Benutzungspflicht von Radwegen

Seit 1. Oktober 1998 sind "nur noch" Radwege benutzungspflichtig, die mit blauen Gebotsschildern gekennzeichnet sind. Radwege, die mit irgendeinem Rad-Symbol ohne blauen Grund oder gar nicht gekennzeichnet sind, müssen nicht mehr benutzt werden.
Für Radwege, die benutzt werden müssen, gelten seither einige Mindestanforderungen bezüglich Sicherheit und Qualität, die aber in sehr vielen Fällen nicht eingehalten werden.


Radwege können unsicherer als die Fahrbahn sein

Auch wenn es paradox erscheint: Radfahren auf Radwegen ist gefährlicher als auf der Fahrbahn. Das ist durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Demnach steigt nach der Neuanlage eines Radwegs für einen Radfahrer nicht nur die Wahrscheinlichkeit ganz erheblich, in einen Unfall verwickelt zu werden, sondern die Unfälle werden auch schwerer.
Die Ursache dafür liegt vor allem in den zusätzlichen Gefahren an Kreuzungen und Einmündungen. Die entstehen dadurch, dass ein Radler auf einem Radweg außerhalb des Sichtfelds der Autofahrer ist und deshalb leichter übersehen wird. Außerdem fahren viele Autofahrer an Kreuzungen, an denen sie die Vorfahrt achten müssen, bis zur kreuzenden Fahrbahn vor und missachten damit die Vorfahrt der querenden Radfahrer.

Radwege direkt neben zu schmalen Gehwegen sind sowohl für Radfahrer als auch für Fußgänger eine Gefahr.

Das heißt nun nicht, dass alle Radwege unsicher sind, aber es trifft doch auf die Mehrzahl der innerörtlichen Radwege zu. Die Aufhebung der generellen Benutzungspflicht würde zumindest bei den besonders gefährlichen Radwegen vom Zwang befreien, sich selbst in Gefahr zu bringen.

Quelle: Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband München

http://www.vcd-m.org/radwege.html

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