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Radwegeprojekte im rechtsrheinischen Köln

13.05.19
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Verkehrsplanung

© Bernhard Werheid, Erneuerter Radweg im Rechtsrheinischen



© Bernhard Werheid, Möllers (Fahrradbeauftragter), Hoffmann (Bauleiter), Kraft (Projektleiter)



© Bernhard Werheid, Fahrbahn mit Trassenqualität


Von Grund auf wurde der Rad-/Gehweg entlang des Dellbrücker und Brücker Mauspfads auf einer Länge von 3,1km erneuert. Von Lützerathstraße bis Wohnbebauung Kleinfeldchensweg (1,29km) und A4 Unterführung bis Kurve Kindergarten (1,80km).

Zum Pressetermin am frisch sanierten Rad-/Gehweg haben wir uns am Parkplatz am Ostfriedhof getroffen.

Es macht wirklich Spaß, den Weg zwischen Ostfriedhof und Köln-Brück und weiter nach Köln-Rath mit dem Rad zu befahren. Er war in die Jahre gekommen und als Hoppelstrecke wenig attraktiv. Vor Wurzelaufbrüchen ist man nach Auffassung der Experten jetzt erst mal für 10 Jahre sicher.

Aber auch die Rad-/Gehwege Richtung Flughafen werden im kommenden Sommer ertüchtigt. Die Wege beidseits des Grengeler Mauspfads zwischen Einmündung Hirschgraben und Ortseingang Porz-Eil werden endlich angepackt. In den 70er Jahren ist dieser Weg gebaut worden. Beides sind die aktuellen Projekte von Straßen.NRW

Der Landesbetrieb schreibt dazu: „Immer mehr Menschen entdecken das Fahrrad als Mobilitätsalternative zum Auto. In unserer Region rollen Fahrradpendler nahezu täglich und bei jedem Wetter am Stau vorbei. Grundvoraussetzung hier ist eine gute und sichere Radinfrastruktur.“

Innerhalb der Ortsdurchfahrten ist die Stadt Köln selber für die Radwege zuständig. Zuständigkeiten (Straßenbaulastträger) bei straßenbegleitenden Radwegen an Landstraßen kann der Landesbetrieb Straßen.NRW sein – es kann aber auch die Kommune sein. Das ist z.B. abhängig von der Größe der Kommune, ob der Weg innerhalb oder außerhalb von Ortschaften verläuft, ob der Weg strikt an der Straße entlang oder abgesetzt z.B. parallel durch den Wald läuft. Manchmal liegt es auch an der Absprache zwischen den beiden Partnern. Für den Radfahrer ist in der Regel nicht erkennbar, an wen er sich bei Straßenschäden richten kann. Wie Jürgen Möllers, Fahrradbeauftragter Stadt Köln erklärte, ist die Stadt an durchgängigen Aufgabenverteilungen interessiert und strebt dahingehende Vereinbarungen an.

Zur Technik: Entweder man koffert aus, dann hat man irgendwann die Wurzeln wieder im Weg oder geht in die Hochlage. Hier wurde 32er Schotter, 8cm Tragschicht und 2cm Deckschicht verwendet. Man hat auch durch den neuen Bitumen eine höhere Sicherheit. Das sollte Wurzelaufbrüche 10 Jahre verhindern.

Erstaunlicherweise hat man das Problem mit den Wurzelaufbrüchen innerorts sehr viel stärker, weil die Bäume näher am Radweg sind. Man versucht dann bei Sanierungsmaßnahmen möglichst noch mehr Abstand zu den Bäumen zu halten. Andererseits ist der Wurzeltrieb nach der Hauptwachstumsphase nicht mehr so stark.

Warum wurde jetzt und hier die Baumaßnahme durchgeführt? Jürgen Möllers erklärt: „Es gibt eine Prioritätenliste und die Strecke war wirklich schlecht (Wurzeleinwüchse, …). Es waren auch schon Schilder aufgestellt worden und gerade hier im Grengeler Bereich war eine hohe Unfallgefahr gegeben dann muss auch gehandelt werden.“

Bei der Sanierung der Radwege aus Betonplatten (am Heumarer Mauspfad – verlegt in den 70er Jahren) wird ein Gewebeband (Geotextil) über die Bruchstellen gelegt, verfugt und darauf kommt eine neue Deckschicht (2-3cm). Die Haltbarkeit wird bei diesem Verfahren ebenfalls mit 10 Jahre angegeben.

Es kam die Diskussion auf, ob für Pedelecs Ladestationen vorgesehen sind. Herr Möllers erklärte, dass im Rahmen des Aufbaus der Radregion Rheinland – inzwischen umfasst die 500 km Radwege, welche auch touristisch vermarktet werden – ebenfalls diskutiert aber es letztendlich verworfen habe. Dies ist eher ein Imagethema als eine Notwendigkeit. Die heutigen Pedelecs werden heute mit Reichweiten von 100-130km vermarktet und das sollte für einen Tag ausreichen. Da muss man sich nicht nach drei Stunden in den Biergarten setzen um das Pedelec aufzuladen (obwohl das für den Biergarten gut ist).

Zu den Radpendlerrouten

Die Machbarkeitsstudie ist erstellt, das Thema ist jetzt in der Beratung. Die Umland Gemeinden und Kreise haben weitestgehend Beschlüsse mit teilweisen Änderungsanträgen bereits gefasst. Köln ist mit 4 Bezirksvertretungen involviert: Porz, Kalk, Mülheim, und Innenstadt und da sind wir auf einem sehr guten Weg. Es bestand eine gute Kooperation mit den Umlandgemeinden und Kreisen wollen auf jeden Fall auch parallel weiterarbeiten. So wie beim Radschnellweg Köln-Frechen soll es nicht mehr laufen: Erst eine Maßnahme abzuarbeiten und dann das nächste Projekt sich vorzunehmen dafür haben wir keine Zeit mehr. Es soll so sein, dass sobald die Beschlüsse vorliegen werden parallel 3-5 Strecken entwickelt werden.

Diese Radwege hier sind Zubringerstrecken für die Radpendlerrouten, welche sternförmig Richtung Innenstadt laufen. Diese Querverbindungen haben eine wichtige Bedeutung die sich dadurch zeigt, dass sie auf gewissen Standard gebracht werden, beispielsweise 2,5 bis 3  Meter Breite, bei Strecken, die nicht so stark frequentiert werden. Hier sind ca. 1000 Radfahrer am Tag, beim Militärring sind es heute schon 3000 Radfahrer und die Radwege werden in 4-5 Meter Breite gebaut. Das sind die Standards für die kommenden Radpendlerrouten. Hier muss der Istzustand so gut herstellen, dass es für Radfahrende attraktiv ist, hier zu fahren.

Die Pendlerrouten sind so orientiert dass wir gesagt haben wir variieren etwas mit dem Standard, gehen teilweise auch auf die Fahrbahn weil wir eine größtmögliche kurzfristige Umsetzung haben wollen. Wir wollen nicht die Konzepte für irgendeine Schublade für die nächste Generation haben. Wir müssen im Prinzip zeitnah anfangen - wir sind ja schon sehr stark unter Zeitdruck.

Das heißt, nach Beschlussfassung, Wir gehen dieses Jahr davon aus wird ausgewählt mit welchen Prioritäten von wem weiter gearbeitet wird. Und dann wird das in Abschnitten laufen. Ich gehe davon aus dass wir die Einfach-Standards die wir auf den Wohnstraßen haben mit dem Instrumentarium Fahrradstraße die wird man in 2-3 Jahren einrichten können - bei den Baulichen muss man schon drei plus X Jahre rechnen.

Bei diesem Radweg waren wir nicht planerisch tätig, weil wir hier den Bestand eins zu eins saniert haben. Dieser Radweg hat eine Breite von 2,5 m damit kommen wir auch die nächsten Jahre aus, obwohl allein auf dem Flughafen 5500 Flughafenmitarbeiter, die auch teilweise über diese Strecke pendeln. Wir haben hier nicht diese Hauptpendler Beziehung, das sind eher Zubringer- und Freizeit Strecken. Die Hauptpendlerbeziehung sind so, und das wurde damals von Bergisch Gladbach initiiert, zur Entlastung der Bergisch Gladbacher Straße und der S11 von der Innenstadt aus. Man wollte hier eine attraktive Verbindung für das alternative Verkehrsmittel Fahrrad haben.


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