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Radweg-Roadmovies von und mit Rainer Dornburg

19.01.17
Kategorie: Rad in den Medien

Rainer Dornburg auf Youtube



Rainer Dornburg auf Youtube



Rainer Dornburg auf Youtube



Rainer Dornburg auf Youtube



Rainer Dornburg auf Youtube



Rainer Dornburg auf Youtube


Nichts ist auf diesen Touren straff durchorganisiert oder auf neuestem Stand der Technik und es funktioniert dennoch bestens… meistens zumindest. Ein Radweg(über)lebenskünstler on Tour, zu sehen auf YouTube: Er startet früh am Tage und fährt und fährt und fährt und fährt – schaut sich um und kommentiert die Welt aus Radfahrersicht.

Nicht  die Beschreibung der Radstrecke an sich ist das Ziel, sondern die Beschreibung der Auswirkungen, die Weg, Wind und Wetter  auf ihn persönlich haben. Er teilt uns  mit, wie er „den Weg findet“  (oder auch nicht). „I muss weiter, un´ wenn´s Katzen hagelt…“

Der Radfahrer aus Freudenstadt redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und schildert, was ihm wichtig ist. Das ist es, was ihn so sympathisch erscheinen lässt und das Besondere seiner Filme ausmacht:„Da unten isch die Zugverbindung, un´ ich Idiot schwitz´ hier oben rum. Mal gucken, was da noch so alles kommt…“

Wie er  die jeweilige Radroute, sei es nun der Elbe-Radweg mit über 1.500 km in 11 Tagen oder eine Radtour im Schwarzwald (seine Heimat) erlebt, steht im Mittelpunkt seiner Radweg-Movies. Oft begleitet ihn sein Sohn Joshi und seit ca. zwei Jahren auch seine Tochter Celine.  Rainer Dornburg und seine Familie berichten nicht über historische und kulturelle Daten und Fakten der Strecken (zuweilen bereitet allein die Nennung der Ortsnamen Schwierigkeiten), sondern geben auf sympathische Art und Weise wieder, was sie erfahren. Und das ist einiges, insbesondere was Rainer Dornburg angeht. Auf seinen Touren sind Tages-Etappen von über 150 km keine Seltenheit.  Mit einem lachenden Auge und einem weinenden Auge (und einer ganz eigenen Mimik) schildert er spezielle Situationen. So z. B., als er nach 120 km Fahrt auf dem Radweg „Via Claudia Augusta“– größtenteils bei Regen („da werden wenigschtens die Füss´ sauber“) – endlich erschöpft den vermeintlichen Zielort erreicht, der Camping–Platz sich aber (weit entfernt)  auf der anderen Seeseite befindet. „Freunde, da fahr´ ich halt noch 30 km weiter zum näschten Ort“ kommentiert er -  nach 120 km wohlgemerkt und obwohl auch im nächsten Ort die Lage des Campingplatzes zu diesem Zeitpunkt nicht ganz klar ist. 

Sein Hauptaugenmerk gilt den Wasser- und vor allem  „Nahrungsquellen“  bzw. Picknickplätzen am Wegesrand: Handelt es bei der Verpflegung  doch meist um eine „bring-your-own“- Vesper („Veschpa“)  in Form eines Thunfisch/ Zwiebel- Weckles (= Brötchen) oder um ein „Weckle mit gerauchter* Schinkenwurscht vom Horscht  - geraucht, damit die sich länger halten tut“ (*= geräuchert/Anmerkung der Autorin;-). In einem seiner Tourenberichte blendet er als kleinen kulinarischen Exkurs die Zubereitung seines „echten schwäbischen Wurschtsalates“ ein und als „Zugabe“ die schwäbisch-schweizerische Variante - neben Rotwurst mit Käse. Der schönste Platz also: „ein Bänkle“ am Radweg und als Steigerung ein überdachter Picknickplatz, denn oft muss Rainer Dornburg sein Essen und sich vor den Unbilden der Natur (Regen, Hagel, Sonne) schützen. Die Mittagsmahlzeit wird i. d. R. durch ein ortstypisches „Bierle“ abgerundet, gemäß dem Motto Bier & Bike.

Das Frühstück nimmt er in Bäckereien oder ebenfalls auf einem „Bänkle“ mit schöner Aussicht ein. Besonders groß ist  morgens die Freude auf einen heißen Kaffee. Im Frühjahr oder Herbst/Winter ist Rainer Dornburg nämlich schon vor Tagesanbruch unterwegs, wenn die Temperaturen noch im unteren, einstelligen Bereich liegen. Übernachtet wurde meist im Zelt – auf seiner Elbe-Radtour beispielsweise bei Minusgraden, sodass das Zelt mit einer Eisschicht überzogen und das Wasser in den Trinkflaschen zum Teil gefroren war.  Besonders glücklich guckt er auf den Videos dieser Tour zwar selten, aber er hat sich ein Ziel gesetzt. Ob er es  in Falle der Elbetour  erreicht … schaut selber! https://www.youtube.com/watch?v=FWzmtWZuY-w

Ebenfalls eine persönliche Herausforderung war die Umrundung des „Schwäbischen Meeres“ (= Bodensee): 260 km in einem Tag. Ein neuer Sattel sollte eingefahren werden. Tourstart 3:30 Uhr bei kompletter Dunkelheit. Der Anfang dieser Tour ab Radolfzell bleibt deshalb auch im Dunkeln. Hier ist zu sehen, was ihm bei dieser Tour so alles widerfuhr: https://www.youtube.com/watch?v=hdKpX7RWxbk

Die Filme wirken authentisch und vermitteln ein Gefühl von Dabeisein und Lagerfeueratmosphäre, wenn abends auf dem Campingkocher  Nudeln mit dem Inhalt der Konserven des heimischen Metzgers aus dem Schwarzwald gebrutzelt werden. Einmal begeistert er sich für Sauerbraten ein anderes Mal für Tortellini (Nudeln waren vergessen worden) mit Gulasch – eine denkwürdige Kreation. Aber ganz wichtig: zu allem das obligatorische „Bierle“.

Bei  seinen Radabenteuern stehen er und/oder seine Kinder im Fokus der Kamera, die Radlandschaft im Hintergrund. Die Kameraführung ist relativ ruhig. Wie er dies bewerkstelligt, verrät er in einem separaten Video, das er eigens seiner „technischen Ausrüstung“ gewidmet hat. Er hält die Kamera  am ausgestreckten Arm in seiner rechten Hand (nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen).  Das (rad)technische Equipment hat nichts mit „high-end“ zu tun, macht aber alles mit und liefert sehr gute Ergebnisse.  Der Windschutz für das Mikrophon der Kamera (Fotoapparat) besteht beispielsweise aus dem „Fell“, das einem der Plüschtiere seiner Kinder über die Ohren gezogen wurde. Gegen Rückporto sind diese „Spezial-Felle“ auf Nachfrage sogar bei ihm erhältlich, falls man keinen Zugriff auf Stofftiere im eigenen Familienkreis haben sollte.

 

https://www.youtube.com/watch?v=DK4wKvKnps8

Zwischendurch immer wieder schöne ruhige Landschaftsschwenks in satten Farben, mit Musik unterlegt, oder Sequenzen, die Rainer Dornburg zeigen, wie er auf dem Radweg unterwegs ist (mittels der Kamera auf Stativ aufgenommen).

Manchmal sind – wie erwähnt - ein oder zwei seiner Kinder mit „on tour“. Er hat fünf, wie man in dem Elberadweg-Film erfährt, als er schmunzelnd berichtet, er fahre besser keinen Abstecher in das Storchendorf Rühstädt, sondern mache um Störche lieber einen großen Bogen – er habe bereits fünf Kinder. Seine Frau Sabine begleitet ihn heute nicht mehr auf seinen Radtouren, wird aber oft lobend erwähnt. Für den Tourenablauf ist sie äußerst wichtig – sorgt sie doch zuweilen für An- und Abtransport oder übernimmt logistische Dienste. So zum Beispiel als die Schaltung des  Rades seines Sohnes Joshi direkt zu Anfang der Tour vom Schwarzwald an den Atlantik (Eurovelo 6) in die Brüche geht und das Rad– nach Reparatur durch den heimischen Fachhandel  – tags darauf nach Mühlhausen „geliefert“ werden muss.

 Alle seine Reportagen sind natürlich und haben nichts Aufgesetztes – eben wie er die Dinge sieht und genießt: „Diese Bilder lassen mich immer wieder zu einer Tour starten auch wenn´s grad mal schlecht läuft es kommen immer wieder gute Zeiten.“

Auf YouTube gibt es ca. 136 dieser Videos über die verschiedensten Radtouren oder Wanderungen.


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