Investitionsstau bei schulischen Fahrradabstellanlagen

Der Fahrradrahmen kann bei den meisten Abstellanlagen nur bei unüblicher Nutzung angeschlossen werden.

Eine Erhebung der Verwaltung bezüglich der Radabstellanlagen an den weiterführenden Schulen in Unna liegt nun vor.  Sie zeigt, dass sowohl die Quantität als auch die Qualität der schulischen Anlagen die Note "Mangelhaft" verdienen und eine hoher Handlungsbedarf besteht.

In Unna findet nur jeder 4. Schüler der Allgemeinbildenden Schulen einen Stellplatz vor. Laut Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft (1) der Fahrradfreundlichen Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen (AGFS) sollte jedoch jeder Zweite einen Stellplatz zur Verfügung haben. Nimmt man die Vorlage der Verwaltung als Berechnungsgrundlage, so fehlen an Unnas Schulen 1590 Plätze.

Das Pestalozzi-Gymnasium ist nach der Statistik mit einer Quote von 39% eigentlich gut gestellt. Die Verwaltung hat jedoch genau hingeschaut und festgestellt, dass viele Plätze aus Platzmangel nicht wirklich nutzbar sind. Lediglich 17 %  beträgt die Quote am PGU daher real.

Schlusslicht ist das Ernst-Barlach-Gymnasium

Die Schule mit der schlechtesten Ausstattung ist das Ernst-Barlach-Gymnasium. An dieser Schule findet noch nicht einmal jeder 10. Schüler einen ordentlichen Abstellplatz vor. Die wenigen vorhandenen Plätze werden nicht angenommen, da die Radhalter zum Teil verbogen sind oder eine beidseitige Nutzung aus Platzgründen nicht möglich ist oder ein Müllcontainer die Stellplätze versperrt.

Neue Anlage mit unzeitgemäßer Ausstattung an der Peter-Weiss-Gesamtschule

Eine recht neue Anlage für 140 Räder steht an der Peter-Weiss-Gesamtschule. Sie ist überdacht. Sie entstand im Rahmen des Umbaus der Grünen Mitte. Leider fielen durch den Umbau mehr Radparkplätze weg als neue errichtet wurden. Die neue Anlage berücksichtigt auch nicht die Erkenntnis, dass Schüler zu einem überwiegenden Prozentsatz Mountainbikes mit breiten Reifen fahren. Die meisten Führungsrillen sind für diese Räder zu schmal. Bei kommenden Neubauten sollte man dies beachten. Auch sollte in Zukunft sichergestellt werden, dass der Rahmen der z.T. sehr wertvollen Räder mit angeschlossen werden kann.

Insgesamt muss der Stadt Unna für diese Untersuchung ein großes Lob ausgesprochen werden. Sie bietet den Unnaer Politikern und Verwaltung wertvolle Planungsgrundlagen. Fazit allgemein muss sein: Unnas Schulen brauchen mehr Abstellanlagen in besserer Ausstattung, damit Schüler mit guten Rädern und ruhigem Gewissen zur Schule fahren können.

(1) .... und wo steht Ihr Fahrrad?

Hinweise zum Fahrradparken für Architekten und Bauherren

Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in NRW

1. Auflage August 2003

 

 

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