Naben- contra Kettenschaltung

Alltagsradler bevorzugen in der Regel Fahrräder mit Nabenschaltung, da sie einfacher in der Handhabung und pflegeleichter sind. Ein wichtiger Entscheidungsgrund für die Nabenschaltung ist auch die Möglichkeit einer Rücktrittbremse.

Leider erkauft man sich die Vorteile von geringerer Wartung und einfacherer Bedienung mit dem Nachteil eines höheren Gewichtes und - noch wichtiger - eines schlechteren Wirkungsgrades. Im ungünstigsten Fall kann der Wirkungsgrad eines Nabengetriebes bei nur 90% liegen (Kettenschaltung bei fast 100%). Allein die 14-Gang-Rohloff-Nabe hat einen der Kettenschaltung vergleichbaren Wirkungsgrad, scheidet aber für die meisten wegen ihres hohen Preises (> 1000€) als Antrieb aus.

Ein wesentlicher Vorteil der Kettenschaltung liegt auch in einer größeren Spreizung (Verhältnis kleinster zum größten Gang) und in der feineren Abstufung der Gänge. Die Kräfte des Fahrers können so ökonomischer eingesetzt werden.

Eine interessante Neuentwicklung ist die stufenlose Nabenschaltung “NuVinci”, bei der nicht Zahnräder, sondern Kugeln die unterschiedlichen Übersetzungen ermöglichen. Ob sich diese Schaltungsnabe durchsetzen wird, hängt sicher davon ab, ob sich das sehr hohe Gewicht von fast 4 kg reduzieren lässt. Außerdem wird sich zeigen müssen, ob sie auch im Dauereinsatz zuverlässig arbeitet.

Fazit: Die Nabenschaltung ist für den täglichen Kurz- bis Mittelstreckeneinsatz sinnvoll. Wer größere Strecken, insbesondere bei Steigungen und/oder mit Gepäck zurücklegen will, sollte besser ein Fahrrad mit Kettenschaltung benutzen.

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