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Nimm mich mit – FahrradBus – auf die Reise!

01.07.17
Kategorie: RheinBerg-Oberberg

© Sabine Krämer-Kox



Die Haltestellen des Bergischen FahrradBusses



© Sabine Krämer-Kox, Die Kooperationspartner



© Sabine Krämer-Kox, "WanderBus und großer Bruder"



© Sabine Krämer-Kox, Der Bergischer FahrradBus in voller Länge



© Sabine Krämer-Kox, Praxistester



© Sabine Krämer-Kox, Für "schwere" Fälle



© Sabine Krämer-Kox, 16 Stellplätze



© Sabine Krämer-Kox, Bodenkontakt halten



© Sabine Krämer-Kox, Da wackelt nix



© Sabine Krämer-Kox, Gut verstaut



© Sabine Krämer-Kox, Körbe und Blumen ok.



© Sabine Krämer-Kox, Seiten- und Rückansicht



© Sabine Krämer-Kox, Bergischer FahrradBus und seine "Anhänger"



© Sabine Krämer-Kox, Landräte Daumen hoch!



© Sabine Krämer-Kox, FahrradBus wird auf die Reise geschickt



© Sabine Krämer-Kox, Einer hat den Anschluss verpasst



© Sabine Krämer-Kox, Bergischer FahrradBus in freier Wildbahn



Bus & Bike

Bevor die Bergischen FahrradBusse ab dem  01.07. bis 01.11.2017 an Wochenenden und Feiertagen zwischen LEV-Opladen und Marienheide alle 2 Stunde  hin  und her pendeln, konnte ein Kreis geladener Personen zwei der vier der FahrradBus-Gespanne einem ersten Praxistest unterziehen. So trafen sich die „Anhänger“ des Bergischen FahrradBus-Projektes am 25. Juni 2017 ab 13 Uhr auf dem RVK-Gelände in Wermelskirchen.

Die Landräte des Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreises - Dr. Hermann-Josef Tebroke und Jochen Hagt -  die Bürgermeister von Wermelskirchen, Burscheid und Hückeswagen sowie weitere Vertreter der Kreise, Städte und Kommunen, der Verkehrsbetriebe sowie von LEADER und ADFC freuten sich über die Teilnahme an  zwei kurzen „Bus-/Rad-Touren“ mit den neuen Bergischen FahrradBussen. Die Proberoute für die „Bergfahrt“ führte nach Wermelskirchen-Neuenborn (RRR-Knotenpunkt 29), Ziel der „Talfahrt“ war Burscheid-Hilgen.

Im Vorfeld hatte es allerdings noch einige Aufregung gegeben: Die Busanhänger waren nur eine Woche zuvor geliefert worden. Dabei stellte sich heraus, dass sie 70 cm zu lang waren und somit keine Betriebserlaubnis für Bus und Anhänger gegeben war (erlaubte Gesamtlänge max. 18,75 m)! Glücklicherweise konnte die Lieferfirma kurzfristig nachbessern, sodass doch alles nach Plan verlaufen konnte. 

„Großer Bruder“ des Bergischen Wanderbusses
Träger des Projektes sind der Rheinisch-Bergische und Oberbergische Kreis. Der RVK (Regionalverkehr Köln),  die OVAG (Oberbergische Verkehrsgesellschaft) und die Wupsi (Wupper-Sieg) leisten als Kooperations-Partner die „praktische Arbeit“. Für 78.500 Euro wurden sechs identische Anhänger angeschafft - zwei ziehen Busse der OVAG, je einer wird von der Wupsi bzw. dem RVK genutzt (zwei in Reserve).

Die Betriebskosten werden aus dem LEADER Projekt (Europäisches Projekt zur Förderung strukturschwacher ländlicher Gebiete) subventioniert, um das sich der RBK/OBK erfolgreich seinerzeit noch unter dem Projekttitel „Bergischer Wasserbus“ beworben hatten.

Praxistest
Bei dem Bergischen FahrradBus-Gespann handelt es sich zunächst um einen konventionellen Linienbus, an den ein spezieller Radanhänger angekoppelt wird. Auf dem offenen Anhänger finden 16 Drahtesel Platz, jeweils nebeneinander, zwischen gepolsterten Stangen, Lenker an Lenker stehend.

Mühselig (und) beladen?
Jede Radfahrerin und jeder Radfahrer (Kavaliere willkommen) sollte ihr bzw. sein zweirädriges Gefährt selbständig auf den Anhänger hieven. Kennt man den „Trick“ jedoch nicht,  erweist sich dieses Unterfangen als etwas umständlich und „schweeeer“. Aber wie bei vielen Dingen des täglichen Lebens - mit „Know-how“ geht alles leichter. 

Der Kniff besteht darin, nicht – in blindem Eifer - das gesamte Fahrrad in einem Schwung kraftvoll auf den Hänger heben zu wollen, sondern vielmehr – wohlüberlegt - zunächst nur den vorderen Teil des Fahrrades anzuheben, das Vorderrad auf der Hängerkante zu platzieren und dann in die am Hängerboden befindliche Leitschiene zu schieben. Das Hinterrad hat bei dieser Prozedur permanent Bodenkontakt (und trägt das Gewicht)! Hat man alles sicher im Griff, kann das Fahrrad/Pedelec am Gepäckträger gefasst, auf den Hänger gehoben und zwischen die beiden gepolsterten Holme (die dem Fahrrad Halt geben)  weiter nach vorne geschoben werden.  Kinderleicht und nicht halb so kompliziert, wie es sich anhört!

Eine Mulde für das Vorderrad fixiert das Fahrrad zusätzlich zu den gepolsterten Holmen auf beiden Seiten. Zum Schluss wird noch pro Forma eine Sicherung eingehakt und der Busfahrer klappt die Seitenwand wieder hoch.

Gepäcktaschen und Kindersitze müssen vor dem Ladevorgang abgenommen und  - ganz wichtig -  dürfen nicht am Straßenrand vergessen werden! Gegenstände (z. B. Jacken) sollten sicherheitshalber vom Gepäckträger genommen und (Lenker-)Körbe geleert werden, es sei denn die Gegenstände sind entbehrlich.

Zunächst wird nur in jede zweite Halterung ein Rad gestellt – mit den Lenkern kann es schon mal etwas eng werden, wenn der Hänger komplett mit Fahrrädern bestückt ist. Der kleine Praxistest hat gezeigt, dass versetztes Einstellen – also mal vorwärts mal rückwärts – nicht von Vorteil ist, da dann der Lenker des rückwärts eingestellten Rades beim Be-/Entladevorgang des nächsten Fahrrades im Weg ist.

Aber keine Panik – alle Testpersonen haben ihre Drahtesel (auch die störrischsten) erfolgreich auf und vom Hänger bekommen. Notfalls steht auch der Busfahrer mit einer helfenden Hand zur Seite, der den Be-/Entladevorgang ohnehin überwacht und die seitliche Ladeklappe öffnen und schließen muss.  Für ganz „schwere Fälle“ und Radanhänger gibt es die Stellfläche im Bus, die sogar über eine eine Rampe barrierefrei erreichbar wäre.

Easy Bus
Quintessenz: Das Verladen der Räder ist einfach und die Fahrkaten können ebenfalls einfach (!) beim Busfahrer gelöst werden: Ein reguläres VRS-Ticket für Personenbeförderung  plus Fahrradticket € 2,80 für eine einzelne Fahrt, denn „zurück“ geht es i. d. R. über die Trassen und - das ist ja der Clou an der Sache - runter rollt es von alleine!

Resümee: Praxistest mit Erfolg bestanden!


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