Mit Rückenwind zum Horizont

Unterwegs in Dithmarschen.

Der Erlebnisbericht von Angelika und Werner Nienhaus.

 

Endlich Urlaub! – Vor uns liegt ein kleines Abenteuer. Zum ersten Mal fahren wir mit dem ADFC Hamminkeln auf eine einwöchige Radreise. Am Startpunkt werden wir von den Tourleitern begrüßt. Nachdem unser Gepäck und unsere Fahrräder verstaut sind, bringt uns der Bus von Hamminkeln nach Cuxhaven. Während der Fahrt haben wir Zeit, die anderen Tourteilnehmer etwas kennen zu lernen. Die Gruppe besteht aus insgesamt 11 Leuten, die ein gemeinsames Hobby haben: Das Fahrradfahren.

Nachdem wir unsere Sachen in unseren Zimmern in der Jugendherberge Cuxhaven untergebracht haben und das Abendessen geschmeckt hat, erwarten uns Mitglieder des ADFC Cuxhaven zu einer Feierabendtour durch und um Cuxhaven. Schon ist der erste Tag vorbei.

Nach dem Frühstück geht es zur größten Etappe über 105 km nach Sankt Michaelisdonn. Wir folgen dem Elbe-Radweg, und in Glückstadt setzen wir mit der Fähre über auf die rechte Elbseite nach Brunsbüttel. Wir sind in Dithmarschen (Land, das dem Meer abgerungen wurde) angekommen und fahren unserem heutigen Ziel entgegen. Dort erwarten uns bereits nette Gastgeber. Zu einem tollen Abendessen schmeckt heute ein Radler besonders gut.

Am Nord-Ostsee Kanal

An unserem dritten Tag fahren wir mehrere Kilometer am Nord-Ostsee-Kanal entlang und erleben die großen „Pötte“ zum Greifen nah. Während einer Rast am Kanal wird nicht nur das Lunchpaket verzehrt, sondern es werden auch gemeinsam einige (lustige) Gymnastikübungen gemacht. Im Waldmuseum in Burg genießen wir den Ausblick vom Aussichtsturm. Wir durchqueren die Geest mit ihren Hügeln und erreichen unser Basislager in Heide.

Der Regen weckt uns am nächsten Morgen und wirbelt die Planung etwas durcheinander. Kurz entschlossen findet der Stadtrundgang dann eben mit Regenschirm statt. Die Stadtführerin erklärt uns am St. Georg-Brunnen auf dem Südermarkt die Geschichte der Stadt. Die Stadt Heide ist stolz darauf, den größten Marktplatz Deutschlands zu haben. Vom Rathausdach könnte man bei schönem Wetter weit über das Dithmarscher Land blicken, aber leider regnet es und wir können nur die nähere Umgebung erkennen.

Die für den Nachmittag geplante Wattwanderung lassen wir wegen des schlechten Wetters lieber ausfallen. Eine Stunde Mittagsruhe ist auch nicht schlecht. Am Nachmittag bessert sich das Wetter, so dass wir gern den Vorschlag zu einer „Feierabend-Radtour“ annehmen.

Frischer Fisch im Hafen Tönning

Heute ist Radfahr-Wetter, so dass wir nach dem Frühstück aufbrechen. Beeindruckend ist das Eidersperrwerk bei Tönning, es ist das größte deutsche Küstenschutzbauwerk und dient zum Schutz vor Sturmfluten der Nordsee. In Tönning selbst lohnt es, die schönen alten Bürgerhäuser, den historischen Stadtkern und den Hafen zu besichtigen. Heute stehen frische Fischbrötchen auf dem Speiseplan – Peter ist in Spendierlaune. Und schon geht es wieder weiter.

Am Samstagmorgen regnet es, was sollen wir tun? Wir sind in Friedrichskoog angemeldet. Wir warten, aber der Regen lässt nicht nach. Also ziehen wir die Regenkleidung über und fahren los. Nach ein paar Kilometern hört der Regen langsam auf. Der Wind nimmt zu und bringt mich fast zum Aufgeben. Wir versuchen gegenseitig Windbrecher zu sein, damit es etwas leichter geht. Während wir über den Titel unserer Tour „Mit Rückenwind zum Horizont“ diskutieren, sind wir wohlbehalten in Friedrichskoog angekommen und besuchen dort die Seehundauffangstation.

In der Seehundstation Friedrichskoog

Seit 25 Jahren werden hierher im Frühsommer die Seehundbabys, die so genannten „Heuler“, gebracht, wenn sie ihre Mutter in den Weiten des Wattenmeeres verloren haben, erzählt uns Annina, die ein freiwilliges ökologisches Jahr hier leistet. Zu den Dauergästen auf der Station gehört auch das „Gründungsmitglied“, der Seehund „Deern“, der seit der Gründung 1985 hier lebt. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen treten wir die Rückfahrt über Meldorf an. Der Dom ist leider verschlossen, so legen wir nur eine kurze Rast ein. Etwas vom heutigen Lunchpaket ist noch in den Radtaschen.

Der Sonntag verläuft ruhiger. Wir fahren nach Büsum und sehen uns die Stadt zuerst vom Schiff aus an. Danach besichtigen wir Büsum von Land aus. In der „Schäferei“ erwartet uns Kaffee und Kuchen.

Am Montag heißt es Abschied nehmen – wir müssen zurück.

Fazit: Eine gelungene Fahrt mit vielen interessanten Eindrücken vom platten Land mit viel Weitsicht, freundlichen Menschen, kleinen Hügeln etwas Regen und viel Wind – genau so hatten wir uns unser nördlichstes Bundesland vorgestellt. Wenn auch der Titel der Tour von den Tourleitern nicht immer eingehalten werden konnte, das versprochene „Rundum Sorglos-Paket“ und noch mehr haben wir erhalten. Dies war bestimmt nicht unsere letzte Tour mit dem ADFC Hamminkeln – herzlichen Dank für einen tollen Urlaub.

© 2020 ADFC Kreisverband Wesel e. V. OG Hamminkeln e. V.