Nordbahn: Die Geschichte der Trasse

Der Mirker Bahnhof war einmal als Gegenstück zum Hauptbahnhof geplant. Aber schon in der Bauphase wurde das Geld knapp. So fiel das Gebäude weniger imposant aus als ursprünglich geplant.

Durch Wuppertal ziehen sich der Länge nach zwei alte, parallel verlaufende Eisenbahn-Hauptstrecken. Auf der einen, der Bergisch-Märkischen Strecke, läuft heute von ICE bis S-Bahn und Güterverkehr der gesamte Eisenbahnverkehr. Die zweite ist die nur wenige 100 bis 1000 m nördlich fast parallel verlaufende Rheinische Strecke, im Volksmund Nordbahn genannt. Sie ist erst ein paar Jahre nach der Berg.-Märk. Bahn erbaut worden und musste daher durch wesentlich anspruchsvolleres Gelände führen, was die späteren Ausbaumöglichkeiten erschwerte. Dies führte zu Bedeutungslosigkeit im Güterverkehr wegen fehlender Elektrifizierung. Die Aufgabe der Strecke als militärisch wichtig und die auf dieser Linie auf bewußte Abschreckung der Fahrgäste ausgelegte Personenverkehrspolitik der Bahn bedeutete das sichere Stilllegungsurteil und wurde zwischen 1991 und 1999 in Etappen vollzogen.

Nach Jahren des Stillstands und verschiedenen gescheiterten Reaktivierungsüberlegungen, z.B. als Fortsetzung der Regiobahn (heute Kaarst-Mettmann), gründete sich 2006 der wohl in den letzten Jahrzehnten erfolgreichste Bürgerverein der Stadt, die Wuppertalbewegung. Ihre Zielsetzung ist es, den zunehmenden Stillstand in der Stadtpolitik zu überwinden und ein Zeichen für positive Stadtentwicklung zu setzen. Das erste Projekt ist die Idee, die Trasse im Dornröschenschlaf zu einem lebendigen und verbindenden Teil der Stadt zu entwickeln. Angesichts der Länge von rund 20 km inklusive des Astes der Kohlenbahn nach Schee, 7 Tunnels sowie zahlloser Brücken und Viadukte eine ziemlich kostspielige Vision. Die Gesamtkosten wurden von Anfang an auf mindestens 15 Million Euro geschätzt.

Streetart-Kunst im Rotter Tunnel. Im Rahmen eines Kunbstprojekts entstanden hier wunderbare Bilder.

Andererseits ein bestechendes Konzept, das in Wuppertal etwas wirklich neues schafft, was der Stadt bisher gefehlt hat: einen Hauptverkehrsweg für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer. Und nicht zuletzt ein Projekt, dass eine positive Arbeitsplatzentwicklung mit einer hochgradig ökologischen Entwicklung kombiniert.

Die Idee
Die Realisierung

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