Wuppertal macht den Wegecheck

Seit Anfang 2016 haben sich in Wuppertal verstärkt verschiedene Initiativen dem Thema Fußverkehr in der Stadt zugewand.Mit der "Wegecheck-Aktion wird versucht

Fußgänger brauchen eine Lobby

Während sich die Lage für Fahrradfahrer seit Eröffnung der Nordbahntrasse deutlich verbessert hat, geht die andere Form natürlicher Mobilität komplett über die Wupper: „Zu Fuß in Wuppertal“ ist ein jahrelang unbearbeitetes Thema unserer Stadt, welches dringend mehr Wahrnehmung in der Öffentlichkeit benötigt.

Jeder kennt sie, die zugeparkten Gehwege, lange Wartezeiten an Ampeln -  Hindernisse und Ärgernisse für viele Fußgänger und insbesondere für Kinder auf dem Weg zur Schule. Die Straßen sind vom Lebensraum zu einer großen Parkfläche geworden. (Stadt-)Leben ist hier verschwunden. Das ist schade! Gerade Wuppertal ist immer eine Stadt der kurzen Wege mit sehr hohem Fußgängeranteil gewesen. 

Auf Landesebene ist dieses Thema inzwischen wiederentdeckt worden. Das Ministerium für Bauen und Verkehr bearbeitet es in diversen Projekten der „Nahmobilität“. Nicht, dass es in anderen Städten NRWs so viel besser aussähe als hier, aber in Wuppertal gibt es bis heute keine Anzeichen für ein Umdenken. Die Stadt beruft sich auf (vermeintliche) Mehrheiten, die eine großflächige Einschränkung des Fußverkehrs tolerieren.

Darum versuchen wir nun das Thema „Fußgänger“ mehr in die öffentliche Diskussion einzubringen und suchen dafür Interessierte und Mitstreiter, Verbündete und Ideen. 

Es gibt bereits einige Anläufe, das Thema bei der Stadtspitze, Politik und Verwaltung anzubringen. Nun sollte es unser Ziel sein, den Druck auf Politik und Verwaltung zu erhöhen. Gerade die aktuell hohe Zahl schwerer Unfälle mit einigen getöteten und schwerverletzten Fußgängern zeigt, dass ein Umdenken in der Verkehrspolitik wohl dringend notwendig ist. 

Eine Möglichkeit zum Austausch zu diesem Thema bieten wir am 20.01.2016 ab 17:30 Uhr im Seminarraum des Bahnhof Loh/ Nordbahntrasse an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Interessierte können sich im Vorfeld bei Thorsten Niebuhr melden unter: niebuhr.t(..at..)web.de 

Als erstes konkretes Projekt mit exemplarischer Bedeutung sehen wir die Verkehrssituation an der Loher Straße. Wir veröffentlichen hier das Anfang November versendete Schreiben an die Wuppertaler PolitikerInnen und Stadtverwaltung mit der Bitte, die darin aufgestellte Forderung nach einer Tempo 30 Zone auf der Loher Straße und Rudolphstr. zu unterstützen. Gleichzeitig fordern wir alle Interessierten auf: Wenn Sie in Ihrem Viertel ähnliche Gefahrenstellen für Fußgänger und Kinder kennen, melden Sie diese an Ihren Bezirksvertreter, das Ordnungsamt oder direkt an den Oberbürgermeister! Natürlich wären wir an einer Information ebenfalls interessiert.

 

 

© 2017 ADFC ADFC Wuppertal/Solingen