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Sicherer 2-Richtungs-Geh-/Radweg an der L 58!

20.12.19
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Verkehrsplanung

© Sabine Krämer-Kox - Einmündung Dürscheid Richtung Dürscheid



© Sabine Krämer-Kox - Einmündung Dürscheid Richtung Lützenkirchen



© Sabine Krämer-Kox - Fussweg Dürscheid Richtung Lützenkirchen



© Sabine Krämer-Kox - Reparaturen im Gehweg Juli 2019



© Sabine Krämer-Kox - (Nur-)Gehweg Richtung Dürscheid. Radfahrende sollen auf die Rennstrecke



© Sabine Krämer-Kox - (Nur-)Gehweg Richtung Lützenkirchen



Zwischen der Einmündung Burscheid-Dürscheid und Leverkusen-Lützenkirchen existiert bereits seit Jahrzehnten auf rund einem Kilometer Länge ein durch einen Grünstreifen und teilweise durch Leitplanken von der Fahrbahn getrennter GEHWEG. Dieser liegt auf der linken Seite der L 58 in Richtung Lützenkirchen. Der vorhandene Weg befindet sich in einem schlechten Zustand. Radfahrende nutzen diesen Weg in beiden Richtungen, zum Teil ohne sich dessen bewusst zu sein, dass sie die Fahrbahn befahren müssten. Das Befahren der L 58 ist für Radfahrer jedoch mit einem erheblichen Sicherheitsrisiko verbunden.

Anwohnerin bittet ADFC um Hilfe

Im August dieses Jahres wandte sich eine Dürscheiderin mit der Fragestellung an den ADFC, was man tun könne, damit der Weg offiziell als Radweg gelte. Im Vorfeld hatte sie sich wegen der Schäden in der Wegoberfläche an Straßen.NRW als Baulastträger gewandt. „Die Straßenmeisterei hat auch die Risse beseitigt und zugemacht“, freut sie sich, jedoch erhielt sie die Auskunft, der Weg sei eigentlich nur für Fußgänger zugelassen und nicht für Räder, da die Mindestbreite nicht gegeben sei. Passiere Unfall mit einem Fußgänger und einem Fahrradfahrer, sei der Fahrradfahrer der Dumme. Die besorgte Anwohnerin führt aus „Aber dieser Weg wird von Fahrradfahrern und Fußgängern genutzt, insbesondere auch von Kindern-und Jugendlichen, die z. B. nach Leverkusen zum Werner-Heisenberg-Gymnasium oder auch nach Lützenkirchen fahren und dort ihr Rad abstellen, um weiter mit dem Bus zu fahren“. Weiter versinnbildlichte die Dürscheiderin, dass man die Fahrbahn als Radfahrer nur benutzen könne, „wenn man vorher eine gute Lebensversicherung abgeschlossen hat“. Als Anwohnerin i. w. S. weiß sie, dass „die Autos dort mit teilweise 80 - 100 Stundenkilometern an einem vorbei rasen. Das finde ich recht gefährlich zumal die Kurven schlecht einzusehen sind. Insbesondere ist es für Kinder eigentlich nicht möglich dort zu fahren“.

Wir als ADFC Kreisverband kennen diese Strecke und nutzen sie ebenfalls seit langem. Wir haben die Kritikpunkte aufgegriffen und sind der Sache nachgegangen bzw. „-gefahren“. 

Gefahrensituation Fahrbahn L 58

Es gibt an dem betreffenden Teilstück der L 58 keine Geschwindigkeitsbeschränkung, da die Straße hier außerorts verläuft. Es handelt sich um eine beliebte „Raserstrecke“ für Pkw und Motorräder; doppelte Leitplanken weisen auf ein hohes Gefahrenpotenzial für und durch Kraftfahrzeuge/Motorräder hin, die ggf. von der Fahrbahn abkommen könnten. Die Strecke ist viel befahren, da sie die direkte Verbindung zwischen Burscheid und Lützenkirchen darstellt. Die Fahrbahn ist schmal, kurvenreich, unübersichtlich, verläuft durch eine Senke und ist darüber hinaus unbeleuchtet. Breite Fahrzeuge, wie z. B. Busse, Lkw sowie landwirtschaftliche Großfahrzeuge befahren die schmale Straße. Es fehlt eine Mittellinie. Dies soll die Straße optisch schmaler erscheinen lassen, um Kraftfahrzeuge zum vorsichtigen Fahren zu veranlassen. Das funktioniert jedoch meist nur theoretisch, in der Praxis bewirkt die Maßnahme leider oft das Gegenteil.

Bedeutung der Strecke für Freizeit- und Alltagsradler
Die Strecke ist für Radfahrende Bestandteil der einzigen Anbindung zwischen Dürscheid (Burscheid/Lambertsmühle) und Lützenkirchen.  Sie ist Teil von Wegen zu Schulen, u. a. zum Werner-Heisenberg-Gymnasium in Lützenkirchen. Die „Mühlental-Runde“, eine der fünf touristischen Radtouren um Burscheid, verläuft hier. Sie ist Teil der Route, die über das Wiehbachtal zum Panorama-Radweg Balkantrasse führt und sorgt somit für Anbindung an das überregionale Radwegenetz, das Knotenpunktsystem der RadRegionRheinland sowie die Rheinschiene.

 

Ein sicherer Verkehrsweg für Radfahrende ist dringend notwendig!

Kurzfristig kann durch klare Beschilderung Rechtssicherheit geschaffen werden, auf lange Sicht ist der Ausbau zu einem 2-Richtungs-Geh- und Radweg notwendig. Letzteres bezieht die Strecke ab Ortseingang Lützenkirchen bis Abzweig Wiehbachtal/Biesenbach mit ein. Hier kommt allerdings erschwerend hinzu, dass die Kreisgrenze überschritten wird.  

Der ADFC RheinBerg-Oberberg e. V. hat nunmehr zwei Ersuchen an die Stadt Burscheid gerichtet. Zum einen die Beantragung der Freigabe des bestehenden Gehweges für Radfahrer in beide Richtungen bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde (Verkehrs-Zusatzzeichen: „Radfahrer frei“ und Zusatzzeichen 1000-31). Darüber hinaus wird darum gebeten, bei  Straßen.NRW eine Fortführung der Ertüchtigung zu erwirken.

Zum anderen Beantragung der Aufnahme der Strecke in das Landesstraßenbauprogramm "Radwegebau an bestehenden Landesstraßen“ (UA II r) bei der Verkehrskommission des Regionalrates des Regierungsbezirkes Köln zu sowie Einbringung des Ausbau als Projekt in die Regionale 2025.

Aktueller Sachstand

Laut Auskunft der Stadt Burscheid vom 20.12.2019 wurden die beiden Anträge bereits am 14. November 2019 den Mitgliedern des Rates der Stadt Burscheid vorgestellt. Der Rat der Stadt Burscheid hat sich den Anträgen angeschlossen.

Weiterhin teilt die Stad Burscheid mit, der Bürgermeister habe alle drei Anträge gemäß § 13 Abs. 2 der Hauptsatzung zuständigkeitshalber an Straßen.NRW, Regionalniederlassung Rhein-Berg weitergeleitet, mit der Bitte sich der Themen anzunehmen.


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