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Mittellandroute 2020 (D4-Route)

27.08.20
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Radreisen

Bild 1_ Die Mittellandroute



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In diesem besonderen Jahr konnten wir gut unserem Hobby, dem Radfahren, frönen, gerade und auch zu Corona Zeiten. Wir, das sind Klemens und ich, Gertrude. Noch besser war es, die Tour einfach in Deutschland zu planen, das bereitete am wenigsten Schwierigkeiten. Denn ursprünglich hatten wir geplant, eine Tour durch die Pyrenäen zu machen.

So hatten wir uns die Mittellandroute D4 (Bild 1) quer durch Deutschland vorgenommen.

Sie beginnt bzw. endet jeweils an einem Dreiländereck: einmal östlich von Zittau(östlich von Dresden) : Polen, Tschechien, Deutschland() und im Westen (bei Aachen): Belgien Holland, Deutschland(). Dazwischen liegen weit mehr als 1000 km und mehr als 8000 Höhenmeter.

Es werden vielfältige Landschaften durchfahren, wie die Oberlausitz, das südliche Rothaargebirge, die Rheinebene, die Eifel, der Hürtgenwald, und die Bundesländer Sachsen, Thüringen, Hessen, ein kurzes Stück Rheinlandpfalz und Nordrheinwestfalen.

Zahlreiche Flüsse und Quellgebiete lernten wir kennen, so die Neiße als Grenzfluss am Dreiländereck, die Mandau bei Zittau, den Spreeoberlauf bei Neusalza, nicht zu vergessen die Elbe, der wir längere Zeit bis nach Dresden gefolgt sind. Immer wieder folgten wir auch längere Zeit schönen Flusstälern wie der Wilden Weißeritz, der Werra, der Ohm, der Lahn, der Sieg, der Rur.

Bei der Hitze machte es enormen Spaß, in Werra, Ohm und Sieg (Bild 4) an entsprechend tiefen Stellen zu schwimmen und mit nassem Badeanzug unter den schnell übergeworfenen Kleidern hielt der Abkühleffekt sogar recht lange an.

In Hessen zwischen Bad Hersfeld und Alsfeld folgt der D4 über 35 km dem Bahntrassenweg Rotkäppchenland, der prima ausgebaut ist.

Die nah beieinander liegenden Quellen von Lahn (Bild 5) und Sieg (Bild 6) lagen auf unserem Weg.

 

Um nach Zittau und von da zum Dreiländereck zu gelangen, nahmen wir in Köln einen Mietwagen und fuhren, die Räder im Kofferraum (Bild 7), nach Dresden, wo wir den Wagen am nächsten Morgen abgeben konnten. Dresden bei Nacht (Bild 8) war da noch ein besonderes Erlebnis.

Mit Rädern und Gepäck stiegen wir in Dresden in den Regionalexpress nach Zittau (fährt jede halbe Stunde). Nachdem wir das Gepäck schon in unserem Hotel lassen konnten, machten wir uns am Nachmittag noch auf den Weg zu den so genannten Kelchsteinen (Bild 9), ganz imposant durch Erosion geformte Sandsteinklötze (Naturdenkmal), sehenswert, dort wird auch oft geklettert.

Am nächsten Morgen ging es dann zum Ausgangspunkt der Tour, dem Dreiländereck (Bild 10). Wir waren dort ganz allein. Überhaupt sind wir auf der gesamten Tour wenigen Radfahrern begegnet, außer am Elberadweg bei Dresden, der von Radfahrern gut besucht war. Auch in den Städten, selbst in Dresden, gab es wenig Touristen, das war vielleicht Corona geschuldet. Auf der ganzen Strecke sind uns nicht ein einziges Mal Radfahrer begegnet, die die Mittellandroute fuhren.

Sehr gut gefielen uns die schönen Dörfer in der Oberlausitz mit ihren „Umgebindehäusern“ (Bild 11), fast alle schön renoviert.

In der Oberlausitz sind Umgebindehäuser landschaftsprägend. Diese originelle Volksarchitektur vereint in sich die slawische Blockstube und die fränkische Fachwerkbauweise der deutschen Siedler, in denen einst vorrangig Weberfamilien wohnten. Die meisten Umgebindehäuser sind in der Zeit von 1760 bis 1850 errichtet worden.

Die Landschaft bietet viel Abwechslung mit Hügeln, Tälern, Flüsschen und Dörfern.

Auf der gesamten Mittellandroute sind die Fahrradwege ausgezeichnet, vor allem in Ostdeutschland, hier führen sie selten als Radwege an Autostraßen entlang.

Nicht schön ist die Streckenführung an der oberen Sieg, sie führt kilometerweit an der stark befahrenen Bundesstraße, den Siegschleifen folgend ohne Radweg.

Mit der Buchung der Hotels (am Nachmittag über booking.com) hatten wir mit einer Ausnahme immer Glück. In Neustadt(Sachsen) waren leider alle Hotels ausgebucht, sodass wir noch 25 km weiterfahren mussten. Dabei hatten wir uns eine Nebenroute nach dem Portal „Radkompass“ ausgesucht, die sich eher als Mountainbike Weg herausstellte mit Baumwurzeln, Steinen und groben Unebenheiten durch den Wald. Und nach 105 km und 1030 Höhenmetern erreichten wir unser gebuchtes Schlosshotel (Bild 12).

Das stellte sich dann aber als Rumpelkammer heraus mit Altgeräten (Kühlschränke, Waschmaschinen) in der Auffahrt (Bild 13) und zerfetzten Teppichen, Tapeten und Fluren mit allem möglichen Zeug und Bad im Flur, unterm Waschbecken ein Eimer, die Zimmer teilweise nicht abschließbar und entsprechend alt und muffig riechend.

Da wir weder zu essen noch zu trinken hatten und es auch keine Gaststätte in erreichbarer Nähe gab, fuhr uns ein Gast netterweise am Abend noch zum Rewe (15km).

Mit anderen Gästen verbrachten wir dann noch einen netten Abend auf der Terrasse beim Bier. Sie lobten diese Stätte, nirgendwo würden sie so gut schlafen wie in diesem Schloss.

Als wir am nächsten Morgen abreisen wollten- in so einer chaotischen Herberge wollten wir kein Frühstück einnehmen- konnten wir nicht heraus, da der Schlossherr (ein Mann über 80) nachts abschloss. Es hieß aber, er würde immer früh aufwachen. Erst nachdem wir den anderen Gast vom Abend vorher zu Hilfe gerufen hatten, konnte der schwerhörige Schlossherr geweckt werden und uns aufschließen.

Als wir dann später auf einer Bank mit wunderschönem Blick über Landschaft und Tal Platz genommen hatten um unser Frühstück (Rewe) einzunehmen, kam eine Frau, die ihr Haus um die Ecke hatte und bot uns an, Kaffee zu machen. So nett!! Und ein gutes Gespräch mit ihrem Mann ergab sich auch noch. Er kannte den Schlossherrn und sprach von ihm als Halsabschneider: es war die teuerste Unterkunft auf unserer ganzen Reise.

In Dresden machten wir noch einmal Station, allerdings kamen wir bei der Besichtigung am nächsten Morgen in einen Regenschauer (Regenkleidung im Hotel). Schade!!

Über die schöne Altstadt von Feiberg (Bild 14) ging es dann nach Chemnitz und am nächsten Tag nach Gera zur Übernachtung im Zwergschlößchen (Bild 15), das machte seinem Namen tatsächlich einige Ehre, war ganz süß und wartete mit einer super Küche auf.

Und auf der Fahrt von Gera nach Jena passierte, was ich schon befürchtet hatte: Klemens brach in einer Abflussrinne, die quer zum Berg häufig angelegt sind und die er mit hohem Tempo durchfuhr, sein angebauter Gepäckträger durch(am Mountainbike an der Sattelstange befestigt). Damit kam sein Heckgepäck auch noch auf meinen Gepäckträger (Bild 16), da ich aber mit einem Pedelec unterwegs war, war es für mich kein Problem.

In Jena wurde dann in einem Fahrradhandel und weiteren Geschäften (Schrauben usw.) ein neuer Träger gekauft, montiert und schließlich mit Rohren aus dem alten Teil stabilisiert und mit Winkeleisen versehen (Bild 17).

Von Jena ging es dann über Weimar und Erfurt nach Gotha. In Weimar war natürlich Pflicht, das Goethehaus (Bild 18) am Frauenplan und das Schillerhaus (Bild 19) anzusehen. Aber leckere „Eisberge“ gab es auch (Bild 20).

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