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Sichere Verbindung zwischen Dabringhausen und Burscheid-Hilgen

05.03.18
Kategorie: Verkehrsplanung, RheinBerg-Oberberg

©BASt Verkehrsschild Fahrradstraße Anfang



01-Lage im Kreisgebiet



02-RundumBlick



03-K18(blau) und L294(rot)



03-K18 Luftbild



04-K18 mit Höhenprofil



05-Verbindung Knotenpunktsystem RadRegionRheinland



06-Anbindung an Knotenpunktsystem



©Sabine Krämer-Kox - Balkantrasse überquert K18



©Sabine Krämer-Kox - K18 in fahrtrichtung Dabringhausen



©Sabine Krämer-Kox - Schöne Strecke



©Sabine Krämer-Kox - Gefährdung durch zahlreiche Kurven



©Sabine Krämer-Kox - Moderate Steigung Richtung Dabringhausen



©Sabine Krämer-Kox - Moderate Steigung Richtung Hilgen



©BASt - Verkehrsschild Fahrradstraße Ende


Umwidmung der Kreisstraße K18 zur Fahrradstraße

Am 05.03.2018 wird im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr der Stadt Wermelskirchen über den Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN beraten, die Kreisstraße zwischen Dabringhausen (L 101) und Burscheid-Hilgen (B 51) in eine Fahrradstraße umwidmen zu lassen. Vorausgegangen war diesem Antrag eine Verwaltungsvorlage zur Radverkehrssituation in Wermelskirchen vom 22.08.17, derzufolge die Anbindung der Ortschaften Dabringhausen und Dhünn mittelfristig u. a. durch die Umwidmung der K18 zu realisieren wäre. Dies soll nun nach Meinung der GRÜNEN zeitlich forciert werden.

Ausgangssituation aus Radfahrersicht

Bisher leben Radfahrer in Dabringhausen radfahrtechnisch „isoliert auf ihrem Hügel“.  Egal ob Dabringhausen per Rad in Richtung Burscheid-Hilgen (K 18 oder L 294), Altenberg/Odenthal/Leverkusen (L 101) oder Scheideweg/Hückeswagen (L 101) verlassen wird, sind Radfahrer stets einer starken Gefährdung durch motorisierte Fahrzeuge ausgesetzt.

Bei der K18, der L 294 sowie der L 101 handelt es sich um schmale,  kurvenreiche, teilweise extrem unübersichtliche Strecken, auf denen motorisierte Verkehrsteilnehmer unverhältnismäßig schnell fahren. Da diese Straßen die einzigen Verbindungen zwischen den einzelnen Orten darstellen, werden sie stark frequentiert.  An Wochenenden sind sie ein beliebtes Ziel von Motorradfahrern und Ausflüglern. Demzufolge ist auch an Wochenenden, insbesondere  zwischen April und Oktober, mit hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen.

Diese Strecken mit dem Rad zu befahren - insbesondere mit Kindern und/oder Radanhängern -  ist derzeit lebensgefährlich (!). Einzig Radrennfahrer sind zuweilen auf diesen Strecken anzutreffen.

Diese Situation wurde u. a. im Rahmen des ADFC-Fahrradklima-Tests 2016 beklagt.

Abhilfe böte hier u. a. die Umwandlung der K 18 in eine „auto- und motorradfreie“ oder zumindest „verkehrsberuhigte“ Zone  – wie auch immer das verwaltungstechnisch und verkehrsrechtlich zu regeln wäre.

Traumstraße K18

Bei dem Teilstück zwischen Dabringhausen und Hilgen handelt es sich aus Radfahrersicht nämlich um eine „Traumstraße“,  und zwar in mehrfacher Hinsicht – wenn die Gefährdung durch Kraftfahrzeuge wegfiele. 

Die K18 „verbindet“
Die K18 verbindet Dabringhausen mit dem Rest der Welt – nun ja zunächst einmal mit Burscheid-Hilgen. Sie bietet damit eine bequeme Anbindung an das überregionale Radwegenetz (z. B den Panorama-Radweg Balkantasse). 

Topografische Vorteile
Die 3,3 lange Strecke stellt eine ideale (kürzeste) Verbindung zwischen den beiden Ortschaften Wermelskirchen-Dabringhausen und Burscheid-Hilgen dar. Das dazwischenliegende Eifgental  kann  steigungsarm (40 m Anstieg/70 m Abstieg in Fahrtrichtung Hilgen) gequert werden.  Alle anderen Verbindungen, die durch das Eifgental führen, sind Waldwege und i. d. R. nur etwas für MOUNTAIN-Biker. 

Parallelstraße L 294
Im wahrsten Sinne des Wortes existiert „neben“ der K18  eine Parallelstraße, die L 294, welche aber wesentlich steiler und kurvenreicher ist (4,3 km / 80 m Anstieg/ 70 m Abstieg in Fahrtrichtung Hilgen). Die L 294 bietet sich im Falle einer Umwidmung der K18 hervorragend als Ausweichstrecke für Kraftfahrzeuge an!

Landschaftliche Reize und Mehrwert Freizeit
Die K18 ist eine landschaftlich wunderschöne Strecke, die  auf einer befestigten Straße komplett im Wald verläuft.  Über sie ist zu Zwecken der Naherholung  das Radverkehrsnetz der RRR mit Knotenpunktsystem (s. Übersichtskarten) zu erreichen. In Burscheid-Hilgen bietet sich darüber hinaus in den Sommermonaten eine Zustiegsmöglichkeit in den Bergischen FahrradBus.

Für Radler auf dem Panoramaweg Balkantrasse bietet sich andererseits eine schöne Zuwegung zur Hochfläche der Großen Dhünntalsperre, der Talsperre selber  und zum Dhünn-Weg an. Von Leverkusen, Opladen, Burscheid, Altenberg,  Odental, Blecher aus ergibt sich eine Rundtour, die einen typisch Bergischen Charakter offenbart.

Vorteile für Politik und Verwaltung
Es muss kein neuer Weg geschaffen werden: Eine vorhandene Straße kann so wie sie ist genutzt werden! Kosten entstehen lediglich für die Beschilderung und ggf. Markierungsarbeiten.

Kaum Anlieger
Zwischen den Abzweigungen Bechhausen kurz vor/bzw. hinter der Einmündung zur B51 in Hilgen und den Abzweigungen Birken-, Asterweg (Sportplatz) und Steinwieschen nahe der Einmündung L 101 führt die Straße durch reines Waldgebiet ohne menschliche Behausungen. Da die bereits erwähnte Parallelstraße vorhanden ist, existiert für Kraftfahrer - mit Ausnahme der Anlieger nahe den „Anschlussstellen B 51/L101 -  kein zwingender Grund die K18 zu befahren. Auch Busse können weiterhin verkehren. Faktisch spricht also nicht gegen eine Umwandlung in eine Fahrradstraße o. Ä.

Und was genau ist jetzt eigentlich eine Fahrradstraße?

Generell versteht man laut Wikipedia unter einer Fahrradstraße „eine für den Radverkehr vorgesehene Straße, genau betrachtet in der Regel deren Fahrbahn (nicht aber z.B. Gehwege). Sie soll die Attraktivität des Radverkehrs steigern und Vorteile gegenüber dem Kraftfahrzeugverkehr schaffen. In Deutschland sind Fahrradstraßen dem Fahrradverkehr vorbehalten. Mit anderen Fahrzeugen dürfen sie nur dort benutzt werden, wo dies durch Zusatzzeichen angezeigt ist. Häufig wird so der Verkehr anderer Fahrzeuge nur für Anlieger oder nur in einer Fahrtrichtung zugelassen (Einbahnstraße). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle Fahrzeuge 30 km/h. Das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern ist erlaubt. Kraftfahrer müssen gegebenenfalls ihre Geschwindigkeit verringern, um eine Behinderung oder Gefährdung von Radfahrern zu vermeiden.“

Da es sich bei der K 18  jedoch um  eine Straße außerhalb einer geschlossenen Ortschaft handelt, dürften hier Hinweise zum Radverkehr außerhalb städtischer Gebiete (HRaS 2002) Anwendung finden.

Diese ''Hinweise zum Radverkehr außerhalb städtischer Gebiete'' (HRaS 2002) sind ein systematisches Regelwerk für die Radverkehrsplanung außerorts und für den dörflichen Innerortsbereich. Sie wollen helfen, die zunehmenden Anforderungen an Außerortsverbindungen für den Radverkehr sachgerecht zu erfüllen. Herausgegeben hat sie die Forschungsgesellschaft für das Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); sie sind im Internet nicht verfügbar, können aber unter Nr. 251 beim FGSV-Verlag bestellt werden. (Quelle ADFC)


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