Sättel – ein leidiges Thema

Die meisten Sitzbeschwerden beruhen auf einem erhöhten Druck auf die Sattelspitze.

Bei Männern kommt es durch eine Kompression von Nerven und Blutgefäßen im Dammbereich zu Taubheitsgefühlen, die auch zu dauerhaften Schäden führen können.

Bei Frauen kommt es durch den tiefer liegenden Schambeinbogen des weiblichen Beckens oft zu unangenehmem Druck auf der Sattelspitze.

Für beide Geschlechter bietet daher ein Sattel mit einer tiefergelegten Sattelspitze einen deutlichen Komfortgewinn. Deshalb ist auch eine Unterscheidung zwischen Damen- und Herrensätteln nicht notwendig. Ein Irrglaube ist auch, dass Frauen grundsätzlich breitere Sättel benötigen als Männer. So liegt der Sitzkochen- Abstand bei Männern zwischen ca. 7 und 16 cm, bei Frauen zwischen 9 und 17 cm. Es kommt also auf den persönlichen Knochenabstand an, da grundsätzlich die Wahl eines zu schmalen Sattels vermieden werden soll.

Eine weitere Entlastung bringen Sättel, die auf ihrer Unterseite keine feste Kunststoffschale( wie die meisten herkömmlichen Sättel) besitzen, sondern eine Federspinne. Der Druck auf dem Sattel kann so nach unten weiter gegeben werden. Bei Frauen kommt es häufig zu Steißbein-Problemen, da ihr Steißbein beweglicher und empfindlicher ist. Hier hilft eine Mittelrille in der Sitzfläche. Hingegen sind Sättel mit einem Loch in der Spitze eher kritisch zu betrachten, da sie den Druck im seitlichen Dammbereich erhöhen. Trotz aller Theorie ist die beste Möglichkeit, einen bequemen zu finden, immer noch eine ausgiebige Probefahrt.

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