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MobiK RBK - Das Anlagenband

30.05.19
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Verkehrsplanung

RBK



komoot.de


 

Im  Zukunftsausschuss / RBK 2020plus wurde am 27.05.2019 das Mobilitätskonzept für den Rheinisch-Bergischen Kreis vorgestellt.

Zu den erfolgreich angestoßenen und/oder realisierten Projekten gehören z.B.

  • die ÖPNV-Offensive zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs mit einer Ausweitung der Hauptverkehrszeiten und Taktverdichtungen.

  • die Durchführung der Fahrradkampagne STADTRADELN.

  • die Anschaffung von dienstlich nutzbaren Elektro-Fahrrädern und Elektro-Pkw für die Kreisverwaltung.

  • das interkommunale Projekt „Mobilstationen im Rheinisch-Bergischen Kreis“.

  • die Machbarkeitsstudie zu „Leistungsfähigen RadPendlerRouten im Rechtsrheinischen“ wurde ebenfalls als interkommunales Projekt gemeinsam mit den Städten Köln, Leverkusen, Rösrath, Bergisch Gladbach und den beiden Kommunen Niederkassel und Troisdorf erarbeitet. Die Machbarkeitsstudie wird dieses Jahr – der noch ausstehende politische Beschluss der Stadt Köln vorausgesetzt – in die weitere Planung und Umsetzung überführt.

 

Erfreulich für Radfahrende ist, dass die Möglichkeiten der Herstellung einer tangentialen Radverkehrsachse (Anlagenband) zwischen Flughafen – Rösrath – Bergisch Gladbach – Leverkusen als Vorrangverbindung durchgeplant wurde. Dies stellt eine Ergänzung der radial geführten RadPendlerRouten in Richtung Köln dar.

Schaut man sich die Wegeführung etwas genauer an, überrascht sie nicht wirklich. Trotzdem ist es ein investives Projekt, welches die Qualität der Oberfläche verbessern und vor allen dem Radfahrenden Vorrang einräumen wird. Ich liebe diese Planungsbüros, die alle Möglichkeiten einer für den Radverkehr optimierten Streckenführung vorsehen, wie zum Beispiel die Maßnahmen bei Vorrangverbindung:

 

  •  Fahrradstraße

  • dynamische Beleuchtung

  • Mindestbreite 3 Meter

  • Querungsinsel an Kreuzungen

  • bei höherem RV-Aufkommen: Signalisierung mit Schleifenanforderung

  • Fahrbahnanrampung

  • LSA für Querung

  • Getrennte Geh-/Radwegführung wenn zu viel Fußverkehr

  • Fahrradpiktogramme markieren

  • 30km/h anordnen

  • ARAS (aufgeweiteter Radaufstellstreifen )

Auch die Ausführungen rund um das Leiterprinzip und alternative Radführungen und wann welche von Radfahrern genutzt werden. Sehr gut beschrieben!

 

Kurzbeschreibung der empfohlenen Trassenführung

Die Gesamtstrecke beläuft sich auf rund 23 km. Im Süden beginnt die Tangentialverbindung in Flughafennähe und führt durch die Wahner Heide bis nach Rösrath, wo sie an die RadPendlerRoute Rösrath – Köln anbindet. Die Wahner Heide unterliegt als Natura 2000-Gebiet einem hohen Schutzstatus. Dennoch erscheint eine ausgebaute Radverkehrsverbindung wichtig für eine stärkere Nutzung des Fahrrads in Richtung Flughafen, der bereits heute über 14.000 Beschäftigte aufweist und dessen weiterer Ausbau geplant ist. Ein Wegeausbau in diesem Schutzgebiet bedarf der Verwendung möglichst versickerungsfähiger und heller Belege. Kunstharzgebundene Decken bieten sich für solche Bereiche beispielsweise an, da diese auch weniger pflegeaufwändig sind als wassergebundene Decken bzw. Decken ohne Bindemittel. Forstwirtschaftliche Verkehre sind beim Wegebau jedoch zu berücksichtigen.

Über Erschließungsstraßen und selbständig geführte Wege geht es durch Rösrath zur Bahntrasse in den Königsforst. Die Bahntrasse bietet eine gute Verbindung in Richtung Bensberg, mit möglichst geringen Steigungen und abseits stark befahrener Straßen. Als „zweiter Holm der Leiter“ sollte jedoch auch die Führung entlang der L 288 für den Radverkehr verbessert werden, um eine belebtere Alternativroute anbieten zu können. Durch Bensberg geht es zunächst wieder entlang des Erschließungsstraßennetzes bis zum alten Bahndamm. Hier bietet sich bereits heute der Ausbau eines Wegs am Fuß des Bahndamms an. Alternativ müsste eine Führung auf dem Bahndamm genauer untersucht werden. Wenn dies angestrebt werden soll, ist darauf zu achten, dass ausreichend viele Schnittstellen mit dem übrigen Straßen- und Wegenetz bestehen, dies bedeutet die Anlage von vielen Rampen.

 

Am Finanzamt vorbei führt die Trasse ein Stück entlang der RadPendlerRoute Bergisch Gladbach – Köln und biegt dann vor der Kölner Stadtgrenze nach Norden ab. Von dort geht es wiederum über das Erschließungsstraßennetz bis zum Kombibad nach Paffrath.

 

Nördlich des Kombibads wird empfohlen, in Höhe des Herkenfelder Wegs die L 288 in Richtung Sträßchen Siefen zu überqueren. Entlang des Odenthaler Markwegs und Im Aehlemaar würde die Route nach Schildgen führen. In Schildgen führt die potenzielle Trasse entlang der K 5 und über das Erschließungsstraßennetz bis zur L 288 und von dort nach Leverkusen. Alternativ zu der beschriebenen Führung im nördlichen Abschnitt, könnte ein Wegeneubau in Richtung Katterbach / Schildgen näher geprüft werden. Gegebenenfalls böte sich die Möglichkeit parallel zur L 288 einen Weg anzulegen, Flächenpotenziale und -verfügbarkeiten im Bereich einer Kita / Grundschule und eines unbebauten Flurstücks wären jedoch näher zu untersuchen.

Und nun?

Das  Mobilitätskonzept des Kreises wird jetzt noch in den Ausschüssen und im Kreistag beraten. Mit einiger Sicherheit werden die Themen durchgewinkt. Der Aktionszeitraum für das MobiK wird bis 2030 datiert.

Für das Anlagenband werden die Kosten-Nutzen wird mit 2 bewertet, Umsetzungskosten sind mittel, Umsetzungszeitraum ist eher mittelfristig. Die nächsten Akteure sind Bergisch Gladbach, Rösrath, Leverkusen und Köln (Die haben auch alle Ausschüsse, die mitbestimmen wollen).

Schaut man sich die anderen anstehenden Projekte an, sieht man, dass der Kreis hier einen guten Job gemacht hat. Mal sehen, ob die Kommunen mitziehen.


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