele Arbeitsplätze liegen hier. Der Weg bedient genau die Längsachse der Stadt, über die heute die wichtigsten Verkehrsströme abgewickelt werden. So hat allein die parallel verkehrende Schwebebahn 70.000 Fahrgäste pro Tag, hinzu kommen Buslinien, Regionalzüge und S-Bahnen. Mit der B 7 und der Stadtautbahn A 46 laufen auch die meistbefahrenen Straßen der Stadt parallel. Das Potential ist also enorm. Die Planung sieht daher einen 4 m breiten auch für Inlineskater nutzbaren Radweg und zusätzlich einen 2 m breiten Fußweg vor.

Wuppertal ist eine Tango-Hochburg. Der Dorrenbergtunnel in Elberfeld wird eine besondere Attraktion: Dieser wird unter dem Motto "Tanztunnel" in einen ungewöhnlicher Veranstaltungsplatz umwandelbar sein.

An 40 - 50 Stellen wird es Zugänge geben, so dass alle umliegenden Quartiere gut angebunden werden.

Der ADFC geht daher davon aus, dass die Trasse den Radverkehrsanteil am Verkehrsaufkommen in Wuppertal vervielfachen wird. Bereits heute merkt man, dass allein die zunehmende Diskussion um Radverkehr eine deutliche Steigerung auslöst.

Touristik: Der Bergische Trassenverbund

Neben der großen lokalen Bedeutung hat der Weg aber noch eine zweite wichtige Funktion. Er stellt eine zentrale Spange in einem überregionalen Trassenverbund dar, der zukünftig Familien- und Touristiktaugliche Rundtouren und Radfernwanderungen durch das Bergische Land bis zu Ruhr, Rhein und Sieg ermöglicht. Da sich die meisten Routen fast durchweg auf ehemaligen Bahntrassen befinden, sind die Strecken meist autofrei.

Im Osten der Nordbahn in Oberbarmen schließt sich daher an die innerstädtische Trasse eine Fortsetzung über die sogenannte Kohlenbahn an. In einer weiten Schleife steigt die Strecke in Richtung des nördlichen Höhenzugs an, um ihn dann durch den 700 m langen Tunnel Schee zu unterqueren. Ab Schee gibt es bereits heute einen durchgehenden Radweg bis zur Ruhr in Hattingen, der den nördlichen Teil der Kohlenbahn nutzt. Ein weiterer Weg führt über eine ehemalige Bahntrasse entlang der Höhe bis nach Silschede. Die Fortsetzung dieses Weges über eine weitere Bahntrasse durch das Tal der Elbsche bis Wetter-Wengern an die Ruhr ist in Planung und wahrscheinlich bis 2012 realisiert.

Wo kann man die Leistungsfähigkeit moderne Fahrradbeleuchtungen besser demonstrieren als in einem Tunnel?

Im Westen ist eine weitere Verbindung zur Ruhr im Bau. Die Niederbergbahn führt über Wülfrath, Velbert und Heiligenhaus nach Essen Kettwig und soll voraussichtlich bis 2011 durchgehend befahrbar sein. Da es im Augenblick allerdings danach aussieht, dass der Tescher Tunnel nicht Teil der Trasse werden kann, wird zur Zeit nach einer neuen Anbindung gesucht.

In Richtung Süden schließt sich die Korkenzieherbahn an, die durchs Solinger Stadtgebiet bis südlich des Zentrums führt und von der es über eine ehemalige Straßenbahntrasse bis zum Brückenpark Müngsten geht.

Auch die Sambatrasse ist vom westlichen Ende nicht weit entfernt.

Zu allen drei Strecken gibt es gute Anbindungsmöglichkeiten, die mit relativ geringem Aufwand hergestellt werden können. Konkrete Planungen gibt es aber bisher nur zur Anbindung der Korkenzieherbahn.

Im Süden setzt sich das Netz dann von Remscheid-Lennep über den Wasserquintettradweg nach Marienheide über Hückeswagen und Wipperfürth fort, von wo sich weitere Verbindungen ins Oberbergische Land und Anschlüsse zur Sieg bieten. In Bergisch Born zweigt außerdem der sogenannte Balkan-Express über Wermelskirchen und Burscheid nach Opladen an den Rhein ab.

Alle genannten Trassen sind in Planung oder Bau. Nach der Fertigstellung bietet sich ein Radwegnetz in Mittelgebirgslandschaft, welches erhebliches touristisches Potential besitzt.

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