Durch das Möhnetal - von der Quelle bis zur Mündung

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Beschreibung

Fahrt mit dem Zug nach Brilon, Rückfahrt per Rad.

Für diese Tour ist eine Anmeldung bei Werner Wülfing, Tel. 02303-12981 erforderlich!

Weitere Informationen

Die Quelle

Die Möhne, neben der Lenne der wasserreichste Zufluss in die Ruhr, ist 65 km lang. Sie von der Quelle bis zur Mündung zu erfahren, ist das selbstgesteckte Ziel unserer Tour. Nur hier beginnt unser erstes Problem: Wo bitte ist die Quelle der Möhne?

Die Möhne wird aus drei Quellbäche, die Aa, derGoldbach und die Hunderbecke, gespeist -. Sie durchfließen die Briloner Hochfläche. Im Massenkalk dieses Höhenzugs verschwinden die Bäche in Bachschwinden oder Schwalglöchern im Untergrund. Viele dieser Bachschwinden wurden jedoch verfüllt, sodass die Wasser nicht mehr gänzlich im Erdreich verschwinden und ihre Bachbetten nicht mehr trockenfallen. Keiner der Quellbäche trägt den Namen Möhne.

Nach heftigem Streit der Briloner Stadtmütter und -väter wurde die Lage der Möhnequelle erst im Jahr 1971 auf eine Stelle aus touristischen Erwägungen oberhalb des Briloner Kurparkes am Osthang des Poppenbergs auf etwa 545 m über NN in der sogenannten „Kleinen Schweiz“ festgelegt. Allerdings beanspruchen auch andere Stadtteile die Lage des Ursprungs.

Die Möhnequelle, © CC BY-SA 4.0 SteveK

Den Zusammenfluss von Aa und Hunderbecke nördlich von Brilon nennt man "Möhneursprung". Ab hier trägt der der Wasserlauf den Namen „Möhne“.

Der Pengel-Anton-Radweg

Bei unserer Tour entlang der Möhne folgen wir in weiten Teilen dem Pengel-Anton-Radweg. Der „Pengel Anton“ oder auch „Pängel Anton“ bzw. „Pingel Anton“ ist ein westfälischer und norddeutscher Ausdruck für die dampflokbetriebene Eisenbahn. Von 1899 bis 1960 verkehrten auf der Strecke Soest-Brilon Personenzüge. Im Jahr 1970 wurde der Güterverkehr zwischen Soest und Belecke eingestellt und die Gleise entfernt. Der brachliegende Bahnkörper wurde fünfzehn Jahre später für den Radverkehr ausgebaut. Auf diesem verläuft nun der Möhnetal-Radweg.

Ab Brilon befahren wir diesen Weg durch den Naturpark Arnsberger Wald entlang der Möhne mit leichtem Gefälle. In Rüthen erreichen wir schnell den Kreis Soest. Zwischen Rüthen und Belecke sehen wir die verschiedenen Landschaftsmerkmale dieser Region. Nördlich der Route entdecken wir die Ackerflächen am Südhang der Haar, südlich unserer Strecke die ausgedehnten Waldgebiete des Naturparks Arnsberger Wald.

Denaturierung der Möhne

Von 2010 bis 2014 wurde die Möhne renaturiert. Das Life-Möhne-Projekt wurde finanziert durch die Europäische Union. Noch in den 1950er Jahren wurde die Aue der Möhne durchgehend als Grünland genutzt. Dazu wurden Flächen entwässert, andere Flächen bewässert. Später fielen viele Flächen brach oder wurden mit Rotfichte aufgeforstet. Der Fluss wurde begradigt und die Ufer vielfach befestigt. Ziel des Life-Projektes war der Rückbau, um die Eigendynamik der Möhne wieder zu aktivieren. Nebenläufe und Mäander wurden angelegt, um eine Laufverlängerung der Möhne zu schaffen. Um die Dynamik im Fluss zu erhöhen wurde Totholz in Form von Baumstämmen in den Fluss eingebaut. In der Aue wurden Fischteichanlagen entfernt und viele Brachflächen und Fichtenwälder in ursprüngliches Grünland umgewandelt.

Flussabwärts radeln wir nun entlang der Möhne und erreichen hinter Völlinghausen den Möhnesee. Hier verlassen wir die alte Bahntrasse, die uns ansonsten in weiten Schwüngen und in sanften Steigungen aus dem Tal hinauf auf den Höhenrücken des Haarstrangs und von dort zur Hansestadt Soest führen würde. Wir bleiben jedoch auf dem Möhnetal-Radweg, der uns für 10 km am Südufer der Möhnetalsperre entlang bis zur Staumauer führt.

Die Möhnetalsperre

In den Jahren zwischen 1908 bis 1912 wurde die Staumauer der Möhnetalsperre gebaut und 1913 eingeweiht. Dem nun aufgestauten See mussten 140 Bauernhöfe mit 700 Menschen weichen. Die Möhnetalsperre kann über 100 Mio. Kubikmeter Wasser aufnehmen. Dies dient der Stromerzeugung und dem Hochwasserschutz. Die wichtigste Bedeutung dieses Wasserspeichers liegt jedoch in der Niedrigwasserauffüllung der Ruhr. Die Regulierung der Ruhr ist für die Trinkwasserversorgung der Menschen im Ruhrgebiet bedeutsam, da 20 Wassergewinnungsanlagen durch die Ruhr gespeist werden, die wiederum 2,2 Mio. Menschen im nördliche Ruhrgebiet mit Trinkwasser versorgen. Auch die anliegende Industrie wird mit großen Mengen an Rohwasser aus der Ruhr versorgt.

Neben der Erholung der Menschen dient dieser Stausee auch den Tieren als wichtiger Lebensraum. Der Möhnesee ist mit 4.000 bis 6.000 Wasservögeln ein wichtiger Rastplatz und deshalb ist er als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Am Seeufer brüten Stockente, Reiherente, Teichhuhn, Blässhuhn, Höckerschwan, Graugans, Kanadagans, Nilgans, Graureiher und Haubentaucher. Ein wichtiger Grund für größere Rastvorkommen von Tauchenten und Blässhühnern ist das Vorhandensein der Wandermuschel im See. Der See ist sehr fischreich. Es wurden 13 Fischarten bei Probebefischungen des Ruhrverbands gefunden. Die größten Bestände kommen von Flussbarsch , Kaulbarsch und Rotauge.

Zerstörung der Staumauer im Zweiten Weltkrieg

Die Staumauer wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen britischen Bombenangriff am 17. Mai 1943 mit eigens zu diesen Zweck konstruierte über das Wasser hüpfende Rollbomben zerstört. Aufgrund der hierdurch entstandenen 12 m hohen Flutwelle, die sich über die Möhne bis weit ins Ruhrtal ergoss, kamen über 1600 Menschen ums Leben.

Von Helmut von Papen in der Wikipedia
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19265777

Ein Mahnmal am früheren Kloster Himmelpforten erinnert heute an die Toten der Katastrophe.

Die Möhnemündung in Neheim

Etwa 13 Flusskilometer unterhalb des Sperrwerkes mündet die Möhne bei Neheim in die Ruhr. Die Stadt ist heute ein Ortsteil von Arnsberg und wurde damals von Flutwelle besonders schwer getroffen. Die meisten Tote waren Zwangsarbeiter aus dem Neheimer Lager „Möhnewiesen“, das durch die Wassergewalt total zerstört wurde. In Neheim gibt es vor der St. Johannes Kirche eine weitere Gedenkstätte. Der von der Abwurfstelle am weitesten entfernte Todesfall in Zusammenhang mit der Flutwelle ereignete sich in Essen-Steele, über 100 km jenseits der Staumauer.

Termin

Sa, 08.06.2019, 07:20 Uhr

Treffpunkt

Bahnhof Unna

Bahnhofstraße

59423 Unna

Tourenleitung

Werner Wülfing

werner.wuelfing(..at..)adfc-unna.de

Telefon: 0176 65852295
Stellvertretende Tourenleitung
Siegmund Beier

Toureigenschaften

Routenlänge:
105 km
Zusatzkosten:
Es entstehen Kosten für Anreise nach Brilon mit der Bahn.
gefahrene Geschwindigkeit:
22-25 km/h
Oberfläche:
Asphalt
Schwierigkeitsgrad:
schwer
Steigung:
hügelig
Tourart:
Tagestour
Umfeld:
Flussradweg
Verkehrsbelastung:
Geringer Autoverkehr

Veranstaltender Verein

Stand: 29.12.2018, 18:21 Uhr

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