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Sanierung der Moltkestraße in Leichlingen

09.05.19
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Presse


Presse-Erklärung zur Sitzung des Verkehrsausschusses der Stadt Leichlingen am 9.5.2019

Hier: Verwaltungsvorlage zur Sanierung der Moltkestraße

Auf der Sitzung des Verkehrsausschusses des Rates der Stadt Leichlingen am 9.5.2019 soll die Sanierung und Neubau der Moltkestraße und ein entsprechender Förderantrag an die Bezirksregierung Köln beschlossen werden. Der ADFC Kreisverband Rheinberg-Oberberg hält den Verwaltungsvorschlag für nicht zukunfts-orientiert, da er die Bedürfnisse der Radfahrenden völlig unzureichend berücksichtigt.

Das Fahrradfahren schützt die Umwelt und das Klima, und es fördert die Gesundheit. Der zunehmende Anteil des Radverkehrs erfordert einen Ausbau der Fahrradinfrastruktur auch in Leichlingen. Die Trennung der Wege, der Schutz der Radfahrer vor schnellem Kraftverkehr und der Schutz der Fußgänger vor schnellen Radfahrern sollte dabei im Vordergrund stehen.

Die stark befahrene Moltkestraße ist Hauptverkehrsstraße und Schulweg, welche das Zentrum und die Schulen mit den Wohngebieten im westlichen Leichlingen und Langenfeld verbindet. Die Vorlage beschreibt den geplanten Ausbau der Fahrbahn, der Fußwege und Überquerungshilfe, und des Parkstreifens samt Begrünung, bis hin zu Rippen- und Noppenplatten für Sehbehinderte. Aber während für die weniger befahrene Bismarckstraße ein Schutzstreifen und Aufstellbereich für Radfahrer eingeplant sind, ist auf der stark befahrene Moltkestraße weder ein getrennter Radfahrweg, noch ein 1,5 m breiter Schutzbereich auf der Fahrbahn, noch ein Aufstellbereich vor der Ampel vorgesehen. Obwohl der zur Verfügung stehende Straßenquerschnitt 13 m beträgt, wird keinerlei Verbesserung der Fahrradinfrastruktur erfolgen. Die einzige Empfehlung an die Radfahrer lautet, ungeschützt auf der stark befahrenen Straße zu fahren und sich in den Stau vor der Tunnelampel einzureihen.

Bedenklich ist auch die Begründung, warum statt des geplanten Abzweigens eines 2m breiten Parkplatzstreifens für Anwohnerparkplätze kein Radfahrstreifen möglich sein soll und Parkverbote in Leichlingen nicht durchgesetzt werden können: „Ein Verzicht auf die Ansprüche des ruhenden KFZ-Verkehrs der Anwohner für die Ausweisung von Radfahrstreifen würde bedeuten, dass diese wegen des herrschenden Parkdrucks zugeparkt werden und sich die Sicherheit für den Radverkehr so ins Negative wendet.“

Aufgrund der Bedeutung als Hauptverkehrsweg kann auch, laut Auskunft der Verwaltung, auf der Moltkestraße die zulässige Geschwindigkeit nicht auf 30 km/h herabgesetzt werden. Die Fahrradfahrer, einschließlich Rad fahrender Schulkinder, sind also schutzlos dem schnellen Verkehr ausgesetzt, werden selbst zum Sicherheitsrisiko und Hindernis für die schnellen Kraftfahrzeuge.

Das Ergebnis dieser Baumaßnahme wird für Jahrzehnte Bestand haben. Hier besteht zukunftsorientierter Handlungsbedarf, fordert der ADFC. Die Förderung des Fahrradverkehres darf kein Lippenbekenntnis bleiben. Der Verkehrsausschuss und die Bezirksregierung sollte die fehlende Fahrradinfrastruktur der Moltkestraße einfordern und die Vorlage zur Überarbeitung an die Planung zurück überweisen.

Mit der aktuell anstehenden Sanierung muss ein Anfang für Leichlingen gemacht werden. Bei zukünftiger Sanierung weiterer Hauptverkehrsstraßen muss die Fahrradinfrastruktur, vor allem auf der Hochstraße und Bahnhofstraße, angegangen werden. Fahrradschnellwege und Rad-Pendlerouten durch Leichlingen sind ohne adäquate innerstädtische Radwege nicht machbar.


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