Müngstener Brücke: Nicht zu früh Entwarnung geben!

30.06.11

Nach der Sanierung muss die Brücke ihr altes Aussehen, aber eine höheren Verkehrswert haben.

Seit dem 27.6. rollt der Müngstener wieder als lange vermisste einzige durchgehende Verbindung des Bergischen Städtedreiecks. Endlich ist die Müngstener Brücke zumindest wieder soweit hergestellt, dass die Triebwagen auch mit Fahrgästen die Brücke wieder gefahrlos überqueren können. Allerdings ist die Betriebsgenehmigung befristet bis Ende 2014 und die Zukunft noch keineswegs geklärt.

Ab 2013 wird der Müngstener von einem Bahnkonkurrenten übernommen. Die für den Einsatz vorgesehenen Triebwagen sind größer und schwerer als die heutigen. Die Sanierung der Strecke ist erst in den darauf folgenden Jahren geplant. Wie schnell die Bahn dann die von ihr nicht mehr betriebene Strecke saniert, muss mit Skepsis erwartet werden, haben sie doch schon für den im eigenen Betrieb fahrenden Zug heuer 7 Monate gebraucht.

Aus unserer Sicht müsste die Strecke auch für den Güterverkehr und einen Personenverkehr auf S-Bahn-Standart ertüchtigt werden. Wenn schon ettliche Millionen Euro investiert werden, ist auch die Steigerung des verkehrlichen Nutzens anzustreben. In der Vergangenheit ist aber eine durchgehende Anbindung von Remscheid und Solingen an den Traglastbeschränkungen gescheitert. Auch der Güterverkehr musste schon 2009 eingestellt werden.

Der ADFC beteiligt sich daher an den Aktionen zum Erhalt der Brücke. Ein von der Bahn dabei ins Spiel gebrachter Neubau einer Betonbrücke neben oder statt der Müngstener Brücke ist dabei völlig inakzeptabel. Die letzte Sanierung liegt rund 50 Jahre zurück. Das vorsätzliche Unterlassen weitere notwendiger Instandhaltungsmaßnahmen ist dabei von der Bahn zu verantworten. Die Müngstener Brücke ist ein besonders wichtiges Denkmal in der Region. Sie hat bei den Deutschen Eisenbahnbauwerken und in der Region sowohl konkret als auch bildlich verbindende Bedeutung. Sie ist heute Anziehungspunkt für Hunderttausende Besucher und Highlight auf den Bergischen Panoramaradwegen. Diese Brücke muß in ihrer überragenden Leichtigkeit und Eleganz unverändert erhalten bleiben. Der ADFC unterstützt daher das Bündnis für den Erhalt der Brücke.

Interessant war die Unterstützung dieser Einschätzung im Verkehrsausschuss der Stadt Wuppertal. Nachdem der über den ADFC entsandte sachkunige Bürger diese Position dargestellt hatte wurde sie explizit vom Vertreter der IHK unterstützt, der auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Schienenanbindung hinwies.


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