Aktuelles

Kidical Mass

20.09.20
Kategorie: Aktionen, RheinBerg-Oberberg

 

 

 

Ich hatte heute ein Treffen mit fünf 11-jährigen Schülerinnen aus Kürten-Dürscheid.


Die Initiatoren   v.l. Kati, Julia, Neela, Lotta und Lisa

Diese Gruppe möchte eine Fahrrad-Demo veranstalten und fordert einen sicheren Radweg zu ihrer Schule. Um für ihre Sache zu werben, haben sie bisher schon 310 Unterschriften gesammelt.

In Anbetracht, dass am 20.9. in vielen deutschen Städten die Kidical Mass stattfindet, konnte ich sie für diesen Termin begeistern. Wir werden also zwischen Spitze und Herkenrath eine eigene Kidical Mass (https://kinderaufsrad.org/) auf die Beine stellen.

Start ist um 11h in Spitze. Hier sollen eigentlich die Unterschriften an den Bürgermeister von Kürten übergeben werden, aber da hat keiner Zeit. Es ist halt alles eine Frage der Priorität. Ziel der Demo ist das Gymnasium in Herkenrath. Wir fahren den direkten Weg über die Landstraße. Die Polizei wird die Straße voll sperren. Das heißt, die Kinder sind mit ihren Eltern und ihren Fahrrädern ohne Autoverkehr sicher unterwegs. Sicher haben einige von ihnen bunte Plakate gebastelt und ihre Räder geschmückt und ganz sicher werden die Fahrradklingel fleißig genutzt, damit man auch ihr Anliegen weithin hört. Vielleicht treffen wir am Gymnasium auf den Bürgermeister aus Bergisch Gladbach, der für die Kids ein offenes Ohr hat.

Zurück geht es dann über Fahrradwege zurück nach Kürten-Dürscheid bzw. Spitze.

Doch was hat es mit der Kidical Mass auf sich? Nähere Erläuterung liefert eine aktuelle Pressemitteilung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC).

Pressemitteilung

Neuer Termin Kidical Mass: 19./20. September

Erste bundesweite Familien-Fahrraddemo in über 90 Städten

Berlin, 8. September 2020
28/20

Schon für März angekündigt – jetzt findet sie endlich statt: die erste bundesweite Familien-Fahrraddemo „Kidical Mass“. Am 19. und 20. September 2020 werden Kinder, Jugendliche und Familien auf Rädern durch über 90 Städte fahren – selbstverständlich unter Einhaltung der Hygieneregeln. Sie fordern eine neue Verkehrspolitik, damit Kinder sicher und selbständig in den Städten Radfahren können. Die bundesweite Aktion wurde von der Kidical Mass Köln ins Leben gerufen. Unterstützt und organisiert wird das Aktionswochenende vom Fahrradclub ADFC, Campact, Changing Cities, Deutsches Kinderhilfswerk, Greenpeace, RADKOMM, VCD sowie mehr als 150 regionalen Initiativen.   

ADFC-Vizebundesvorsitzende Rebecca Peters sagt: „Eine gute Stadt ist eine, in der Kinder fröhlich zur Schule radeln oder laufen – und Eltern das mit gutem Gefühl unterstützen. Das ist in Deutschland aber leider die Ausnahme. Mit gefährlichen Schulwegen muss endlich Schluss sein - wir brauchen kindertaugliche Straßen im ganzen Land!“ Kidical Mass-Organisatorin Simone Kraus ergänzt: „Wir wollen, dass sich Kinder sicher und selbständig mit dem Fahrrad in unseren Städten bewegen können. Mehr Freiräume zum Bewegen und Fahrradfahren haben in Corona-Zeiten eine noch höhere Bedeutung bekommen.“

Familien-Fahrraddemos in über 90 Städten

Mehr als 100 Fahrraddemos sind angekündigt, von Aachen bis Würzburg in über 90 Städten. Im europäischen Ausland sind sogar Bern, Bristol, Brüssel und Wien mit dabei. Die Initiatoren rechnen mit regem Interesse von kleinen und großen Radfahrerinnen und Radfahrern und einer bunten Vielfalt von Kinderrädern, Lastenrädern, Kindern im Anhänger oder auf dem Kindersitz.

Schlechte Bedingungen – besonders für Kinder

Die Bedingungen zum Radfahren sind schlecht. Es fehlt an Platz, oft gibt es gar keine Radwege und die vorhandenen sind zu schmal oder nicht vor dem Autoverkehr geschützt. Beim ADFC-Fahrradklima-Test sagten 74 Prozent von über 170.000 Befragten, dass man Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein fahren lassen könne. In den Großstädten sind es sogar 85 Prozent. Laut Statistik des Bundesverkehrsministeriums werden mittlerweile 43 Prozent der Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht. In den Niederlanden, dem Land mit der besten Radinfrastruktur der Welt, sind es nur 28 Prozent. Immer weniger Kinder in Deutschland können sicher Radfahren.

Kidical Mass fordert sichere Schulradwege

Die Kidical Mass fordert bessere Bedingungen für Radfahrende, insbesondere für Kinder, Jugendliche und Familien. Konkret werden durchgängige Qualitätsradwegenetze mit integrierten Schulradwegenetzen und Tempo 30 innerorts gefordert. Im Umfeld von Schulen sollen flächendeckend Fahrradstraßen und als Sofortmaßnahmen Schulstraßen nach Wiener Vorbild eingerichtet werden. In der österreichischen Hauptstadt werden Straßen mit hoher Kfz-Belastung zum Schulbeginn und oft auch zum Schulende für den Autoverkehr geschlossen. Eltern mit Schulkindern gibt der ADFC Tipps in seinem neuen Dossier „Mit dem Rad zur Schule“.

Lebenswerte Städte für alle

Die Veranstalter betonen, dass die Kidical Mass mehr als eine Fahrraddemo ist. Die Initiative setzt sich für lebenswerte Städte für alle Generationen ein. Eine kindersichere Radinfrastruktur ermöglicht angstfreies Radfahren für Menschen jeden Alters. Die kinderfreundliche, grüne Stadt hat jede Menge Platz zum Spielen - und für Begegnungen. Auch von der besseren Luft- und Lebensqualität einer echten Fahrradstadt profitieren alle.

Hintergrund Kidical Mass

Die Kidical Mass ist eine Aktionsform für kindersichere Radwege, die 2008 im amerikanischen Oregon ins Leben gerufen wurde. Die ersten deutschen Kidical Mass-Demos organisierten Familien 2017 und 2018 in Berlin, Darmstadt, Stuttgart und Köln. 2019 gab es bereits 30 Kidical Mass-Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit bis zu 1.100 Teilnehmenden. Mit dem Aktionswochenende am 19. / 20. September 2020 findet die Kidical Mass zum ersten Mal in ganz Deutschland und darüber hinaus statt. Der Begriff „Kidical Mass“ lehnt sich an die ebenfalls aus den USA stammende Aktionsform „Critical Mass“ an – im Unterschied zu ihr sind die Kidical Mass-Demos aber angemeldete Veranstaltungen mit beschriebenen politischen Forderungen.       

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit rund 200.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

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Hashtags: #FahrradGeneration, #MehrPlatzFürsRad

 

Und wie ist Fahrradfahren in Deiner Stadt? Vom 1. September bis 30. November findet der ADFC Fahrradklima-Test 2020 statt. Hier (https://fahrradklima-test.adfc.de/) können alle Radfahrende ihre Meinung kundtun. Macht mit – jetzt!


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