Groß-Demo Hambacher Wald 6. Oktober 2018

 

OK – viel Text für einen Newsletter Artikel – aber wichtig, um die Zusammenhänge zu verstehen, und - ihr kriegt auch eure Bilder.

Am 7.09.2018 erhielten wir den Hilferuf von Prof. Dr. Hubert Weiger (Vorsitzender des BUND): „Noch während die Kohle-Kommission über die Rahmenbedingungen für den deutschen Kohleausstieg verhandelt, will RWE Fakten schaffen und im Hambacher Wald weiter Bäume roden, um dem Braunkohlentagebau Platz zu machen.

Für den BUND ist die drohende Rodung ein zentraler Konflikt. Damit legt RWE die Axt an die Zielsetzung der Kohle-Kommission, einen breiten gesellschaftlichen Konsens zum Ausstieg aus der Kohle auszuhandeln. Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Kommission erfolgreich arbeitet. Deshalb sehen wir in einer möglichen Rodung des Hambacher Waldes eine erhebliche Gefährdung der Mitarbeit des BUND in der Kommission.

Seit Jahren kämpft unser Landesverband Nordrhein-Westfalen für den Hambacher Wald; mit Aktionen, mit politischer Überzeugungsarbeit aber auch juristisch, wie mit der im April eingereichten Klage gegen die Zulassung des Hauptbetriebsplans zur Fortführung des Tagebaus Hambach. Dieser Antrag war notwendig geworden, um rechtzeitig vor dem möglichen Beginn der Rodungssaison am 1. Oktober eine gerichtliche Entscheidung gegen die Rodung herbeizuführen.

Wir wollen unseren Landesverband Nordrhein-Westfalen unterstützen und fordern deshalb in einer bundesweiten Eilpetition die Landesregierung NRW und die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass RWE keine Rodung vornimmt – solange über den Kohleausstieg verhandelt wird.

Ich bitte Sie, die Gruppen, Aktiven, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen im gesamten BUND, diese Petition zu unterstützen und zu verbreiten. Der Hambacher Wald muss erhalten bleiben!

Also wird erst mal voll solidarisch eine Tour für den 14. Oktober eingestellt.

Am 18.09. folgt die nächste Hiobsbotschaft: „Nachdem RWE vergangene Woche mit der Räumung der Baumhäuser im Hambacher Wald begonnen hat, ziehen auch wir unsere Proteste vor. Denn eins ist klar: Die Räumung bereitet die Rodung vor."

Nun heißt es am 6. Oktober: "Wald retten! Kohle stoppen!"

Also wird erst mal voll solidarisch eine Tour für den 6. Oktober eingestellt.

Jetzt wird es eng. Unerwartet drohte eine Demo vor einem gerodeten Wald. Deshalb wird die Demo vorgezogen, um noch irgendwas zu retten. Also werden die benachbarten ADFC-Gliederungen angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Es gibt Zusagen vom ADFC Mönchengladbach und Köln. Sogar Düsseldorf aktiviert seine Mitglieder für den Start um 7 Uhr morgens – nicht so meine Zeit. Unser Treff am 6. 10. 2018 ist um 9 Uhr vor der Radstation. Sehr erfreulich finde ich, dass sich ein anderes Klientel eingefunden hat, BUND- und ADFC-Radler sehr gemischt.

 

Hambacher Wald: 50.000 Menschen bei Kundgebung  "Wald retten - Kohle stoppen"

Noch am Freitagmorgen stand alles gegen uns und den Wald: RWE bereitete die Rodung vor, die Großdemo am nächsten Tag von der Polizei verboten! Am Abend stand fest: Sowohl das Oberverwaltungsgericht Münster sieht keine Belege dafür, dass die Rodungen im Hambacher Forst notwendig sind. Der Energiekonzern RWE muss die muss die Vorbereitungen für die Rodungen stoppen  - und kurze Zeit später sieht auch das das Verwaltungsgericht Aachen keinen Grund mehr, das Demonstrationsverbot am Hambacher Forst aufrechtzuhalten.

Und am Samstag: Mit 50.000 Teilnehmenden feiern wir den Rodungsstopp und setzen ein riesiges Zeichen für den Kohleausstieg.

 

In Köln auf dem Rudolfplatz war der WDR mit einem Reporterteam und berichtete in mehreren Sondersendungen von der alternativen Anreise der Fahrradfahrer
10:15 Uhr: Es geht weiter - die Gruppe ist auf 70 Radfahrer angewachsen.
Das Wimmelbild „Verwurzelt im Widerstand – Bilder aus dem Rheinischen Braunkohlerevier“ entstand in 9-monatiger Arbeit. Am 3.10. wurde es von dem Künstler im Hambi-Camp vorgestellt. Es ist an der Radstation in Bergisch Gladbach zu sehen - aber nur für kurze Zeit ;-)
© Sabine Krämer-Kox, ganz schön viele Radler haben sich der Demo-Tour noch angeschlossen
© Sabine Krämer-Kox, mit wehender Fahne auf zum Hambacher Wald. Es gibt noch viele Wälder, welche akut bedroht sind, z.B. den Neuborner Wald zwischen heidkamp und Lückerath. Das wird die nächste Baustelle
© Sabine Krämer-Kox, unsere Tour führt uns durch die Ville, welche Teil des Nutparks Rheinland ist
© Sabine Krämer-Kox, Köln lassen wir hinter uns. Es wird unerwartet bergig.
© Bernhard Werheid, Immer wieder ein erhabenes Gefühl: Unter uns der Stau - wir fahren frei und unbeschwert.
© Sabine Krämer-Kox, die Kavalerie kommt ...
© Sabine Krämer-Kox, es wird eng ...
© Sabine Krämer-Kox, sehr lobenswert - die Polizei unterstützt die 1,5m Abstand Kampagne
© Bernhard Werheid, Sonnenschutz im Oktober. Der Sommer hört nicht auf. Ist schön, aber auch ein wenig unheimlich.
© Sabine Krämer-Kox, vielleicht bleibt auch Schumis Kartbahn?
© Sabine Krämer-Kox, hambi bleibt
© Bernhard Werheid, Die Bechsteinfledermaus am Haken
© Sabine Krämer-Kox, ein cooler Tesla - hoffentlich mit Öko-Strom betankt
© Bernhard Werheid - kein Stau mehr - jetzt ist gar kein Auto mehr da. Die Polizei hat das Meckenheimer Kreuz gesperrt
© Sabine Krämer-Kox, Hunderte Busse aus dem Bundesgebiet und dem banachbarten Ausland suchen sich ihren Platz
© Sabine Krämer-Kox, Manheim gesperrt - natürlich nur für Autos
© Sabine Krämer-Kox, das Hambi-Camp, aufgebaut am 19.09.2018. Ein Zufluchtsort für fernanreisende Symphatisanten des Hambacher Waldes.
© Sabine Krämer-Kox, Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn
© Sabine Krämer-Kox, Am Rande des Tagebaus Hambach eröffnete 2012 in Elsdorf-Berrendorf-Wüllenrath das Forum :terra nova, ein Aussichts- und Besucherforum mit angeschlossener Gastronomie. Von dort lassen sich die riesigen Schaufelradbagger bei ihrem Einsatz im Tagebau beobachten.
© Bernhard Werheid - Kohleland ist Ödland
© Sabine Krämer-Kox, da hilft auch kein Smiley
© Sabine Krämer-Kox, zurück geht es über den Speedway :terra nova
© Sabine Krämer-Kox, Aus der ehemaligen Abraumbandtrasse zwischen dem früheren Tagebau Bergheim und dem Tagebau Hambach entstand inzwischen ein rund 14 km langer kreuzungsfreier Rad- und Freizeitweg - der "Speedway :terra nova".
© Bernhard Werheid, Schloss und Park Paffendorf - ist immer ein Radausflug wert

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