Das Fahrradklima im Kreis Unna wird rauer

10.04.19
Kategorie: Unna, Rad in den Medien





ADFC gibt die Ergebnisse des Fahrradklima-Test 2018 bekannt

Seit 2012 befragt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die Bürger im Abstand von zwei Jahren bundesweit nach der Fahrradfreundlichkeit ihrer Kommune. Die Ergebnisse im Kreis Unna zeigen einen deutlichen Negativtrend und widersprechen den selbstgestecken Zielen der Kommunen.

 

Lediglich mit befriedigenden bis ausreichenden Noten bewerten die Radler das Fahrradklima im Kreis Unna. In Bergkamen gibt es die größte Zufriedenheit unter den Radfahrenden (Durchschnittsnote 3,45), dicht gefolgt von Selm (3,82), Lünen (3,92) und Unna (3,97). In der Stadt Schwerte wird das Fahrradklima mit 4,08 am schlechtesten bewertet. 

 

Bundesweiter Trend: Sicherheitsgefühl beim Radfahren immer schlechter

Das Fahrradklima, also die Zufriedenheit der Radfahrenden, hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur im Kreis Unna, sondern auch bundesweit immer weiter verschlechtert, besonders das Sicherheitsgefühl. Im Kreis Unna ist diese Entwicklung jedoch deutlicher zu beobachten. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass man Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein mit dem Rad fahren lassen kann. Falschparker auf Radwegen, die schlechte Führung des Radverkehrs an Baustellen, ungünstige Ampelschaltungen und die fehlende Breite von Radwegen sind die am meisten kritisierten Probleme.  

 

Getrennte und geschützte Radspuren vom Autoverkehr werden gewünscht

Die Zusatzfragen haben ergeben, dass es den Befragten am wichtigsten ist, auf dem Rad als Verkehrsteilnehmer akzeptiert zu werden, sich sicher zu fühlen, hindernisfreie Radwege vorzufinden, wenig Konflikte mit Fußgängern zu haben und auf breiten Wegen für den Radverkehr unterwegs zu sein. 81 Prozent der Befragten ist es wichtig, vom Autoverkehr getrennt Rad zu fahren, unter den Frauen sind es sogar 86 Prozent.

 

„Das Unsicherheitsgefühl der befragten Radfahrenden korrelliert deutlich mit den Unfallstatistiken der Polizei, die seit Jahren Steigerungen im Unfallgeschehen mit Radfahrenden aufzeigen.,“ deutet Werner Wülfing, Vorsitzender des ADFC Kreisverbandes Unna. Einen Grund für diese Entwicklung sind nach Ansicht Wülfings die gestiegene Verkehrsdichte und der nicht schritthaltende Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur.

 


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