Agger-Dörspe Trilogie (1): Tour mit Manfred Braun

Karte der Agger-Dörspe Etappe
© Sabine Krämer-Kox
© Sabine Krämer-Kox

Nachdem wir in unserem letzten Newsletter mehr oder weniger aus 2. Hand über die am 11.09.16 neu eröffnete Agger-Dörspe Etappe des Bergischen Panorama-Radweges, den Wegeringhauser Tunnel und den Treffpunkt alter Bahnhof Hützenmert (Jausenstation) berichteten, konnten wir all dies im Rahmen einer von Manfred Braun geführten Radtour (ADFC Leverkusen) einem Praxistest unterziehen. Um es vorweg zu nehmen: Test (mit Bravour) bestanden! Abzüge in der B-Note gab es lediglich für das Wetter. Das hätte in der „:aqualon-Wertung“ besser abgeschnitten. Aber diesmal stand nicht das Thema „Wasser“ im Mittelpunkt des Interesses, sondern eine Trasse, ein Tunnel und eine Jausenstation.

Zunächst „zur“ Trasse: Anfahrt mit der Deutschen Bahn AG von Köln aus. Der Ausstieg, erfolge in Gummersbach, da hier ein moderner Bahnhofsbau „stufenloses“ Verlassen des Bahnsteiges (ohne Aufzug) ermöglicht, was Pedelec Nutzern und Radlern sehr entgegenkommt, deren Gefährte(n) unter der Last schwerer Packtaschen mit Kleidung, Werkzeug und Proviant fast zusammenbrechen. Diesen Bahnhof könnten wir an dieser Stelle „en passant“ eigentlich mit in die Wertung einbeziehen. Prädikat: sehr gut - wenn wir schon mal dabei sind.

Die Trasse selbst: glatte Teerdecke, Beschilderung mit(tels) Knotenpunktsystem, grüne Landschaft, baumbewachsene Böschungen. Alles bestens. Keine besonderen Auffälligkeiten negativer Art.

18 Infotafeln vorhanden – haben wir allerdings nicht nachgezählt - und nur eine, und zwar die mit der Firmengeschichte der Fa. Schwalbe, exemplarisch betrachtet und für gut befunden. Diesen Tafeln und der Geschichte des Tals werden wir nächstes Jahr einen gesonderten Artikel widmen.

Agger-Dörspe Trilogie (2): Liebe im Tunnel

© Sabine Krämer-Kox
© Sabine Krämer-Kox
© Steffi Gräve-Lütticke, Drolshagen Marketing e.V.

Angenehm auf der neuen Agger-Dörspe Etappe des Bergischen Panorama-Radweges dahin rollend erreichen wir den Wegeringhauser Tunnel, der wie bereits zitiert, mit 724 m der zweitlängste Radwegetunnel Deutschlands und der längste NRWs ist.

Im Sommer wird er hauptsächlich von Radfahrern frequentiert, im Winter von Fledermäusen, die sich hier zwecks Winterschlaf an einander kuscheln. An der Decke verläuft Gitterband durch den gesamten Tunnel (mit Fluchtwegzeichen) – wir vermuten, damit die Federmäuse besser „abhängen“ können (und im Notfall den Ausgang finden ;-).

Aber der Tunnel ist nicht allein zum Schlafen da! Die männlichen Wasserfledermäuse erwachen irgendwann, wecken (immerhin!) ein Weibchen, das es ihnen besonders angetan hat oder einfach das, das am nächsten abhängt (denn nachts sind ohnehin alle Fledermäuse grau), um sich zu paaren. Dies erspart mühsames Anlocken des Weibchens, Einladungen zum Insekten-Essen(s. u.), romantische Mondbetrachtungen oder gemeinsame „Ausflüge“ in die Umgebung.

Fledermäuse sind übrigens die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können (passiv fliegen kann schließlich jeder, der im Besitz eines Flugtickets ist)… Eine Fledermaus vertilgt jede Nacht Mücken, Fliegen, Nachtfalter, Käfer, Spinnen o. ä.,  deren Gesamtgewicht einem Drittel bzw. der Hälfte des Körpergewichts der Fledermaus entspricht. Diese Futtermengen sind im Winter nicht verfügbar. Was liegt da näher, als diese ohnehin ungemütliche Jahreszeit in einen Tunnel einfach zu verschlafen.

Um Fettreserven zu sparen, gleicht sich die Körpertemperatur der Umgebungstemperatur an, Herzschlag und Atmung verlangsamen sich um das 40fache, das Gewicht verringert sich trotz dieser Maßnahmen um ca. 30 %. Fledermäuse reagieren extrem empfindlich auf Störungen, was dann zum Tod führt, wenn die Tiere zu viel Energie verbrauchen und dadurch schwach und anfällig werden. Deshalb wird der Tunnel in den Wintermonaten mit Eisentoren verschlossen. Wessen Interesse jetzt nicht nur für den Winterschlaf der FLEDERMÄUSE geweckt wurde, der findet weitere Informationen zur Fledermaus auf der Internetseite des NABU: www.fledermausschutz.de .

Agger-Dörspe Trilogie (3): „Blondes Blech“

© Sabine Krämer-Kox
© Sabine Krämer-Kox
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Eine Spezialität der direkt an der neuen Agger-Dörspe Etappe des Bergischen Panorama-Radweges gelegenen Jausen-Station in Drolshagen-Hützemert  ist „Blondes Blech“ – von manchen auch scherzhaft als „Blondes Gift“ bezeichnet. Blondes Blech ist etwas für Leute, die es süß mögen. Es handelt sich um einen Blechkuchen, bestehend aus einer Basis aus geraspelten Nüssen, darauf eine Sahneschicht mit Eierlikör.  Als wir ankamen, war gerade eines fertiggestellt und die Süßen unter uns „fielen darüber her“. Diejenigen, die Herzhaftes bevorzugen, kamen in den Genuss von Wildgulasch in einer sehr leckeren Sauce hierzu wurde frisches Brot gereicht. Dazu ein alkoholfreies Hefeweizen aus der DingsDa-Brauerei und alle kauten sichtlich zufrieden. Die Gastwirtin war sehr freundlich und hatte  Geduld mit der „lärmenden Meute“.

 

Die Einrichtung ist sehr gemütlich – ein Tresen, eine moderne Sitzecke, außerdem 2 Gast-Räume, einer mit einer längeren „Tafel“, einer mit 2 Tischen, die je 6 Personen mit entsprechendem Rad-Gepäck Platz bieten (= Testobjekt). Darüber hinaus gibt es noch einen Raum, dessen Abschluss die aus Eisenbahnwaggons bestehende Bühne bildet.

 

Historische Fotos zieren die Wände. Die Toiletten-Türen sind mit  ehem. Zug-Schildern dekoriert. Ein historischer Schaukasten aus dem englischsprachigen Teil dieser Welt  mit einer Modell-Dampflok,   einer Fahrkarte der Cunard-Line, einer Trillerpfeife u. v. a. m.  weckt nostalgische Gedanken.  Eine breite Auswahl an Prospekten, Karten, Touristik-Tipps liegt zum Mitnehmen bereit. 

 

Dampflok Emma begrüßt die Besucher. Mit Ausnahme des Fahrradabstellplatzes hatten wir wetter-/temperaturbedingt  keine Muße, die Außenanlagen, wie beispielsweise die Terrasse auf dem Eisenbahnwagen,  zu testen. 

Weitere Informationen und Bilder finden sich hier:

 

http://www.huetzemert.de/treffpunkt-alter-bahnhof/

Öffnungszeiten:
Im Sommer,
samstags von 14 bis 18 Uhr
sonntags und an Feiertagen von 13 bis 18 Uhr.

 

Sabine Krämer-Kox

© 2019 ADFC KV RheinBerg-Oberberg