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„Ladies first“ beim Deutschen Fahrradpreis 2018

21.03.18
Kategorie: RheinBerg-Oberberg

Freuen sich über den 2. Platz: Die Vertreter des Naturparks Bergisches Land, des Oberbergischen Kreises und des Rheinisch Bergischen Kreises. Von links nach rechts: Jens Eichner/OBK, Andreas Kurze/NP, Nicola Kriechel/Rheinisch-Bergischer Kreis, Ulf Zimmermann/NP, Anne Hölzer und Gerd Wölwer/beide Rheinisch-Bergischer Kreis (Foto: Roland Breitschuh)



Silber für den Naturpark Bergisches Land in der Kategorie „Service“. v.l.n.r. A. Kurze Radwegemanager, Laudator Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, Ulf Zimmermann Geschäftsführer Naturpark Bergisches Land. (Foto: Roland Breitschuh)



© Sabine Krämer-Kox - Der Knotenpunkt #1 an der Grenze zum Märkischen Kreis



© Sabine Krämer-Kox - Der Knotenpunkt #79 in Wipperfürth


Interkommunales Qualitätsmanagement Radwege im Oberbergischen Kreis und im Rheinisch-Bergischen Kreis erreicht Platz zwei!

 

Am 22. Februar wurden die  Gewinner und Platzierten des Deutschen Fahrradpreises 2018 in Essen bekannt gegeben. Diese begehrte Auszeichnung ist eine Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS).  Über den ersten Platz freuten sich die Akteure des Berliner Projekts „#Bikeygees e.V.“, das die Integration geflüchteter Frauen in der Hauptstadt fördert. Direkt „hinter der Hauptstadt“ rangierte als 2. Sieger der Naturpark Bergisches Land! (Informationen zu den Nominierten, die Jurybegründung, Factsheets und Fotos sind hier zu finden: www.der-deutsche-fahrradpreis.de)

Mit dem Projekt „Interkommunales Qualitätsmanagement Radwege im Oberbergischen Kreis und im Rheinisch-Bergischen Kreis“  navigierte sich der Naturpark Bergisches Land zusammen mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis (RBK)  und dem Oberbergischen Kreis (OBK) ungebremst auf Platz Zwei. Die Preisträger wurden unter 150 Fahrrad-Projekten aus ganz Deutschland ausgewählt - unterteilt in die Kategorien „Infrastruktur“, „Kommunikation“ und „Service“. 

Mit ihrem gemeinsamen Radwegekonzept  waren die stolzen Zweitplatzierten in der Kategorie „Service“ angetreten. Ulf Zimmermann, Geschäftsführer des Naturparks Bergisches Land, freut sich darüber, dass sich ihr Projekt in der Konkurrenz von über 50 bundesweiten Projekten so erfolgreich durchsetzen konnte. Es sei unmittelbar zu einem Modellprojekt in der Region Köln/Bonn empor gestiegen. Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen und Laudator für die Kategorie Service, lobte die innovative Zusammenarbeit der beiden Kreise und hob hervor, dass Qualität nicht vor Grenzen Halt mache. Es stimme zuversichtlich für das Radfahren in Stadt und Land, wenn Zusammenarbeit so hervorragend gelebt werde, wie hier.

Qualitätsmanagement für  Radwege
Kern des Projektes ist das Anfang 2017 eingeführte  Qualitätsmanagement für  Radwege. Akteur und Anlaufstelle ist der Naturpark im Auftrag des Oberbergischen Kreises (OBK)  und des Rheinisch-Bergischen Kreises (RBK).

Im Rahmen der Preisverleihung formuliert es Essens Bürgermeister wie folgt:  „Die Radwegeinfrastruktur wird durch eine zentrale Anlaufstelle für alle – Verwaltung, Bauhöfe, Radfahrerinnen und Radfahrer – effizient und mit hoher Akzeptanz unterhalten. Dabei kommen nicht nur innovative Online-Lösungen zum Einsatz, sondern auch das Ehrenamt und aktive Nutzerinnen und Nutzer der Radwege werden einbezogen. So können wir einen schnellen Service bieten und gleichzeitig Identifikation für das Radfahren in der Naturparkregion aufbauen“.

Der (Rad)weg ist das Ziel
Die Politik ist hier auf dem richtigen Weg, aber – um es in Anlehnung an Xavier Naidoo zu sagen – gilt für viele Radwege im Bergischen Land leider noch:  „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“. Damit sich Radfahrer nicht im Radwege Netz „verheddern“, ist eine entsprechend klare Ausschilderung vor Ort notwendig.  Das in der Theorie bzw. auf dem Papier (Karte) so  schöne Radverkehrsnetz, weist in der Realität jedoch leider oft (Schlag)löcher, Gefahrenstellen oder Lücken auf.

Der „Macher“
Der  „Mann vor Ort“ und zentraler Ansprechpartner für Behörden sowie für Bürgerinnen und Bürger ist Andreas Kurze, seines Zeichens Radwegemanager im Naturpark. Er ist selber begeisterter Radfahrer sowie ADFC-Mitglied. Kurze lebt und arbeitet im Oberbergischen. Ihm gibt der jetzt verliehene Deutsche Fahrradpreis zusätzliche Motivation und Energie für seine umfangreiche Arbeit. Denn da führen inzwischen ziemlich viele Wege zu dem Ziel, ein lückenloses und fehlerfrei ausgeschildertes Radwegenetz auf ertüchtigten Radwegen  zu erreichen.

Augen auf beim Radeln
In der Laudatio zum Deutschen Fahrradpreis wird auf die Einbeziehung von Ehrenamt und aktiven Nutzerinnen und Nutzern der Radwege verwiesen. So könne ein schneller  Service geboten und gleichzeitig eine Identifikation für das Radfahren in der Naturparkregion aufgebaut werden. Hier kommen Ehrenamtler, u. a. die des ADFC, Alltags- und Freizeitradler zum Einsatz, und das im wahrsten Sinne des Wortes! Das Gebiet ist so groß, dass zwei Augen, nämlich die von Andreas Kurze, gar nicht alles erfassen können.  Viele Augen sehen deutlich mehr! Nur Verbesserungspotenzial – um das unschöne Wort „Mängel“ zu vermeiden – das bekannt ist, kann „genutzt“, d. h. die Mängel schlussendlich behoben werden.

Links zum Radwege-Management
Wichtiges Instrument für „Mängelmelder“ ist das Internet. Naturpark Bergisches Land und RadRegionRheinland haben folgende Links für „sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung“ auf Schwachstellen in Ausschilderung, Wegbeschaffenheit oder Streckenführung eingerichtet:

 

Naturpark Bergisches Land/DasBergische:
www.dasbergische.de/de/service/wegemanagement/kontaktwegemanagement/index.html 

 

RadRegionRheinland:
www.radregionrheinland.de/service/maengel-melden/index.html

 

Warum in die Ferne schweifen?
Und dass die Region reizvoll ist, Potenzial hat und locker mit anderen Radregionen mithalten kann, zeigt die Entwicklung der letzten Jahre. Insbesondere die Schaffung von Radwegen auf ehemaligen Bahntrassen, Veröffentlichung (kostenlosen) Kartenmaterials, Einführung des Knotenpunktsystem, Ausschilderung und Bewerbung spezieller Themenrouten sowie eine verstärkte Nutzung von Pedelecs erschließt das Bergische Land immer mehr Rad fahrenden Menschen.

Musste man früher z. B. ins Münsterland fahren, um verkehrsfrei und steigungsarm zu radeln, kann man jetzt bereits an der Haustür starten, um neue Horizonte zu erschließen.   Auch d
ie Verantwortlichen der beteiligten Kreise sind euphorisch: „Der Deutsche Fahrradpreis zeigt, dass das Bergische Land auch mit anderen Fahrradregionen bundesweit mithalten kann. Das motiviert umso mehr für die vor uns liegenden Infrastruktur-Projekte!“ so Stephan Santelmann, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises. Jochen Hagt, Landrat des Oberbergischen Kreises, freut sich über die Auszeichnung und betont „Nur wenn die Radinfrastruktur stimmt und weiter optimiert wird, können wir mit dem Thema Radfahren in Oberberg punkten.“ Inwieweit der OBK tatsächlich „punkten“ kann, wird u. a. der ADFC Fahrradklima-Test 2018 im Herbst dieses Jahres zeigen.

Zunächst gratulieren wir zum Erfolg beim Deutschen Fahrradpreis und freuen uns über das Engagement von Naturpark, RBK und OBK!


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