Abbiegen (§ 9 StVO)

Wer abbiegen will, muss dies rechtzeitig und deutlich anzeigen. Außerdem gilt die „doppelte Rückschaupflicht“: Umschauen vor dem Einordnen und noch einmal vor dem Abbiegen. Auf sein Gehör sollte man sich nie verlassen – es könnte ja auch ein schneller Radfahrer von hinten kommen.

Radfahrer, die links abbiegen wollen, müssen den entgegenkommenden und den nachfolgenden Verkehr im Auge behalten. Dabei haben sie die Wahl: Zum direkten Linksabbiegen auf der Fahrbahn dürfen Radfahrer den Radweg rechtzeitig vor der Kreuzung verlassen, um sich auf der Fahrbahn einzuordnen – und das auch dann, wenn der Radweg benutzungspflichtig ist. Dabei müssen sie nach der neuen StVO nicht mehr an der rechten Seite abbiegender Fahrzeuge bleiben, sondern können sich vor bzw. hinter ihnen einordnen.

Ist für das Abbiegen eine Radverkehrsführung vorhanden, können Radfahrer diese benutzen, müssen es aber nicht, sofern sie rechtzeitig vor der Kreuzung auf die Fahrbahn wechseln.

Wer sich beim direkten Linksabbiegen unsicher fühlt, kann stattdessen das indirekte Linksabbiegen wählen. Dazu fährt man zunächst geradeaus über die Kreuzung und überquert die Straße dann vom rechten Fahrbahnrand aus. Die Pflicht zum Absteigen, wenn die Verkehrslage es erfordert, ist entfallen. 

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