OstseePerlen

Entlang der Mecklenburgischen Ostseeküste.
Ein Erlebnisbericht von Julia Lutter.

Vom 23. bis 30. Juni 2013 machte ich zum ersten Mal bei einer einwöchigen Radtour des ADFC Hamminkeln mit. Ich verbrachte eine Woche an der Ostsee, die leider viel zu schnell vorbeiging. Geblieben sind viele schöne Erinnerungen, ein tolles Gruppenerlebnis und die Lust auf mehr.

Erster Tag: (Anreise nach Lübeck und Weiterfahrt nach Travemünde) Treffpunkt war der Bahnhof Hamminkeln. Um sechs Uhr wurden unsere Räder auf einen Fahrradanhänger verladen. Mit Gepäck und guter Laune fahren wir um 7 Uhr mit zwei Kleinbussen in Richtung Lübeck. In Borken steigen noch vier Personen zu, somit waren wir mit 22 Personen.

Unser erstes "Hotel": Die Passat.

In Lübeck angekommen vervollständigte sich die Gruppe mit drei weiteren Radlern. Wir nahmen die Räder in Empfang und beluden sie zügig mit unserem Gepäck. Unser Tourenleiter Peter machte sich durch seine Trillerpfeife bemerkbar und bat um Gehör. Ordnung und Hinweise wurden uns mitgeteilt und mit den Worten "na, dann viel Spaß" ging es los. Die Erwartungen waren groß. Wir fuhren gemeinsam los und hielten zunächst bei Aldi an, um uns mit Trinkwasser zu versorgen. Alles andere war all Inklusive gebucht. Es ging nun weiter bei bedecktem Himmel und es nieselte leicht. Um den Privall zu erreichen, mussten wir mit der Autofähre über die Trave übersetzen. Eine Landzunge von Travemünde. Im Hafen von Travemünde angekommen standen wir plötzlich vor einer Viermastbark. Es war die Passat. Ja, das war eine tolle Überraschung. Auf der Passat durften wir unsere erste Übernachtung verbringen. Wir schoben unsere Räder aufs Schiff und bekamen unsere Schlüssel für die Kabinen. Meine Kabine war etwas klein, hatte dafür aber ein Bullauge direkt neben meinen Kopf. Petra hatte einen Salon direkt neben Willi mit einer Verbindungstür zur Toilette und Dusche. Damit man sich nicht in die Quere kam wurde ein Klopf Zeichen ausgemacht "einmal für Petra und zweimal für Willi". Nach einer Besichtigung des Schiffes gingen wir von Bord um außerhalb zu Essen.

Zweiter Tag: (Travemünde - Boltenhagen - Wismar) Das Frühstück wurde im Hafen in einem Schiffs-Kaffee serviert. Es war sehr reichhaltig und gut. Anschließend fand eine Führung statt. Ab Mittag radelten wir nun weiter bei trockenem Wetter über Boltenhagen nach Wismar. Die Fahrt ging zwischen Felder, Wiesen und durch Wälder. Im Wismarer Hotel "Alter Hafen" blieben wir drei Nächte. Also zwei Tage ohne Gepäck, das war prima.

Gruppenfoto vor dem Schweriner Schloss.

Dritter Tag: (Wismar - Dorf Mecklenburg - Gallentin - Schwerin) Die erste Hälfte unsere Gruppe fuhr mit dem Rad nach Schwerin und mit der Bahn zurück nach Wismar. Die zweite Hälfte mit der Bahn nach Schwerin und mittags zurück mit dem Rad nach Wismar. Leider regnete es. Somit sind wir 40 km geradelt. Das Abendessen, der Mecklenburgischen Küche war reichhaltig und deftig mit einem guten Fischangebot. Zum Nachtisch gab es das Nationalgericht: Rote Grütze.

Vierter Tag: (Wismar - Kirchdorf - Insel Poel - Wismar) Das Wetter war sehr kühl mit etwas Sonne. Zuerst fuhren wir mit der Fähre zur Insel Poel und weiter ging es etwas durchgefroren mit dem Rad über Timmendorf, Kirchdorf nach Wismar zurück. An einem Boot aus Beton vorbei radelten wir zu einem netten Kaffee. Es gab frisch gebackenen Kirschstreusel. Das schmeckte allen gut.

Fünfter Tag: (Wismar - Rerik - Kühlungsborn) Von Wismar nehmen wir Abschied und radeln wieder mit unserem Gepäck über Boinsdorf, Rerik am Salzhaff vorbei nach Kühlungsborn. Auch dort verbrachten wir drei Nächte. Die nächsten Fahrten waren somit wieder ohne Gepäck angesagt. Die zu radelnde Strecke führte an der Ostsee entlang. In Rerik angekommen besuchten wir die Dorfkirche. Diese wurde von der dänischen Königin Margarethe gestiftet, weil Reriker Fischer sie angeblich vor dem Ertrinken gerettet haben.

Sechster Tag: (Kühlungsborn - Warnemünde - Heiligendamm - Kühlungsborn) Am heutigen Tag stand eine Fahrt mit der Molly auf dem Plan. Es ging von Kühlungsborn bis Bad Doberan. Molly ist ein Nostalgie Dampfzug und dampft seit 1886 als Kleinspurbahn. In Doberan angekommen begann eine Führung im Bad Doberaner Münster. Eine Perle der Backsteingotik. Die dreiteilige Basilika ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler im Ostseeraum. Im Warnemünde machen wir eine längere Mittagspause. Zeit um Fischbrötchen oder Eis zu essen. Einige von uns flanieren entlang der Strandpromenade oder genießen die Mittagspause in einem Strandkorb. Auf dem Heimweg durchfahren wir die Wiege der Bäder Kultur, "Das Seebad Heiligendamm". Es war ein toller und erlebnisreicher Tag.

Zu Besuch bei einem Fischer in Rerik.

Siebter Tag: (Kühlungsborn - Kröpelin - Kühlungsborn) Bei trockenem Wetter radelten wir ins Landesinnere. Das leicht wellige Gelände führt uns nach Neubukow und wieder zurück an die Küste ins Ostseebad Rerik. Bis zum Nachmittag radelten wir locker und lustig an bunten Wiesen vorbei. Unser letzter Tag der Ostsee Tour führte Peter uns zu einer Fisch Räucherei. Dort wurde Dorsch und Forelle für uns geräuchert. Mit einem netten Vortrag von Herrn Scheller ließen wir es uns mit einem Bierchen schmecken. Das war ein hervorragendes Erlebnis.

Achter Tag: Unsere Tour ging dem Ende zu. Diesmal fuhren wir mit einem großen Bus samt Fahrradanhänger von Kühlungsborn aus nach Hamminkeln zurück wo unsere Tour begann.

Ja Peter und Ansgar!!! Es war eine super organisierte Radtour. Mit den Führungen in den einzelnen Städten, mit einer Übernachtung auf der Passat. Auch in den beiden Hotels waren wir willkommen. Die Abende im Brauhaus, sowie Kaffee und Kuchen unterwegs hielten uns bei Laune Die Lunchpakete von den Hotels und das Wasser von Aldi rundeten unser Wohlgefühl beim radeln ab. Ja und das Pfeifen (2 x im Abstand von 3 Minuten) hatte Peter verstanden. WIR ABER AUCH.

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