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Radpendlerroute Bergisch Gladbach nach Köln

27.02.19
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Presse

Radfahrer müssen sich eine neue Abkürzung merken: RPR = RadPendlerRouten. Das sind Routen, die Fahrrad-Pendlern schnelle und sichere Strecken von Bergisch Gladbach und Rösrath nach Köln anbieten sollen. Sie werden in der Presse fälschlicherweise als "Autobahnen für Radfahrer" oder als Radschnellwege bezeichnet. Eine solche Bezeichnung erfordert aber Wege abseits vom Autostraßen und Spazierwegen, um Konflikte mit Autofahrern und Fußgängern zu vermeiden sowie Vorfahrt für Radfahrer an allen Kreuzungen und Einmündungen. Davon können wir vielleicht träumen, aber das ist für unseren Bereich illusorisch. Die Stadt Köln sowie die rechtsrheinischen Vorstädte und Landkreise beabsichtigen aber, spezielle Routen mit hoher Qualität auszubauen, die dem Ziel "schnell und sicher per Rad nach Köln pendeln" möglichst nahe kommen. Sie haben dazu eine Machbarkeitstudie erstellen lassen, die in den nächsten Monaten in den Start der konkreten Planung münden soll. Ein ADFC-Vorstandsmitglied hat dies in einem  Leserbrief kommentiert

 

Leserbrief zum Artikel „Autobahnen für Radfahrer auf dem Weg - Kreis stellt konkrete Machbarkeitsstudie für leistungsfähige Pendlerrouten nach Köln vor“ vom 20. Februar 2019, im KStA, Ausgabe Rhein-Berg

 

Die vom RBK vorgelegte Machbarkeitsstudie zu den Radpendlerrouten nach Köln ist ein sehr wichtiger und längst überfälliger Schritt zu Verbesserung der Fahrradinfrastruktur im rechtsrheinischen Kölner Umland. Die Tatsache, dass neben dem Rheinisch-Bergischen Kreis auch der Rhein-Sieg-Kreis sowie die Städte Köln, Leverkusen und Bergisch Gladbach im Boot sind, lässt hoffen, dass nach belegter Machbarkeit jetzt bald eine zügige Detailplanung, Finanzierung und Umsetzung erfolgt

 Die diesbezüglichen Erfahrungen aus der Bergisch Gladbacher Vergangenheit (siehe weitgehender Stillstand beim Mobilitäts­konzept) sind allerdings wenig ermutigend und die Radpendler sollten vor zu großem Optimismus gewarnt sein. Die vollmundige Ankündigung der vorgeschlagenen Routen in der Presse als „Autobahnen für Radfahrer“ weckt nämlich eine viel zu große Erwartungshaltung auf breite Wege ohne Kreuzungen oder mit Vorfahrt für Radfahrer bei Querungen, die dann in der Umsetzung enttäuscht wird. Die Machbarkeitsstudie hat hier nämlich „vorgesorgt“ und sich vorbehalten, „punktuell“ die Qualitätsstandards zu unterschreiten. Die vorge­schlagene Strecke enthält einige Zick-Zack-Kurse und häufigen Wechsel des Fahrbahn-Typs. Die Radfahrer sollten aufpassen, dass in der Planungsphase aufgrund von Kosten­restriktionen und Anlieger-Interessen aus „punktuell“ nicht „streckenweise“ wird!

Unklar scheint mir auch, ob die versprochene Zubringerstrecke aus Bensberg über Refrath nach Köln tatsächlich die gleiche Priorität bekommt wie die Strecke ab Bergisch Gladbach und ob sie in der Kosten- und Zeitplanung enthalten ist. Diese Strecke ist nämlich im Steckbrief der Machbarkeitsstudie nicht mehr enthalten und es ist auch noch kein Übergabepunkt definiert. Der Übergabepunkt ist der Punkt auf der Route, ab dem Planung und Finanzierung von der Stadt Bergisch Gladbach sicherzustellen ist. Der Übergabepunkt für die Hauptroute nach Köln befindet sich am Finanzamt. Auch hier darf man gespannt sein, mit welcher Qualität der Zubringer-Strecke von der S-Bahn bis zum Finanzamt geplant wird. Aufgabe der Politik und der Verwaltung in GL muss es jetzt sein, den Fortschritt des Projektes zügig voranzutreiben, ohne die in der Studie versprochen Qualitätsstandards zu gefährden.


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